Vorschau Mailand-San Remo 2026Strecke, Favoriten, TV-Übertragung & Live-Stream

Andreas Kublik

 · 03.03.2026

Vorschau Mailand-San Remo 2026: Strecke, Favoriten, TV-Übertragung & Live-StreamFoto: Getty Images / Tommaso Berardi
Sektdusche nach dem Radsport-Feuerwerk: Im Vorjahr lieferten sich Filippo Ganna, Mathieu van der Poel und Tadej Pogacar ein packendes Rennen bei Mailand-San REmo
Mailand-San Remo ist auch 2026 mit fast 300 Kilometern Distanz das längste Rennen der Saison. Bei der 117. Austragung müssen die Fahrer eine Distanz von 298 Kilometern bewältigen - neun Kilometer mehr als im Vorjahr. Die Fahrt in den Frühling wird diesmal am Samstag, 21. März, ausgetragen. Alles Wissenswerte um das erste Radsport-Monument des Jahres

​Der wahre Auftakt der Klassikersaison, das erste der fünf sogenannten Monumente. In Italien nennen sie das Rennen La Classicissima, also den „Superklassiker“ oder „La Primavera“, die Fahrt in den Frühling aus der oft noch nebligen Po-Ebene ans Mittelmeer. Bei den Männern mit fast 300 Kilometern Distanz das längste Rennen der Saison. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Strecke mit 298 Kilometern rund neun Kilometer länger als im Vorjahr Bei den Frauen gab es erst im vergangenen Jahr nach langer Pause wieder ein Rennen.

Mailand-San Remo 2026 - das Wichtigste in Kürze

Mailand-San Remo 2026: Die Strecke

Fahrt in den Frühling, la Primavera, nennt sich das Rennen, das in jeder Saison den Auftakt der großen Frühjahrsklassiker bildet. Der Parcours ist normalerweise nicht für große Streckenänderungen bekannt - auch in diesem Jahr ist das so. Der Start erfolgt nicht in Mailand, sondern wie schon in den Vorjahren im etwa 40 Kilometer südlich gelegenen Pavia.

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Das Höhenprofil von Mailand-San Remo 2026Foto: RCSDas Höhenprofil von Mailand-San Remo 2026

Die Stadt mit ihren 70.000 Einwohnern befindet sich am Fluss Ticino, kurz bevor dieser in den Po mündet. Pavia kann auf eine gewisse Radsporttradition blicken, da hier mehrfach Etappen des Giro d’Italia endeten. Auch das Rennen Mailand-San Remo führte regelmäßig durch diesen Ort auf dem Weg von Mailand in die Po-Ebene.

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Mailand-San Remo 2026: Turchino-Pass höchster Punkt

Die Karte der Strecke 2026Foto: RCSDie Karte der Strecke 2026

Die Route führt über Casteggio, Tortona und Ovada zum Passo del Turchino, der abgesehen von der Corona-bedingten Ausnahme im Jahr 2020 zumindest planmäßig immer Teil des Rennens war - 2013 verhinderte allerdings Schneefall die Überquerung, sodass die Fahrer mit Bussen über den Berg transportiert wurden und danach das Rennen fortsetzten. In diesem Jahr wird der höchste Punkt des Rennens nach 148 Kilometern erreicht - ziemlich genau auf der Hälfte der Strecke. Die zusätzlichen Kilometer werden weitgehend flach auf einer kleinen Schleife nördlich von Tortona absolviert.

2013 wurde Mailand-San Remo um rund 50 Kilometer verkürzt, weil Schnee und Eis die Überquerung des Passo del Turchino unmöglich machten. Busse standen in Ovada bereit, sammelten die Fahrer ein und entließen sie in Varazze an der ligurischen Küste, wo das Rennen wieder aufgenommen wurde. Am Ende siegte Gerald Ciolek.Foto: picture alliance / Augenklick/Roth2013 wurde Mailand-San Remo um rund 50 Kilometer verkürzt, weil Schnee und Eis die Überquerung des Passo del Turchino unmöglich machten. Busse standen in Ovada bereit, sammelten die Fahrer ein und entließen sie in Varazze an der ligurischen Küste, wo das Rennen wieder aufgenommen wurde. Am Ende siegte Gerald Ciolek.

