Sebastian Lindner
· 24.03.2026
Traditionell herrscht in Katalonien Sprinter-Armut. So ist es auch in diesem Jahr. Das gibt den Endschnellen unter den Nicht-Sprintern immer wieder die Chance, sich in den Massenankünften zu beweisen. Das Finale nach 167 Kilometern in Banyoles war eine solche. Wie am ersten Tag ging es dabei bergauf, dennoch war die Zielankunft deutlich einfach zur fahren als noch am Vortag. Und so war es der 33-Jährige Cort, der sich vor dem französischen Neo-Profi Noa Isidore (Decathlon CMA CGM Team) und Francesco Busatto (Alpecin-Premier Tech) durchsetzte. Auftaktsieger Dorian Godon (INEOS Grenadiers) war auf dem letzten Kilometer zu schlecht positioniert und schaffte es so nur auf Rang vier.
Ein Kandidat für das Finale wäre noch Henri Uhlig (Alpecin-Premier Tech) gewesen. Doch der Deutsche, der durch Busatto ordentlich vertreten wurde, stürzte zehn Kilometer vor dem Ziel und musste das Rennen aufgeben.
“In Katalonien gibt es viele ähnliche Etappen wie diese, Sprints aus verkleinerten Gruppen. Das liegt mir gut, weshalb ich schon seit vielen Jahren hierherkommen wollte”, sagte Cort, der tatsächlich sein Debüt bei diesem Rennen feierte, im Siegerinterview. “Endlich bin ich hier und freue mich riesig über den Sieg. Es ist ein Ort, den ich sehr gut kenne. Als ich Profi wurde, habe ich viele Jahre hier gelebt. Ich komme immer noch gerne hierher zum Trainingslager, und ich bin an Ruhetagen schon millionenfach auf dieser Straße gefahren. Für mich ist es, als würde ich zu Hause gewinnen”, sagte er über seinen besonderen Sieg.
Allerdings hegte er selbst zwischenzeitlich Zweifel. “Es war eine schwierige Etappe. In der Abfahrt gab es viele Positionskämpfe. Das gefiel mir nicht so gut, deshalb war ich etwas weit hinten. Das Team hat weiter an mich geglaubt, und ich weiß nicht, wie sie es geschafft haben, aber Anders Skaarseth hat mich zwischen KM 3 und 1,5 vor dem Ziel von der letzten Position auf die erste gebracht.”
Cort ist nach seinem Sieg, dem 35 seiner Karriere und dem ersten seit etwas mehr als einem Jahr - 2025 gewann er Anfang März drei Etappen bei O Gran Camino, danach aber nichts weiter - nun zeitgleich mit Godon, der aber weiterhin das Trikot des Gesamtführenden tragen wird. Remco Evenepoel (Red Bull - BORA - hansgrohe) ist vier Sekunden dahinter Dritter.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Uno-X Mobility | 03:45:28 |
| 2 | Decathlon CMA CGM Team | +00:00:00 |
| 3 | Alpecin-Premier Tech | +00:00:00 |
| 4 | INEOS Grenadiers | +00:00:00 |
| 5 | Soudal Quick-Step | +00:00:00 |
| 6 | XDS Astana Team | +00:00:00 |
Fünf Ausreißer um den Bergtrikot-Träger Baptiste Veistroffer und dessen Teamkollegen Liam Slock (beide Lotto-Intermarché) machten sich gleich nach dem Start auf, um die Gruppe des Tages zu bilden. Weniger als drei Minuten ließ das Feld der Spitzengruppe maximal.
Die kurze Keine machte sich dann auch bemerkbar. Im schwersten Anstieg des Tages 30 Kilometer vor dem Ziel, der allerdings unkategorisiert blieb, teilte sich die Gruppe. Mit dem Lotto-Duo machte nur Diego Uriarte (Equipo Kern Pharma) weiter. Allerdings gab es da auch bereits nichts mehr zu holen- Veistroffer hatte die einzige Bergwertung sowie die drei Zwischensprints des Tages für sich entschieden. Damit gehört dem Franzosen neben dem Bergtrikot nun auch das des besten Punktesammlers.
15 Kilometer vor dem Ziel fiel auch Uriarte an einer kurzen Gegensteigung auf dem nun nur noch überwiegend bergab führenden Weg zurück. Kurz darauf stürzte Uhlig in einer Kurve. Er ging als einziger zu Boden, doch das Feld teilte sich dadurch in drei Teile, die erst kurz vor dem Ziel wieder zusammenfanden. Das verbliebene Ausreißer-Duo machte weiter und gewann dadurch nochmal ein paar Kilometer, reichen sollte es dennoch nicht. Veistroffer nahm vier Kilometer vor Ende die Beine hoch, Slock wurde unter dem Teufelslappen gestellt.
Eine echte Sprintvorbereitung gab es in der Folge nicht. Vielmehr waren die am Tagessieg interessierten überwiegend Einzelkämpfer ohne organisierten Zug. Cort erwies sich dabei als der Stärkste.