Tour of the Alps 2026Titelverteidiger Storer wieder am Start

Kristian Bauer

 · 19.03.2026

Tour of the Alps 2026: Titelverteidiger Storer wieder am StartFoto: Tour of the Alps
Michael Storer
Michael Storer startet bei der zehnten Tour of the Alps vom 20. bis 24. April 2026 als Titelverteidiger. Der 29-jährige Australier gewann 2025 das Etappenrennen und feierte danach mit Platz drei bei Il Lombardia hinter Tadej Pogačar und Remco Evenepoel weitere Erfolge. Sieben WorldTour-Teams sind für die Rundfahrt von Innsbruck nach Bozen gemeldet, darunter Lidl-Trek mit Derek Gee und Red Bull-Bora-Hansgrohe mit U23-Weltmeister Lorenzo Finn.

Der Gesamtsieg bei der Tour of the Alps 2025 markierte den internationalen Durchbruch von Michael Storer. Der Australier sicherte sich mit einem Etappensieg in Sterzing das Grüne Melinda-Trikot und bewies auf den Rampen am Bannberg und in Stronach seine Klasse als Bergfahrer. Die Saison krönte der heute 29-Jährige mit dem dritten Platz bei Il Lombardia hinter Tadej Pogačar und Remco Evenepoel.

Bei der zehnten Ausgabe des Etappenrennens geht Storer als Kapitän von Tudor Pro Cycling erneut an den Start. Die Rundfahrt führt von Innsbruck nach Bozen und findet vom 20. bis 24. April statt. Zuletzt gelang Damiano Cunego beim Giro del Trentino 2006 und 2007 die Titelverteidigung. Sport Alto Garda organisiert das Rennen durch die drei Euregio-Gebiete Tirol, Südtirol und Trentino.

Storer setzt auf April-Form

Das Streckenprofil kommt dem Bergspezialisten entgegen. Der Termin im April passt laut Storer zu seinem Formaufbau, da er in der Regel Zeit braucht, um seine Leistung zu entwickeln. Der Saisonstart verlief für den Australier nicht nach Plan, doch bis zur Tour of the Alps rechnet er mit voller Konkurrenzfähigkeit. Die selektiven Anstiege sollen ihm in die Karten spielen.

Im Vorjahr musste Storer vom ersten bis zum letzten Meter volle Konzentration zeigen. Jede Etappe konnte entscheidend sein. Die fünf Tage nutzt der 29-Jährige als Vorbereitung für den Giro d'Italia. Das Etappenrennen liefert Rennrhythmus, testet die Form und kann mit einem guten Resultat Selbstvertrauen aufbauen.

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Storer tastete sich in seiner Karriere Schritt für Schritt an die Spitze heran. Der Australier suchte keine kurzfristigen Erfolge, sondern setzte auf nachhaltige Entwicklung. Bei Tudor Pro Cycling fand er das passende Umfeld für diesen Weg. Sportliche Erfolge standen nie im Vordergrund, der kontinuierliche Fortschritt war wichtiger. An Ausnahmetalente wie Tadej Pogačar will sich Storer nicht messen. Tudor Pro Cycling unterstützt diesen Ansatz seit mehr als zwei Jahren.

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Sieben WorldTour-Teams bei Tour of the Alps

Neben Titelverteidiger Storer melden sieben WorldTour-Teams für die Tour of the Alps 2026. Bahrain Victorious, EF Education-EasyPost, INEOS Grenadiers, Lidl-Trek, Red Bull-Bora-Hansgrohe, Team Jayco AlUla und Team Picnic PostNL bringen internationale Spitzenfahrer an den Start.

Lidl-Trek setzt auf Neuzugang Derek Gee. Der Kanadier schloss die Tour of the Alps 2025 auf Platz drei ab und wurde kurz danach Vierter beim Giro d'Italia. Die US-amerikanische Formation stellte 2024 mit Juan Pedro López den Gesamtsieger. Im Vorjahr sorgte Giulio Ciccone mit dem Etappensieg in San Lorenzo Dorsino für Schlagzeilen. Der Italiener belegte später bei Lüttich-Bastogne-Lüttich Rang zwei und gewann die Clásica San Sebastián.

Red Bull-Bora-Hansgrohe wird vom Italiener Giulio Pelizzari angeführt. Der Kletterer landete beim Giro d'Italia und bei der Vuelta a España jeweils auf Rang sechs. Mit Lorenzo Finn gehört der amtierende U23-Weltmeister zum deutschen Aufgebot. Bahrain Victorious schickt Jakob Omrzel ins Rennen. Der Slowene triumphierte 2025 beim Giro d'Italia Next Gen und möchte denselben Weg einschlagen wie der Franzose Paul Seixas, Jahrgang 2006, dem im Vorjahr bei der Tour of the Alps der internationale Durchbruch gelang.