Im Anschluss bleibt die Streckenführung unverändert. Westlich von Genua erreichen die Fahrer die ligurische Küste, der sie bis nach San Remo folgen. Die Strecke ist größtenteils flach, jedoch nicht durchgehend. Neben dem Passo del Turchino sorgen ab Kilometer 246 die drei Capi Mele, Cervo und Berta in schneller Abfolge für eine Unterbrechung des flachen Profils.

Cipressa und Poggio im Finale

Die beiden Anstiege Cipressa und Poggio im Finale von Mailand-San RemoFoto: RCSDie beiden Anstiege Cipressa und Poggio im Finale von Mailand-San Remo

Nach 27,3 Kilometer vor dem Ziel erreichen die Fahrer in San Lorenzo a Mare den Fuß der Cipressa, etwa 16 Kilometer später folgt der Poggio. Von dort sind es weniger als sechs Kilometer bis zur Via Roma in San Remo, wo das Rennen traditionell endet. Insgesamt haben die Fahrer dann 298 Kilometer zurückgelegt.

​Der Hotspot für Fans

Fluchtpunkt: Die Einfahrt in die Abfahrt vom Poggio gibt oft einen Hinweis, wer noch im Rennen um den Sieg dabei ist - hier im Bild Julian AlaphilippeFoto: Getty Images Fabio FerrariFluchtpunkt: Die Einfahrt in die Abfahrt vom Poggio gibt oft einen Hinweis, wer noch im Rennen um den Sieg dabei ist - hier im Bild Julian Alaphilippe

Die Auffahrt zum letzten Anstieg Poggio darf als Fixpunkt der Rennstrecke gelten. Die Piazza della Libertà in Poggio di Sanremo, von der sich die Rennfahrer nach dem letzten Anstieg in die Schussfahrt Richtung Ziel stürzen, ist ein Treffpunkt für Fans. Die berühmte Telefonzelle an der Kreuzung gibt es nicht mehr - aber ein Café als Einkehrmöglichkeit



Die Starter: 25 Teams

Wird Tadej Pogačar diesmal die Konkurrenz am Poggio los?Foto: Getty Images/Tim de WaeleWird Tadej Pogačar diesmal die Konkurrenz am Poggio los?

25 Mannschaften sollen ins Rennen gehen. Automatisch qualifiziert waren bereits die 18 World-Tour-Teams und die drei besten Pro-Teams. Dazu gab es vier Wildcards. Die Teams im Überblick:

18 World-Teams

  • ​ALPECIN-PREMIER TECH
  • BAHRAIN VICTORIOUS
  • DECATHLON CMA CGM TEAM
  • EF EDUCATION – EASYPOST
  • GROUPAMA-FDJ UNITED
  • INEOS GRENADIERS
  • LIDL-TREK
  • LOTTO INTERMARCHÉ
  • MOVISTAR TEAM
  • NSN CYCLING TEAM
  • RED BULL – BORA – HANSGROHE
  • SOUDAL QUICK-STEP
  • TEAM JAYCO ALULA
  • TEAM PICNIC POSTNL
  • TEAM VISMA | LEASE A BIKE
  • UAE TEAM EMIRATES XRG
  • UNO-X MOBILITY
  • XDS ASTANA TEAM

Die 3 besten Pro-Teams laut Weltrangliste 2025

  • COFIDIS
  • PINARELLO-Q36.5 PRO CYCLING TEAM
  • TUDOR PRO CYCLING TEAM

4 Wildcards

  • BARDIANI CSF 7 SABER
  • TEAM NOVO NORDISK
  • TEAM POLTI VISITMALTA
  • UNIBET ROSE ROCKETS

Die Favoriten: Pogacar, van der Poel - und wer noch?

