Sebastian Lindner
· 09.04.2026
Zunächst sah es so aus, als würden Aranburu und Johannessen den Tagessieg klar unter sich ausmachen. Doch im schweren Finale der 167 Kilometer langen Etappe rund um Galdakao pokerte das Duo so lange, dass nicht nur die ersten Verfolger um Scaroni - ebenfalls Ausreißer - wieder herankamen, sondern auch der Gesamtführende Paul Seixas (Decathlon CMA CGM), der erneut eine rasante Abfahrt hinlegte und bis auf Ion Izagirre (Cofidis) alle Klassementfahrer abschütteln konnte.
Jener Izagirre zog für einen Moment sogar noch an den Spitzenreitern vorbei, zollte auf den letzten 200 Metern dann aber doch seinen Tribut. Und so war es am Ende doch Aranburu, der im Bergaufsprint Johannessen und Scaroni auf Distanz halten konnte. Izagirre konnte sich aber dennoch freuen - nicht nur wegen des Sieges seines baskischen Landsmannes und Teamkollegen. Denn in der Gesamtwertung hat er den Rückstand auf Rang drei fast wettgemacht, liegt nur noch eine Sekunde hinter Florian Lipowitz (Red Bull - BORA - hansgrohe), der seinerseits nun 2:28 Minuten Rückstand auf Seixas hat. Auch Lipowitz Teamkollege und Kapitän Primoz Roglic kam wie ein Großteil der Top 10 34 Sekunden hinter Aranburu ins Ziel. Nicht mehr im Rennen ist mit Emanuel Buchmann, der auf einen Start verzichtete, ein weiterer Cofidis-Profi. Und auch Juan Ayuso (Lidl - Trek) ist raus. Der Spanier hat aufgrund von Magen-Darm-Problemen aufgegeben.
Für Aranburu ist er der zehnte Sieg seiner Karriere. Den bis dato letzten hatte er genau vor einem Jahr eingefahren - damals war es die 3. Etappe der Baskenland-Rundfahrt. “Alle meine Siege im Baskenland sind etwas ganz Besonderes”, sagte er. Insgesamt sind es bereits drei. “Gestern war ich traurig und frustriert über mich selbst, heute bin ich überglücklich.” Schon am Vortag hatte Aranburu in einem ähnlichen Finale zu den Favoriten gezählt, aber den Sprung in Spitzengruppe verpasst.
| RG | Fahrer | Zeit |
|---|---|---|
| 1 | Cofidis | 03:55:15 |
| 2 | Uno-X Mobility | +000:00:04 |
| 3 | XDS Astana Team | +000:00:06 |
| 4 | Cofidis | +000:00:07 |
| 5 | Groupama - FDJ United | +000:00:13 |
| 6 | Bahrain - Victorious | +000:00:14 |
Ein wildes erstes Renndrittel, das an den Vortag erinnerte, prägte auch den Start der 4. Etappe. Eine Attacke jagte die nächste, ohne zunächst Erfolg zu versprechen. Nach rund 60 Kilometern machte sich dann Brandon McNulty (UAE - Emirates - XRG) auf den Weg. Hinter dem US-Amerikaner bildete sich eine Gruppe mit mehr als 30 Fahrern, die unter der Decathlon-Führung im Feld fahrengelassen wurde.
Die Mega-Gruppe um Ben Healy (EF Education – EasyPost), Quinn Simmons (Lidl – Trek), die Johannessen-Brüder Tobias und Anders sowie Magnus Cort (alle Uno-X Mobility), Aranburu und Marc Soler (UAE Team Emirates – XRG) fuhr sich maximal bis zu drei Minuten auf das Feld heraus, McNulty hatte im besten Fall etwas mehr als zwei Minuten auf die Gruppe.
Sein langes Solo endete 35 Kilometer vor dem Ziel kurz vor dem vorletzten Berg. Dort sortierte Uno-X die Gruppe aus. Hinten im Feld übernahm Visma | Lease a Bike das Tempo und reduzierte den Abstand nach vorne auf anderthalb Minuten. Während Richtung Gipfel immer wieder Lipowitz das Tempo verschärfte, waren es in der Spitze Soler und Tobias Johannessen, die dafür sorgten, dass nur noch zehn Fahrer gemeinsam über die Kuppe fuhren.
Nach einigen Scharmützeln war es dann Anders Johannessen, der zwölf Kilometer vor dem Ziel mit 20 Sekunden Vorsprung auf die Gruppe in den Schlussanstieg ging. Die reichten ihm aber nicht. Aranburu und sein Bruder kamen oben als Erste an und nahmen die letzten neun Kilometer in Angriff. Die 20 Sekunden reichten aber nur bis zum Fuß der ansteigenden Zielgerade, weil das Duo pokerte und mitunter Schlangenlinien fuhr.
Nicht nur die ersten Verfolger um Scaroni kamen so wieder heran, sondern auch Seixas, der es in der Abfahrt einmal mehr richtig krachenließ. In seinem Schlepptau hing Izagirre, der auf den letzten 300 Metern zunächst noch an allen anderen vorbeiflog. Doch die Verfolgung war kräftzehrend, die die letzten Meter extrem steil. Und so behauptete sich am Ende doch noch Aranburu.