Sebastian Lindner
· 13.03.2026
Del Toro kam gemeinsam mit Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike) elf Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel. Auf Giulio Pellizzari, der die Führung nun wieder abgeben muss, holte er, wie auf Primoz Roglic (beide Red Bull - BORA - hansgrohe) 19 Sekunden heraus. Die kamen auf sechs und sieben rein, dazwischen hatten sich noch Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobiliy) und Giulio Ciccone (Lidl - Trek) platziert. Alle gehörten zu einer Spitzengruppe, die Del Toro am letzten Anstieg gesprengt hatte.
Für Valgren, der 2018 das Amstel Gold Race gewonnen hatte, war es sein erster Sieg fast fünf Jahren. Insgesamt war es der neunte Sieg in seiner Profikarriere. Der mittlerweile 34-Jährige hatte schon bei seinem Saisoneinstieg bei Strade Bianche gezeigt, dass mit ihm wieder zu rechnen ist.
„Es ist unglaublich, nach so langer Zeit wieder zu gewinnen. Wir alle arbeiten so hart dafür”, sagte der Tagessieger in seinem Interview. “Ich hatte einen wirklich schönen Winter mit meiner Familie. Sie haben mich unterstützt. Vor einem Monat haben wir ein Baby bekommen. Dieser Sieg ist für ihn und für das Team.”
Vor allem eine schwere Verlützung hatte Valgren lange aus der Bahn geworfen. Im Juni 2022 stürzte Valgren schwer und zog sich eine ausgerenkte Hüfte, einen Beckenbruch sowie eine Knieverletzung zu, von der er sich nur langsam erholte. “Nach meiner Verletzung war es schwer, wieder mein Niveau zu erreichen. Das habe ich geschafft, aber ich musste ein höheres Niveau finden, um gegen die Fahrer von heute mithalten zu können – so entwickelt sich der Radsport nun einmal. Aber irgendwie habe ich diesen Winter den Sprung geschafft.”
Den großen Sprung hat Del Toro schon vor einem Jahr gemacht. Nun hat er gegen seinen alten Trainingskumpel Pellizzari zurückgeschlagen. 23 Sekunden Vorsprung hat er nun auf den Italiener, eine mehr auf den neuen Dritten Jorgenson. “Es ist ein tolles Gefühl, wieder an der Spitze zu stehen, denn wir haben als Team wirklich hervorragende Arbeit geleistet”, so der Mexikaner. “Wir haben hart gearbeitet, und das hat sich ausgezahlt. Mein Plan war es, mir das Trikot heute wieder zu sichern, und ich habe vor, es auch morgen zu behalten. Es ist immer schön, einen größeren Vorsprung zu haben, aber ich bin mit 23 Sekunden Vorsprung zufrieden. Jeder, der noch unter den ersten sieben der Gesamtwertung steht, ist für mich ein Rivale.”
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | EF Education - EasyPost | 04:43:33 |
| 2 | UAE Team Emirates - XRG | +000:00:11 |
| 3 | Team Visma | Lease a Bike | +000:00:11 |
| 4 | Uno-X Mobility | +000:00:24 |
| 5 | Lidl - Trek | +000:00:28 |
| 6 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:00:30 |
Es war ein ungewöhnlicher Auftakt in den Start der 5. Tirreno-Etappe, denn es war der zweimalige Etappensieger Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech), der die erste Attacke setzte. Das Feld wollte den Niederländer aber nicht weglassen. Und so versuchte es kurz darauf ein prominentes, wie ungewöhnliches Duo. Julian Alaphilippe (Tudor Pro Cycling) und Jonathan Milan (Lidl - Trek) versuchten es gemeinsam, hatten aber ebenso wenig eine Chance.
Erst nach rund 50 Kilometern formierte sich dann endgültig eine Spitzengruppe. Dieses Mal hatte es Alaphilippe geschafft. Aber auch Georg Zimmermann (Lotto Intermarché) hatte den Sprung in die siebenköpfige Gruppe geschafft, genau wie Tagessieger Valgren. Weitere Nachzügler versuchten es zwar, konnten die Lücke bis Rennhälfte aber nicht schließen und brachen den Versuch ab. Über den Monte delle Cesane schaffte es die Gruppe mit viereinhalb Minuten Vorsprung, wobei vor allem Zimmermann große Probleme hatte, den Anschluss zu halten.
50 Kilometer vor dem Ziel, im Anstieg zum Monte della Mattera, und damit auch kurz vor der Einfahrt auf die zwei Mal zu absolvierende Schlussrunde, betrug der Vorsprung der Ausreißer immer noch dreieinhalb Minuten. Hatte zuvor noch Red Bull - BORA - hansgrohe das Tempo im Feld bestimmt, übernahm nun UAE Emirates - XRG. Und das hatte Folgen. 35 Kilometer vor dem Ziel war der Abstand der Ausreißer nochmal um eine Minute geschrumpft, im Feld befanden sich zudem nur noch runf 50 Fahrer.
26 Kilometer vor dem Ziel sprengten Valgren und Alaphilippe die Gruppe, als sie in die Offensive gingen. Auf die letzte Runde mit 20 Kilometern ging das Duo mit 20 Sekunden Vorsprung auf Zimmermann, Jack Haig (INEOS Grenadiers) und Emiel Verstrynge (Alpecin-Premier Tech) und zwei Minuten auf das Feld. Zehn Kilometer vor dem Ziel sah es dann gar nicht mal so schlecht aus für die Doppelspitze, tatsächlich um den Tagessieg kämpfen zu können. Anderthalb Minuten blieben ihnen auf die Gruppe mit allen Klassement-Favoriten um Pellizzari und Del Toro.
Am Fuße des letzten Anstiegs ließ Valgren seinen Mitfahrer Alaphilippe stehen. Hinten ging Roglic in die Offensive und reduzierte die GC-Fahrer auf sieben. Auch Del Toro drückte immer wieder aufs Tempo, konnte aber seine großen Konkurrenten vorerst nicht abschütteln. An der 3000-Meter-Marke attackierte dann Richard Carapaz - und machte damit Jagd auf seinen Teamkollegen an der Spitze. Del Toro holte den Ecuadorianer allerdings zurück. Doch Valgren bekam er nicht mehr.
Allerdings konnte Del Toro auf den letzten Metern des Anstiegs Pellizzari und Roglic distanzieren, nur Jorgenson blieb am Hinterrad des Mexikaners. Die beiden erreichten das Ziel elf Sekunden nach dem Sieger.