Sebastian Lindner
· 23.03.2026
Keine zehn Zentimeter waren es, die der 29-Jährige nach 173 Kilometern an Vorsprung auf Evenepoel über die Ziellinie rettete. Nachdem sich Godon nach dessen Antritt in Evenepoels Windschatten gehängt hatte, kam er schnell auf gleiche Höhe und am Belgier vorbei. Doch der hielt dagegen und holte sich Zentimeter für Zentimeter für Zentimeter zurück. Wäre der Weg noch etwas weiter gewesen, hätte Evenepoel das Ruder vielleicht nochmal herumreißen können. So bleibt ihm abermals der zweite Platz. Schon bei seinem bislang einzigen Auftritt bei der Katalonien-Rundfahrt 2023 wurde der amtierende Weltmeister und Olympiasieger im Zeitfahren an gleicher Stelle Zweiter, damals hinter Primoz Roglic.
Für Godon ist es bereits die sechste Teilnahme. Zum ersten Mal reicht es hier für einen Sieg. "Seit drei Jahren ist es immer das gleiche Finale. Ich kenne es inzwischen ziemlich gut”, sagte Godon im Siegerinterview und machte auch seine Streckenkenntnis mitverantwortlich für seinen Erfolg. “Wenn ich hier im Training vorbeifahre, denke ich immer an diese Etappe. Ich wusste, dass ich hier irgendwann mal gewinnen würde. Ich war zwei Mal Vierter, aber heute ist mein Tag."
Dass die Form bei Godon stimmt, bewies er zuletzt bereits bei Paris-Nizza, als er die verkürzte Königsetappe, die letztlich in einem ähnlichen Finale wie nun an der Costa Brava endete, in Isola gewann. Doch auch Evenepoel dürfte durchaus zufrieden sein, brachte ihm Rang zwei immerhin sechs Bonussekunden auf seine Konkurrenten im Kampf um den Gesamtsieg, zu denen allen voran Jonas Vingegaard (Team Visma | Lease a Bike) und Joao Almeida (UAE Team Emirates - XRG) zählen, ein.
Bester Deutscher beim Katalonien-Auftakt war Henri Uhlig (Alpecin-Premier Tech) als Achter. Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe) erreichte das Ziel mit dem Hauptfeld. Das gelang aber nicht allen potenziellen Klassementfahrern. Giulio Ciccone und Derek Gee-West (beide Lidl - Trek) mussten bereits mehr als anderthalb Minuten Rückstand hinnehmen. Noch schlimmer traf es David Gaudu (Groupama - FDJ United).
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | INEOS Grenadiers | 04:01:09 |
| 2 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +00:00:00 |
| 3 | Pinarello Q36.5 Pro Cycling Team | +00:00:00 |
| 4 | XDS Astana Team | +00:00:00 |
| 5 | Lotto Intermarché | +00:00:00 |
| 6 | Bahrain - Victorious | +00:00:00 |
Schon kurz nach dem Start bildete sich die Spitzengruppe des Tages. Baptiste Veistroffer (Lotto Intermarché) und Unai Aznar (Euskaltel - Euskadi) waren die ersten beiden, die kurz darauf durch Aznars Bruder Hugo (Equipo Kern Pharma), Tyler Stites (Modern Adventure Pro Cycling) und (Burgos Burpellet BH) Gesellschaft bekamen.
Von maximal vier Minuten Vorsprung konnte das Quintett zehren. Gut 30 Kilometer vor dem Ziel waren noch anderthalb Minuten übrig. Unterwegs zeigte sich Veistroffer unerbittlich und sicherte sich sowohl alle Zwischensprints und die Bergwertungen, wodurch er morgen auch auf im Bergtrikot an den Start gehen wird. Auf den achterbahnartigen Wellen kurz vor dem Ziel zerlegte sich die Gruppe dann, Burnett wurde als Letzter Ausreißer elf Kilometer vor dem Ziel gestellt.
Was folgte, war die Abfahrt ins Ziel, auf der UAE das Tempo kontrollierte. Auch ein weitgehend isolierter Vingegaard zeigte sich zwischenzeitlich ganz vorne. Gut positioniert war ebenfalls Evenepoel, der daraus dann auf die Zielgerade kommend seinen Sprint forcierte. War Pidcock schon an der 500-Meter-Marke und damit deutlich zu früh im Wind, wartete Evenepoel etwas länger. Für seinen siebenten Saisonsieg reichte es dennoch nicht.