Kaum ein großer Klassiker ist so unberechenbar wie Mailand-San Remo. Dementsprechend groß ist auch der Favoritenkreis. Natürlich ist Tadej Pogačar (UAE Team Emirates - XRG) der Fahrer, auf den am alle Augen gerichtet sind. Wie der Slowene das Rennen gewinnen kann, haben wir hier bereits ausführlich beleuchtet. Sein größter Gegenspieler könnte wie im Vorjahr Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) sein, den er in den letzten Jahren immer wieder vergeblich versuchte zu distanzieren. Oder gibt es doch einen Massensprint mit neuen Gesichtern wie dem Briten Matthew Brennan (Team Visma-Lease a bike)?



TV-Übertragung & Live-Stream

In Deutschland wird Mailand-San Remo auf den Kanälen von Eurosport beziehungsweise Discovery+/HBO+ gezeigt. Die Internet-Livestreams und der lineare TV-Kanal Eurosport 2 sind kostenpflichtig.

TV

21.03.2026 10:00 Uhr Männer EUROSPORT 2 GERMANY

21.03.2026 12:30 Uhr Frauen* EUROSPORT 2 GERMANY

21.03.2026 14:30 Uhr Männer EUROSPORT 2 GERMANY

​* Das Männerrennen kann in dieser Zeit bei HBO Max und discovery+ (Internet-Livestream) weiterverfolgt werden

