Andreas Kublik
· 02.03.2026
Moritz Kretschy hat als erster Deutscher die Ruanda-Rundfahrt gewonnen. Auf der achten und letzten Etappe verteidigte er auf dem Parcours der vergangenen Straßen-WM in der Hauptstadt Kigali seinen großen Vorsprung im Gesamtklassement. Nach acht Renntagen und rund 980 Kilometern Distanz lag der Radsportler vom NSN Development Team 2:08 Minuten vor Landsmann Johannes Adamietz (Team Rembe | rad-net). Nach seinem ersten Sieg bei einem Profirennen sagte der 23-jährige Kretschy, der aus dem Erzgebirge stammt: “Ich bin als Helfer für meine Teamkollegen zu diesem Rennen gekommen, und am Ende habe ich es in Gelb beendet. Ich weiß nicht, was ich sagen soll.”
Den Schlusstag konnte Kretschy einigermaßen entspannt angehen, er kam am Schluss einer größeren Verfolgergruppe ins Ziel. Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden hatte er am Ende der vierten Etappe übernommen, als er an einer Bergwertung aus einer Ausreißergruppe gemeinsam mit Mathijs de Clerq aus dem Nachwuchsteam von Soudal Quick-Step davonfuhr. Zwar verlor er den Zielsprint gegen den rund vier Jahre jüngeren Belgier, hatte am Ende des Tages aber fast zwei Minuten Vorsprung auf alle Konkurrenten im Gesamtklassement. Viel Lob bekam Kretschy von seinem Sportlichen Leiter Lahav Davidzon für seinen Auftritt bei der Rundfahrt: “Auf der 1. Etappe arbeitete er 150 Kilometer für Itamar und hatte am Ende doch noch die Kraft und den Überblick, um auf die Gesamtwertung zu fahren. Das sagt alles über seine Power, seine Rennintelligenz, seine stilles Selbstbewusstsein und seine Instinkte.” Kretschys Teamkollegen Itamar Einhorn (2) und Pau Martin holten zusätzlich drei Etappensiege für die Nachwuchsabteilung des World-Tour-Teams NSN. Bei dem Etappenrennen der UCI-Kategorie 2.1 waren Continental-Teams und Nationalmannschaften am Start, aber keine Profiteams aus der ersten Liga des Weltradsports. Für Kretschy könnte der Sieg bei der Tour du Rwanda das Sprungbrett in die erste Liga des Radsports sein.
Auch für Rembe | rad-net, die einzige deutsche Mannschaft auf der Startliste, war die Reise in die Mitte Afrikas ein Erfolg. Johannes Adamietz meinte am Ende: “Ich bin mega happy über den zweiten Platz. Den Grundstein konnten wir auf der 4. Etappe legen, als Julian Borresch und ich in der Ausreißergruppe waren. Schade nur, dass ich dort die Attacke von Moritz Kretschy verpasst habe, sonst hätte ich es vielleicht am Ende noch etwas spannender machen können”, urteilte der 27-Jährige, der anders als Kretschy bereits zwei Jahre als World-Tour-Profi fuhr. Den Erfolg von Team Rembe | rad-net komplettierten der 20-jährige Jermaine Zemke, Sohn des Ex-Profis und Sportlichen Leiters Jens Zemke, als Sieger der 5. Etappe und Routinier Miguel Heidemann als Gewinner des Bergtrikots.

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