Matthias Borchers
· 14.05.2026
Das britische Unternehmen Tailfin ersetzt nach acht Jahren seinen Alloy Rack durch ein komplett neu entwickeltes System. Das Journey Rack basiert auf einem achsmontierten Schnellverschluss-Mechanismus und trägt die Last über das Hinterrad statt über den Rahmen. Die Konstruktion soll dadurch mit einer größeren Bandbreite an Fahrrädern funktionieren, einschließlich vollgefederter Mountainbikes.
Die Tri-Pivot-Architektur ermöglicht es dem Träger, sich mit der Hinterbaufederung zu bewegen. Das System verteilt die Kräfte über das Laufrad und reduziert die Belastung auf Rahmenaufnahmen. Der Träger lässt sich werkzeuglos in Sekunden montieren und demontieren. Für die Lagerung oder den Transport kann das System flach zusammengeklappt werden.
Die Aluminium-Plattform misst 33 mal 10 Zentimeter und besteht aus 6061-T6 Aluminium mit eloxierter Oberfläche. Der charakteristische Bogen verwendet eine neue Fertigungstechnik, bei der eine Krone direkt auf den geformten Rahmen geschweißt wird. Diese Konstruktion soll eine höhere Festigkeit als beim Vorgängermodell erreichen.
Tailfin testet das System mit 300.000 vertikalen Belastungszyklen, dem Dreifachen der ISO 11243-Norm für Gepäckträger. Der Standard ISO 11243 verlangt 100.000 Zyklen, unterscheidet aber nicht zwischen Straßen- und Geländeeinsatz. Das Journey Rack bestand den Test mit 10 Kilogramm pro Seite plus 12 Kilogramm auf der Plattform.
Die Version mit Pannier-Halterungen trägt bis zu 32 Kilogramm: 10 Kilogramm pro Packtasche plus 12 Kilogramm auf der Plattform. Die minimale Version ohne Pannier-Halterungen ist für 22 Kilogramm ausgelegt: 6 Kilogramm pro Seite an den Vierfach-Bosses plus 12 Kilogramm oben. Das Gewicht liegt bei 740 Gramm mit Pannier-Halterungen und 580 Gramm ohne.
Das System verwendet ein konzentrisches Achsmontage-System, das die Last direkt durch das Hinterrad überträgt. Die Schnellverschluss-Auslöser wurden komplett neu entwickelt und sollen einfacher zu bedienen sein. Der Seatpost Connector nutzt das V-Mount-System von Tailfin mit verbessertem Grip.
Ein winkelverstellbarer Fit Link als vordere Verbindung ermöglicht die Anpassung an verschiedene Rahmengeometrien. Zwei Versionen werden mitgeliefert, um die Position der Plattform relativ zur Sattelhöhe einzustellen. Die Geometrie wurde so angepasst, dass der Träger weiter hinten sitzt und mehr Stauraum auch bei niedrigen Sattelpositionen bietet.
Die Pannier-Halterungen sitzen weiter vorne als beim Vorgänger. Diese Positionsänderung soll die Gewichtsverteilung und das Handling bei voller Beladung verbessern. Der Träger kann direkt an Rahmen mit Ösen montiert oder über Tailfins Adaptersystem an Rahmen ohne Befestigungspunkte installiert werden.
Das Journey Rack ermöglicht schnelle Radwechsel ohne Demontage von Trägerkomponenten. Die Achse lässt sich unabhängig entfernen, was Reifenwechsel ohne Werkzeug erlaubt. Viele achsmontierte Träger erfordern eine teilweise Demontage beim Ausbau des Hinterrads.
Die modulare Metallkonstruktion erlaubt den Austausch einzelner Komponenten. Anders als bei vielen Konkurrenzprodukten mit dauerhaft vernieteten Kunststoffteilen können Teile ersetzt oder angepasst werden. Das System ist für Reparaturen und Wartung über längere Zeiträume ausgelegt.
Tailfin gewährt fünf Jahre Garantie gegen Herstellungsfehler. Bei Unfallschäden bietet das Unternehmen 30 Prozent Rabatt auf gleichwertige Ersatzprodukte.
Der Träger funktioniert mit Tailfins eigenen CargoPack und SpeedPack Taschen sowie mit Standard-Packtaschen von Ortlieb, Altura, Vaude und anderen Herstellern. Die Plattform nimmt auch Dry Bags und Cargo Cages auf. Dreifach-Bosses auf jeder Seite ermöglichen flexible Zubehörmontage. Die Version ohne Pannier-Halterungen bietet Vierfach-Bosses.
Die Reifenfreiheit liegt bei 29 mal 2,6 Zoll. Neue Auslöser sollen die Freiheit auf 29 mal 3,25 Zoll erhöhen. Mit dem optionalen Schutzblech reduziert sich die Freiheit auf 29 mal 2,25 Zoll. Integrierte Halterungen nehmen Rücklichter auf. Die Plattform kann in Höhe und Winkel für Sattelfreiheit angepasst werden.
Die Version ohne Pannier-Halterungen kostet 180 Euro inklusive Achse. Die Version mit Pannier-Halterungen liegt bei 230 Euro inklusive Achse. Das optionale Schutzblech kostet 20 Euro, Lichthalterungen 20 Euro. Eine Halterung für Garmin Varia oder Wahoo Trackr Radar kostet 30 Euro.

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