Matthias Borchers
· 18.02.2026
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Es gibt Anlässe, da muss das geliebte Rennrad oder Gravelbike eine Reise antreten. Beispielsweise, weil ein Radmarathon oder Wettkampf fern der Heimat geplant ist, den man natürlich mit dem eigenen und bis in jede Carbonfaser des Rahmens vertrauten Boliden bestreiten will. In diesem Fall kommt Fremdfahren nicht in die Tüte. Damit die wertvolle Fracht gut behütet und unbeschadet am Zielort ankommt, ist sorgfältiges Planen und Verpacken ein Muss. Zur Planung gehört beispielsweise, sich beim Fluganbieter zu informieren, wie der Renner zu verpacken ist, welche Maße und Gewichte nicht überschritten werden dürfen, was in den Radkoffer oder -karton hineindarf und wann die Fracht am Flughafen zu sein hat.
Sich samt Gepäck und Radkoffer am Abflugtag unangemeldet in die Schlange am Check-in zu stellen, ist keine gute Idee, denn auch das größte Flugzeug hat nur begrenzt Platz im Ladebauch – und der will vor dem Abheben mit einigen Tagen Vorlauf geplant sein. Wem das zu viel Aufwand ist und wer sich unwohl fühlt bei dem Gedanken, dass das wertvolle Rennrad grob gestapelt unter Bergen von Koffern im Laderaum mitfliegen muss, bevorzugt ein Mietrad. Reiseveranstalter oder Trainingscampanbieter unterhalten gut sortierte Fuhrparks mit Rädern in allen Größen und zu Preisen, die den Vergleich zum Eigentransport nicht scheuen müssen.
Damit der Renner in Radkoffer oder -karton sicher verreist, müssen empfindliche oder überstehende Teile demontiert oder mit geeignetem Polstermaterial geschützt werden.
Radkoffer und -taschen gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Mal müssen Lenker, Gabel und Laufräder abgebaut werden, bei anderen Modellen kann das Cockpit montiert bleiben. Aber Achtung! Ausgestellte Gravellenker können zu breit sein für die Tasche, dann muss der Lenker doch ab. Auch gibt es Radtaschen, die speziell für Zeitfahrräder vorgesehen sind.
Spezielle Fahrradkartons gibt es zu kaufen. Man kann auch beim Fahrradladen des Vertrauens anfragen, ob sie einen Karton aufheben können. Zu beachten ist hier zweierlei: Erstens die Größe und zweitens ausreichend zusätzliches Verpackungsmaterial, um das Rad zu schützen. Airlines geben für Größe und Gewicht des Gepäckstücks unterschiedliche Höchstmaße vor, die Lufthansa etwa 32 Kilogramm und 280 Zentimeter Umfang (Länge + Höhe + Breite); der Karton oben (177 x 57 x 101 Zentimeter) müsste also am Boden bleiben. Bei Versandhandelskartons schwankt das Gurtmaß je nach Anbieter um die 300 Zentimeter.
Wenn Urlaub oder Trainingslager schon nicht auf dem eigenen Renner stattfinden, dann muss wenigsten die Position stimmen. Wir zeigen, auf welche Maße es dabei ankommt und welche Teile noch in den Koffer gehören.
Auch wenn das eigene Rad nicht mit in den Urlaub oder in das Trainingslager reisen darf oder kann, ein paar Geometriedaten und bewährte Zubehörteile helfen beim schnellen Eingewöhnen auf dem fremden Renner und gehören deshalb unbedingt ins Reisegepäck. Nummer eins: die Pedale plus Radschuhe. Die Pedale lassen sich leicht demontieren und montieren und sind die Basis, um die gewohnte Kontaktfläche für die Füße herzustellen. Nummer zwei: der Sattel. Auf dem Leihrad wird der Lieblingssattel nicht montiert sein, weshalb dieser ebenfalls auf die Packliste gehört. Anders als bei den Pedalen, deren Gewinde an jede Kurbel passen, sollte man sicherheitshalber beim jeweiligen Serviceteam Infos zur montierten Sattelstütze am gebuchten Leihrad erfragen, damit das Sattelgestell auch sicher passt.
Was die Geometriedaten und die möglichst exakte Übertragung der eigenen Sitzposition betrifft, empfehlen wir als Basis die drei Maße von Oberrohr- und Steuerrohrlänge, Reach und Stack. Stimmen diese Maße mit denen des potenziellen Leihrads überein, lässt sich auch die Sitzhöhe anpassen. Bei Anbietern wie dem Marktführer Huerzeler, der Cube-Rennräder im Fuhrpark hat, helfen der Blick in die nach Modell sortierten, online einsehbaren Geometrietabellen des Herstellers und ein Abgleich damit. Kleinteile, wie beispielsweise eine mit Werkzeug, Flick-Set und Notgroschen bestückte Satteltasche mit Riemenbefestigung, die an jeden Sattel passt können unterwegs sehr nützlich werden. Ebenfalls ein kleines Licht-Set, bestehend aus Akku-Scheinwerfer plus Rücklicht, ist immer eine gute Idee, denn Tunnel lauern überall – und auch auf Mallorca geht die Sonne mal unter.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Mietrad exakt dem eigenen Rad entspricht, ist zwar gering, aber dafür bietet sich die Gelegenheit, auch mal ein anderes Fabrikat oder einen ganz anderen Radtyp auszuprobieren.
Die Mieträder von Trainingslageranbieter Philipps Bike Team stammen von der bulgarischen Radmarke Drag; die ist in Deutschland ziemlich unbekannt, Händler des Herstellers aus Sofia finden sich eher in Österreich. Die exotisch anmutende Marke bietet aber soliden Rennrad-Mainstream auf der Höhe der Zeit mit Scheibenbremsen und Elektroschaltungen. Insgesamt finden sich für die Saison 2024 sieben verschiedene Rennradmodelle im Sortiment zum Preis von 120 bis 230 Euro pro Woche. Als Service zum Preis von 20 Euro bietet Philipps Bike Team seinen Gästen einen individuellen Service an.
Wer seine Geometriedaten rechtzeitig vor dem Trainingslagerstart per Onlineformular ans Serviceteam schickt, dem wird der Leihrenner perfekt eingestellt und abfahrbereit ins Bikelager gehängt. Welche Maße dafür benötigt werden, erklärt eine Skizze auf der Webseite des Anbieters. Beim Mitbewerber Huerzeler steht die komplette Modellpalette des deutschen Herstellers Cube im Fuhrpark. Top-Modell ist das Cube Litening Aero SLT, das in der Hauptsaison pro Woche 560 Euro (ohne Haftungsausschluss) kostet. Bei Huerzeler sind übrigens alle Rennräder mit einer für den Saisonstart tauglichen Kompakt-Übersetzung ausgestattet. Die individuellen Geometriedaten lassen sich erst im Buchungsprozess übermitteln.

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