Baskenland-RundfahrtAusreißer Laurance gewinnt mit Krämpfen im Zwölf-Prozent-Finale

Sebastian Lindner

 · 08.04.2026

Baskenland-Rundfahrt: Ausreißer Laurance gewinnt mit Krämpfen im Zwölf-Prozent-FinaleFoto: Getty Images / Tim de Waele
Axel Laurance gewinnt die 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt 2026.
Axel Laurance (INEOS Grenadiers) hat die 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt gewonnen. Der Franzose siegte aus einer Ausreißergruppe heraus, die knapp 100 Kilometer vor dem Hauptfeld unterwegs war.

Die Ausreißer hatten sich erst spät formiert und erst bei Halbzeit der 153 Kilometer langen Etappe von und nach Basauri eine 16-köpfige Gruppe gebildet. Hinten bei den Klassementfahrern wurde die Nachführarbeit relativ früh eingestellt, sodass ein Durchkommen der Gruppe schnell wahrscheinlich war. Etwa 30 Kilometer vor dem Ziel setzte sich Laurance dann gemeinsam mit dem Spanier Igor Arrieta (UAE Team Emirates - XRG) von den restlichen Begleitern ab. Auch hier war schnell klar, dass der Sieger dem Duo angehören würde.

Auf der bis zu zwölf Prozent steilen Zielgerade zeigte der favorisierte Laurance seinem Rivalen dann schnell dessen Grenzen auf. Der 24-Jährige feierte seinen vierten Saisonsieg, nachdem er bereits eine Etappe der Tour de la Provence und zwei bei Coppi e Bartali für sich entschieden hatte. “Als Arrieta am Ende attackierte, hatte ich sofort Krämpfe”, sagte Laurance im Siegerinterview. “Aber es war dann alles mental gesteuert. Als ich die Ziellinie gesehen habe, habe ich mich in einen anderen verwandelt. Ich wusste, es sind nur wenige Sekunden Leiden für eine große Freude.”

In der Gesamtwertung blieb derweil alles beim Alten - abgesehen davon, dass Isaac del Toro (UAE Team Emirates - XRG) nach einem Sturz das Rennen aufgeben musste. Der Mexikaner war Achter gewesen. Ganz oben thront weiterhin Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) mit zwei Minuten vor Primoz Roglic und Florian Lipowitz (beide Red Bull - BORA - hansgrohe), die sich im Finale genau wie der Seixas und der Rest der Top 10 schadlos hielten.

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Baskenland-Rundfahrt 2026 - Ergebnisse der 3. Etappe



So lief die 3. Etappe der Baskenland-RUndfahrt 2026:

Das Profil der 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt 2026Foto: Foto: Organizaciones Ciclistas EuskadiDas Profil der 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt 2026

Die halbe Etappe lang tobte der Kampf um die Ausreißergruppe. Immer wieder versuchten Profis über das wellige Profil der ersten 75 Kilometer, sich vom Feld abzusetzen. Nachhaltig war das aber nie. Dafür benötigte es den schwierigsten Anstieg des Tages nach Barrerilla (2. Kategorie). Dort setzte sich dann aber ein richtig großer Pulk ab, in dem auch einige namhafte Fahrer dabei waren. Zu den 16 Mann in der Spitzengruppe gehörten unter anderem Laurance, Tobias Halland Johannessen (Uno-X Mobility), Ilan Van Wilder (Soudal Quick-Step), Guillaume Martin (Groupama - FDJ United) und auch Lorenzo Fortunato (XDS Astana Team).

Bis zu zwei Minuten erarbeitete sich die Gruppe, die gut harmonierte und durchaus Chancen auf den Etappensieg hatte, nachdem in Cofidis sich als treibende Kraft in der Nachführarbeit - mit Alex Aranburu und Ion Izagirre waren zwei Fahrer im Team, die sich im Tagesergebnis etwas ausrechneten - verabschiedet hatte.

Im zweiten Anstieg der 2. Kategorie 30 Kilometer vor dem Ziel attackierte sich die Gruppe und halbierte sich dabei. Kuz darauf an der 3. Kategorie lösten sich dann Laurance und Arrieta. Auf die letzten zehn Kilometer, auf denen es nur noch zwei, drei giftige Anstiege inklusive der bis zu zwölf Prozent steilen Zielgerade gab, nahm das Spitzenduo mehr als eine Minute auf die ersten Verfolger mit. Das Hauptfeld hatte den Kampf um den Tagessieg aufgegeben und drei Minuten Rückstand.

Im Finale pokerten Laurance und Arrieta lange, sodass die Verfolger nochmal auf Sichtweite herankamen. In den Kampf um den Tagessieg konnten sie aber nicht mehr eingreifen. Laurance spielte seine überlegene Sprinstärke aus und sicherte sich die Etappe souverän, Tesfatsion gewann dann den Kampf der Verfolger. Noch weiter hinten ließ Lipowitz im steilen Finale nichts anbrennen, auch Roglic kam zeitgleich mit Seixas ins Ziel.

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