Sebastian Lindner
· 07.04.2026
Der frühe Angriff, den das 19 Jahre alte Supertalent lancierte, barg dabei ein ziemliches Risiko. Zudem attackierte Seixas ohne Not, denn unter Zugzwang war eigentlich seine Konkurrenz. Bis zum Gipfel des San Miguel de Aralar waren es noch mehr als sechs Kilometer gewesen. Doch gleich sein erster Vorstoß saß - keiner konnte die Lücke schließen.
Im Ziel hatte Seixas 1:25 Minuten Vorsprung auf Mattias Skjelmose (Lidl - Trek), der sich im Sprint um Platz zwei gegen Primoz Roglic (Red Bull - BORA - hansgrohe) durchsetzen konnte. Auch dessen Teamkollege Florian Lipowitz kam mit dieser Gruppe ins Ziel - anders als Isaac del Toro (UAE Team Emirates - XRG) und Juan Ayuso (Lidl - Trek). Vor allem der Spanier kassierte erneut viel Zeit und muss sich damit wohl vom Gedanken um das Gesamtpodium verabschieden. Genau wie Kevin Vauquelin (INEOS Grenadiers). Der französische Auftaktzweite im Zeitfahren stürzte unterwegs und kassierte ebenfalls viel Zeit. In jenen Crash war auch Marco Brenner (Tudor Pro Cycling Team) verwickelt. Der Deutsche musste das Rennen aufgeben.
Besser lief es für Lipowitz. Der hatte am Aralar hinter Seixas die besten Beine, sah sich aber immer wieder taktischen Zwängen ausgesetzt und führte in Gruppen nicht mit, damit Roglic die Chance bekam, die Lücke zu schließen. Was kurz vor dem Schluss auch noch gelang. Der Slowene ist dadurch neuer Zweiter hinter Seixas in der Gesamtwertung, allerdings schon 1:59 Minuten hinter dem Sieger. Neun Sekunden dahinter ist Lipowitz neuer Dritter.
Trotz seines großen Vorsprungs sagte Seixas: “Die Gesamtwertung ist nicht entschieden. Das ist sie nie vor dem letzten Tag. Aber ich weiß jetzt, dass ich das Level habe, um hier zu gewinnen.” Über seinen Ritt zum zweiten Sieg auf der 2. Etappe im Baskenland sagte er: “Es war vielleicht etwas optimistisch, so früh zu attackieren .Aber ich habe es einfach gespürt. Nach zwei, drei Minuten habe ich diese Entscheidung vielleicht etwas bereut, aber ich hatte keine Wahl, ich musste weiter Gas geben bis ins Ziel.”
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Decathlon CMA CGM Team | 04:11:48 |
| 2 | Lidl - Trek | +000:01:25 |
| 3 | Red Bull - BORA - hansgrohe | +000:01:25 |
| 4 | Movistar Team | +000:01:25 |
| 5 | Team Visma | Lease a Bike | +000:01:25 |
| 6 | EF Education - EasyPost | +000:01:25 |
Leichte Etappen gibt es im Baskenland nicht und das zeigte auch gleich wieder direkt nach dem Start, Schon nach sechs KIlometern ging es in den ersten schweren Anstieg. Ein Quartett um Kletterer Frank van den Broek (Team Picnic PostNL) und Ethan Hayter (Soudal Quick-Step) machte sich dort auf den Weg. Eine Konterattacke um Bruno Armirail (Team Visma | Lease a Bike) und Raul Garcia Pierna (Movistar Team) konnte ebenfalls noch den Anschluss schaffen. Zu sechst fuhr sich die Gruppe bis zu zweieinhalb Minuten Vorsprung heraus, bis Rennhälfte waren davon noch etwa zwei geblieben.
Bis zum Fuße des San Miguel Aralar, dem längsten Anstieg der Rundfahrt, war eine weitere Minute weg. Dabei trat das nachführende Decathlon-Team zwischenzeitlich schon ziemlich auf die Bremse, um die Ausreißer nicht zu früh zurückzuholen. Im Anstieg flog die Spitzengruppe auseinander.
Im Feld dahinter machte Seixas Nägel mit Köpfen und ging sechseinhalb Kilometer vor dem Gipfel selbst in die Offensive. Schnell hatte er die Ausreißer ein- und überholt. Derweil war es Lipowitz, der am ehesten die Beine hatte, um dem Franzosen zu folgen. Doch von hinten fuhren del Toro, Roglic, Cian Uijtdebroeks (Movistar Team) und Ion Izagirre (Cofidis) wieder zum Deutschen. Aufgrund bestehender Uneinigkeiten rollten von hinten weitere Profis wieder ran.
Zwei Kilometer vor dem Gipfel räumte del Toro mit einer Attacke nochmal in der Gruppe auf. Doch oben fehlte der Mexikaner dann in der ersten Verfolgergruppe. Mit 50 Sekunden Rückstand gingen Lipowitz, Mattias Skjelmose (Lidl - Trek), Uijtdebroeks, Izagirre und Alex Baudin (EF Education EasyPost) in die Abfahrt.
Dort konnte sich Seixas mit einer wagemutigen Linie weitere Sekunden herausfahren. Die Gruppe hinter ihm arbeitete aber nicht hundertprozentig zusammen, sodass die zweite Verfolgergruppe kurz vor dem Ziel nochmal aufschließen konnte. So kam unter anderem Roglic zurück. Del Toro hingegen gelang das nicht.
Seixas jedoch war das egal. Er fuhr im Schlussanstieg einem ungefährdeten Sieg entgegen. Hinter ihm sprinteten Skjelmose und Roglic aufs Tagespodium.