Livestream

​Das Rennen ist in voller Länge bei HBO Max und discovery+ zu sehen

Details unter www.eurosport.de bzw. https://play.discoveryplus.com/

Alle Sieger von Mailand-San Remo seit 1907

Fausto Coppi beim Zieleinlauf 1949 in San RemoFoto: Getty Images/Keystone-France/Gamma-RaphoFausto Coppi beim Zieleinlauf 1949 in San Remo
  • 1907 Lucien Petit-Breton (Frankreich)
  • 1908 Cyrille van Hauwaert (Belgien)
  • 1909 Luigi Ganna (Italien)
  • 1910 Eugene Christophe (Frankreich)
  • 1911 Gustave Garrigou (Frankreich)
  • 1912 Henri Pelissier (Frankreich)
  • 1913 Odile Defraye (Belgien)
  • 1914 Ugo Agsotini (Italien)
  • 1915 Ezio Corlaita (Italien)
  • 1917 Gaetano Belloni (Italien)
  • 1918 Costante Girardengo (Italien)
  • 1919 Angelo Cremo (Italien)
  • 1920 Gaetano Belloni (Italien)
  • 1921 Costante Girardengo (Italien)
  • 1922 Giovanni Brunero (Italien)
  • 1923 Costante Girardengo (Italien)
  • 1924 Pietro Linari (Italien)
  • 1925 Costante Girardengo (Italien)
  • 1926 Costante Girardengo (Italien)
  • 1927 Pietro Chiesi (Italien)
  • 1928 Costante Girardengo (Italien)
  • 1929 Alfredo Binda (Italien)
  • 1930 Michele Mara (Italien)
  • 1931 Alfredo Binda (Italien)
  • 1932 Alfredo Bovet (Italien)
  • 1933 Learco Guerra (Italien)
  • 1934 Joseph Demuysere (Belgien)
  • 1935 Giuseppe Olmo (Italien)
  • 1936 Angelo Varetto (Italien)
  • 1937 Cesare Del Cancia (Italien)
  • 1938 Giuseppe Olmo (Italien)
  • 1939 Gino Bartali (Italien)
  • 1940 Gino Bartali (Italien)
  • 1941 Pierino Favalli (Italien)
  • 1942 Adolfo Leoni (Italien)
  • 1943 Cino Cinelli (Italien)
  • 1946 Fausto Coppi (Italien)
  • 1947 Gino Bartali (Italien)
  • 1948 Fausto Coppi (Italien)
  • 1949 Fausto Coppi (Italien)
  • 1950 Gino Bartali (Italien)
  • 1951 Louison Bobet (Frankreich)
  • 1952 Loretto Petrucci (Italien)
  • 1953 Loretto Petrucci (Italien)
  • 1954 Rik van Steenbergen (Belgien)
  • 1955 Germain Derycke (Belgien)
  • 1956 Alfred De Bruyne (Belgien)
  • 1957 Miguel Poblet (Spanien)
  • 1958 Rik van Looy (Belgien)
  • 1959 Miguel Poblet (Spanien)
  • 1960 Rene Privat (Frankreich)
  • 1961 Raymond Poulidor (Frankreich)
  • 1962 Emile Daems (Belgien)
  • 1963 Joseph Groussard (Frankreich)
  • 1964 Tom Simpson (Großbritannien)
  • 1965 Arie den Hartog (Niederlande)
  • 1966 Eddy Merckx (Belgien)
  • 1967 Eddy Merckx (Belgien)
  • 1968 Rudi Altig (Deutschland)
  • 1969 Eddy Merckx (Belgien)
  • 1970 Michele Dancelli (Italien)
  • 1971 Eddy Merckx (Belgien)
  • 1972 Eddy Merckx (Belgien)
  • 1973 Roger De Vlaeminck (Belgien)
  • 1974 Felice Gimondi (Italien)
  • 1975 Eddy Merckx (Belgien)
  • 1976 Eddy Merckx (Belgien)
  • 1977 Jan Raas (Niederlande)
  • 1978 Roger De Vlaeminck (Belgien)
  • 1979 Roger De Vlaeminck (Belgien)
  • 1980 Piermattia Gavazzi (Italien)
  • 1981 Alfons De Wolf (Belgien)
  • 1982 Marc Gomez (Frankreich)
  • 1983 Giuseppe Saronni (Italien)
  • 1984 Francesco Moser (Italien)
  • 1985 Hennie Kuiper (Niederlande)
  • 1986 Sean Kelly (Irland)
  • 1987 Erich Mächler (Schweiz)
  • 1988 Laurent Fignon (Frankreich)
  • 1989 Laurent Fignon (Frankreich)
  • 1990 Gianni Bugno (Italien)
  • 1991 Claudio Chiappucci (Italien)
  • 1992 Sean Kelly (Irland)
  • 1993 Maurizio Fondriest (Italien)
  • 1994 Giorgio Furlan (Italien)
  • 1995 Laurent Jalabert (Frankreich)
  • 1996 Gabriele Colombo (Italien)
  • 1997 Erik Zabel (Deutschland)
  • 1998 Erik Zabel (Deutschland)
  • 1999 Andrei Tchmil (Belgien)
  • 2000 Erik Zabel (Deutschland)
  • 2001 Erik Zabel (Deutschland)
  • 2002 Mario Cipollini (Italien)
  • 2003 Paolo Bettini (Italien)
  • 2004 Oscar Freire (Spanien)
  • 2005 Alessandro Petacchi (Italien)
  • 2006 Filippo Pozzato (Italien)
  • 2007 Oscar Freire (Spanien)
  • 2008 Fabian Cancellara (Schweiz)
  • 2009 Mark Cavendish (Großbritannien)
  • 2010 Oscar Freire (Spanien)
  • 2011 Matthew Goss (Australien)
  • 2012 Simon Gerrans (Australien)
  • 2013 Gerald Ciolek (Deutschland)
  • 2014 Alexander Kristoff (Norwegen)
  • 2015 John Degenkolb (Deutschland)
  • 2016 Arnaud Demare (Frankreich)
  • 2017 Michal Kwiatkowski (Polen)
  • 2018 Vincenzo Nibali (Italien)
  • 2019 Julian Alaphilippe (Frankreich)
  • 2020 Wout van Aert (Belgien)
  • 2021 Jasper Stuyven (Belgien)
  • 2022 Matej Mohoric (Slowenien)
  • 2023 Mathieu van der Poel (Niederlande)
  • 2024 Jasper Philipsen (Belgien)
  • 2025 Mathieu van der Poel (Niederlande)

Andreas Kublik ist seit einem Vierteljahrhundert als Profisport-Experte für TOUR an den Rennstrecken der Welt unterwegs – vom Ironman in Hawaii, über unzählige Weltmeisterschaften von Australien bis Katar und festem Dienstreise-Ziel Tour de France. Selbst begeisterter aktiver Radsportler mit Hang zum Leiden – egal, ob bei Mountainbike-Marathons, Ötztaler oder einem schmerzhaften Selbsterfahrungstrip auf dem Pavé von Paris-Roubaix.

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