Tirreno-Adriatico - 2. EtappeVan der Poel gewinnt Dreiersprint nach Schotterfinale

Sebastian Lindner

 · 10.03.2026

Tirreno-Adriatico - 2. Etappe: Van der Poel gewinnt Dreiersprint nach SchotterfinaleFoto: Getty Images / Tim de Waele
Knappes Finish bei Tirreno-Adriatico. Mathieu van der Poel (l. ) gewinnt vor Isaac Del Toro (r.) und Giulio Pellizzari.
Mathieu van der Poel (Alpecin-Premier Tech) hat die 2. Etappe von Tirreno-Adriatico im Sprint vor Isaac Del Toro (UAE Team Emirates - XRG) und Giulio Pellizzari (Red Bull - BORA - hansgrohe) gewonnen. Kurz vor dem ansteigenden Finale wartete ein sechs Kilometer langer Schotterabschnitt, der die Vorentscheidung brachte.

Auf den 200 Kilometern con Camaiore nach San Gimignano zuvor passierte wenig, doch das dürfte damit zu tun haben, dass allen bewusst war, dass der abschließende Gravelsektor entscheidend werden würde. Und so kam es auch. Van der Poel ging früh in die Offensive, wurde von Del Toro mit Pellizzari am Hinterrad aber wieder eingeholt. “Ich hatte Angst, heute zu verlieren”, sagte van der Poel dann auch offen. Am Ende war es nur ein paar Zentimeter in einem Bergaufsprint, die über Sieg oder Rang drei entschieden. Doch im Vergleich mit den beiden 22 Jahre alten Youngster konnte sich der 31-Jährige, der Tirreno in Vorbereitung auf seine großen Ziele, die Monumente Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix, fährt dann doch noch behaupten.

Es war der 58. Sieg seiner Straßenkarriere, der zweite bei drei Renntagen in diesem Jahr. “Es war ziemlich beeindruckend, über den Schotter zu fahren. Ich habe versucht, mich aus Schwierigkeiten herauszuhalten, und mein Team hat gute Arbeit geleistet. Ich glaube, es war schön, das im Fernsehen zu sehen, und ich habe es auch genossen. Es war tatsächlich ein wunderschönes Finale, aber auch sehr hart. Ich habe nicht wirklich auf Del Toro und Pellizzari gewartet, sie kamen einfach zurück, aber ich bin in einer Kurve ausgerutscht und habe meine Kette verloren”, schilderte van der Poel eine kniffelige Szene im Finale, bei der ihm einmal mehr seiner überragende Rad-Beherrschung vor einem Sturz rettete. “Um zu gewinnen, braucht man auch ein bisschen Glück”, sagte er noch.

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Del Toro übernimmt Führung in der Gesamtwertung

Aber auch der neue Gesamtführende Del Toro, der das Klassement mit drei Sekunden vor Pellizzari anführt, zeigte sich zufrieden “sehr zufrieden mit dem Verlauf des Finales. Es war wichtig, in der letzten Kurve einen Sturz zu vermeiden. Es war ein super langer Sprint, und ich freue mich, das Trikot zu übernehmen. Es ist ein tolles Gefühl, in dieser Position zu sein. Viele Fahrer liegen in der Gesamtwertung dicht beieinander, Pelizzari ist am nächsten dran, aber ich gehe davon aus, dass noch jemand Neues dazukommen wird.”

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Auch Pellizzaris Teamkollege Primoz Roglic ist mit 18 Sekunden Rückstand in der Gesamtwertung als Fünfter noch in Reichweite. Er erreichte das Tagesziel Santiago Buitrago, Antonio Tiberi (beide Bahrain-Victorious), Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike) und auch Richard Carapaz (EF Education - EasyPost) mit 17 Sekunden Rückstand, liegt durch ein besseres Zeitfahren aber noch ein paar Sekunden vor der weiteren Konkurrenz.

Daran wird sich auch auf der 3. Etappe nicht allzu viel ändern. Das Teilstück ist tendenziell eher für bergfeste Sprinter geeignet als für Kletter. Der eine oder andere - unkategoriesierte - Anstieg wartet zwar im Programm. In Summe dürfte es aber nicht schwer genug sein, hier den Unterschied zu machen.



Tirreno-Adriatico 2026 - Ergebnisse der 2. Etappe

So lief die 2. Etappe von Tirreno-Adriatico 2026

Das Profil der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico 2026Foto: RCSDas Profil der 2. Etappe von Tirreno-Adriatico 2026

Ohne Lennert Van Eetvelt (Lotto Intermarché) begann die 2. Etappe, die vor allem ein spannendes Finale bereithalten sollte. Vier Fahrer, zwei Spanier und zwei Italiener, aus kleinen Teams, von denen Manuele Tarozzi (Bardiani CSF 7 Saber) der prominenteste war, legten die ersten 130 Kilometer ohne Zwischenwertungen mit maximal vier Minuten Vorsprung zurück. Alessandro Iacchi (Solution Tech NIPPO Rali) sicherte sich die Sprintwertung, kurz danach holte Diego Pablo Sevilla (Team Polti VisitMalta) die einzige Bergwertung des Tages und damit auch das Bergtrikot, denn tags zuvor wurden keine Punkte vergeben.

38 Kilometer vor dem Ziel war die Gruppe dann gestellt, denn das Tempo im Feld war durchaus zügig, denn die Vorbereitungen unter den Teams auf den entscheidenden Gravelsektor im Finale hatten bereits begonnen, die großen Mannschaften platzierten sich vorn.

Van der Poel attackiert, wird zurückgeholt und gewinnt trotzdem

Vor dem Finale begann es dann zu regnen. Und dann ging es in den entscheidenen Schottersektor, 7 Kilometer vor dem Ziel. Schnell löste sich van der Poel. Matteo Jorgenson (Team Visma | Lease a Bike), der zunächst noch mitgehen konnte, stürzte, weil ihm ein Zuschauer vor das Rad lief. Del Toro und Pellizarri gingen in die Verfolgung und schafften es 4 km vor dem Ziel zurück zu van der Poel. Die Lücke zwischen dem Trio und den Verfolgern ging auf eine Minute auf. Hinten stürzte dann auch Thymen Arensman (INEOS Grenadiers).

Zum Ende des Gravelsektors war der Abstand aber wieder auf rund 20 Sekunden geschrumpft. Doch den Sieg sollte das Trio dennoch unter sich ausmachen. Auf der ansteigenden mit rutschigen Steinplatten war es dann Pellizzari, der 180 Meter vor der Linie den Sprint eröffnete. Abschütteln ließen sich aber weder van der Poel noch Del Toro. Beide konnten den Italiener letztlich noch kontern, aber am Sieg von van der Poel konnte auch Del Toro nicht rütteln.

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