O'Connor und INEOS als Herausforderer

Ben O'Connor vom Team Jayco AlUla zählt zu den Favoriten auf den Gesamtsieg. Der Australier schnappte sich 2018 bei der Tour of the Alps seinen ersten Sieg bei einer namhaften Rundfahrt und legte 2024 mit dem zweiten Gesamtrang nach. INEOS Grenadiers nutzt das Etappenrennen erneut als Generalprobe für den Giro d'Italia. Die britische Mannschaft kann auf eine traditionell starke Truppe zählen. Dasselbe gilt für EF Education-EasyPost und Team Picnic PostNL, die ihre Saisonplanung konsequent auf die Italien-Rundfahrt ausgerichtet haben.

Tudor Pro Cycling stellte 2025 mit Michael Storer den Gesamtsieger der Tour of the Alps. Die Mannschaft aus der Schweiz erreicht in Sachen Organisation, Kaderbreite und Professionalität längst WorldTour-Niveau. Die Eidgenossen setzen sich nichts weniger als die Titelverteidigung zum Ziel.

Mit Pinarello-Q36.5 Pro Cycling Team reist eine weitere Schweizer Formation in die Alpenregion. Aus Italien gehen vier Mannschaften auf UCI ProTeams-Level an den Start: Bardiani-CSF 7 Saber, Solution Tech NIPPO Rali, Team Polti VisitMalta sowie MBH Bank CSB Telecom Fort mit ungarischer Lizenz. Das japanische Team Ukyo, gegründet vom ehemaligen Formel-1-Piloten Ukyō Katayama, erscheint zum dritten Mal in der Startliste. Team Vorarlberg aus Österreich hat ebenfalls gemeldet.

Details zu den prominentesten Fahrern werden in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Wie in den vergangenen Jahren sind Last-Minute-Zusagen von Teilnehmern möglich, die erst kurzfristig über einen Start entscheiden.

Auftakt in Innsbruck über 144,3 Kilometer

Die erste Etappe über 144,3 Kilometer beginnt mit einem flachen Abschnitt durch das Inntal. Es folgt ein 24 Kilometer langer Rundkurs, der zweimal zu absolvieren ist und den moderaten Anstieg auf das Mieminger Hochplateau beinhaltet. Nach diesem Rundkurs kehrt das Feld in Richtung Innsbruck zurück. Dort wartet ein weiterer Rundkurs über 18 Kilometer mit den Anstiegen nach Götzens und Axams. Letztere Rampe ist Schauplatz eines Zwischensprints mit Zeitgutschriften. Die letzten 20 Kilometer führen zurück ins Stadtzentrum. Das Ziel befindet sich am Rennweg, jenem Ort, der bereits bei den Weltmeisterschaften 2018 im Mittelpunkt stand.

Die zweite Etappe am 21. April startet in Telfs in Tirol und endet nach 147,5 Kilometern in der Südtiroler Gemeinde Martell. Nach 20 flachen Kilometern folgt mit der Piller Höhe die erste Bergwertung der ersten Kategorie. Die 9,2 Kilometer lange Rampe weist eine durchschnittliche Steigung von 6 Prozent auf. Bevor das Fahrerfeld über die Landesgrenzen fährt, führt die Strecke über eine Bergwertung der dritten Kategorie hoch zum Reschenpass. Die 15,8 Kilometer lange Passage steigt durchschnittlich 3,4 Prozent an. Die Fahrt über die Grenze folgt im Anschluss an die Ortschaft Nauders. Danach setzt die Rundfahrt ihren Weg quer durch die Alpenregion in Südtirol fort.

Im Start- und Zielbereich der Auftaktetappe in Innsbruck sind zahlreiche Rahmenveranstaltungen zur Unterhaltung für die Zuschauer geplant. Auch im historischen Zentrum von Telfs wird ein umfangreiches Programm geboten. Am Rathausplatz entsteht eine Kulisse, die allen Beteiligten der Rundfahrt die Begeisterung für den Radsport in Tirol vermittelt.

Tour of the Alps Etappen im Überblick:

  1. Montag, 20. April, 2026 1. Etappe: Innsbruck - Innsbruck, 144,3 Km 1.700 Höhenmeter
  2. Dienstag, 21. April, 2026 2. Etappe: Telfs - Martell, 147,5 Km 2.550 Höhenmeter
  3. Mittwoch, 22. April, 2026 3. Etappe: Latsch - Arco, 174,5 Km 3.620 Höhenmeter
  4. Donnerstag, 23. April, 2026 4. Etappe: Arco - Trento, 167,8 Km 3.900 Höhenmeter
  5. Freitag, 24. April, 2026 5. Etappe: Trento - Bozen, 128,6 Km 2.850 Höhenmeter
Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

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