Post Carry Co. LoomerKompakter Fahrradkoffer für Rennräder und Gravelbikes

Kristian Bauer

 · 05.03.2026

Loomer Radkoffer
Foto: Post Carry Co.
Das US-amerikanische Unternehmen Post Carry Co. stellt einen neuen Radkoffer für Rennräder und Gravelbikes vor. Der Koffer “Loomer” wiegt 11,5 kg und ist in zwei Größen erhältlich: 333 Liter für Rahmen bis 56 cm und 370 Liter für Rahmen bis 61 cm. Der Koffer kostet 775 Euro und ist ab April 2026 verfügbar. Die Bestellung birgt aber ein Risiko und verursacht hohe Zusatzkosten.

Der neue Radkoffer von Post Carry Co. ermöglicht den Transport von Rennrädern und Gravelbikes, ohne dass Lenker und Vorbau demontiert werden müssen. Marc Mendoza, Gründer und Designer des Unternehmens, analysierte die Geometriedaten zahlreicher moderner Rennräder und Gravelbikes, um die kleinstmögliche Form zu entwickeln. Das Ergebnis ist nach Herstellerangaben kompakter als andere Koffer, die das Cockpit montiert lassen.

Der Loomer ist in zwei Größen verfügbar. Die 333-Liter-Variante nimmt Rahmen von Medium bis 56 cm auf und misst 128 x 76 x 50 cm. Die 370-Liter-Variante passt für Rahmen bis XL/61 cm und misst 130 x 82 x 50 cm. Die kleinere Größe richtet sich an Fahrer mit kleineren Rahmen, die nicht auf einen Einheitskoffer zurückgreifen wollen.

Radkoffer verspricht Verpackung in fünf Minuten

Für den Transport müssen nur Laufräder, Sattelstütze und Schaltwerk demontiert werden. Die Pedale können montiert bleiben, wobei das Entfernen eines Pedals die Platzierung im Koffer erleichtert. Die Kette bleibt am Rad, das Schaltwerk wird in einer gepolsterten Seitentasche verstaut. Die Bremsscheiben bleiben an den Laufrädern und werden in gepolsterten Laufradtaschen geschützt. Die Gabel wird an einem Aluminiumrahmen befestigt, der an der Basis des Koffers verschraubt wird. Das Tretlager sitzt auf einem Schaumstoffblock und wird mit Gurten gesichert. Der gesamte Innenraum ist mit Schaumstoff ausgekleidet, zusätzliches Verpackungsmaterial ist nicht erforderlich. Laufradtaschen und Adapter für Steckachsen und Schnellspanner gehören zum Lieferumfang.

Meistgelesene Artikel

1

2

3

Radkoffer mit Polycarbonat-Paneelen

Die Seitenwände bestehen aus dick gepolsterten, gewellten Polycarbonat-Paneelen. Die Wellung verläuft vertikal und soll Belastungen von oben standhalten, ohne zusammenzudrücken. Zwischen den beiden Seitenwänden befinden sich weitere gewellte Paneele, die vor seitlichem Druck schützen. Die starre Polycarbonat-Bodenplatte gibt der Basis zusätzliche Stabilität. Das Außenmaterial ist Cordura Ecomade P900D, das Innenmaterial Polyester 210D. Alle Reißverschlüsse stammen von YKK.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Radkoffer lässt sich falten

Für die Lagerung lassen sich die Paneele aus ihren Taschen nehmen, falten und im Koffer stapeln. Die Stoffseiten werden um sich selbst gewickelt, integrierte Gurte halten alles zusammen. Die Höhe reduziert sich auf 30 cm, abhängig von der Ausgangsgröße von 76 cm oder 82 cm. Der Aufbau für die Reise und das Zusammenpacken für die Lagerung dauern jeweils unter fünf Minuten. Separate Fächer nehmen Sattelstütze und Schaltwerk auf, weitere Staufächer bieten Platz für Helm und Radbekleidung.

Vier Rollen für Flughäfen

Das Vier-Rollen-System ermöglicht das Rollen durch Flughäfen, über Gehwege und in Hotels. Die Breite des Koffers orientiert sich an der maximalen Lenkerbreite von 46 cm außen zu außen, was eine breite und stabile Basis ergibt. Die schwenkbaren Vorderrollen erlauben das Ziehen und Navigieren durch Kurven. Der Loomer wiegt 11,5 kg, mit Verpackung 13,5 kg. Mit Rad und Zubehör liegt das Gesamtgewicht bei 22 bis 23 kg, was den Gewichtsgrenzen der meisten Fluggesellschaften entspricht.

Der Loomer ist für Rennräder und Gravelbikes konzipiert. Mountainbikes passen nicht in den Koffer. Der Preis beträgt 900 Dollar oder 775 Euro. Vorbestellungen sind ab sofort möglich, die Auslieferung aus den USA beginnt im April 2026. Zusätzlich werden rund 120 US-Dollar vVersandgebühren sowie Zollgebühren fällig.

Nachteil: Zoll, Versandkosten und Kundenservice

Ein großer Nachteil des Produkts ist auf der Website schnell ersichtlich. Es ist kein telefonischer Kundenservice angegeben und bei Reklamationen muss man hoffen per E-Mail-Adresse jemanden zu erreichen. Auch die Firmenadresse wird nicht offengelegt. Mit der Bestellung ist daher ein Risiko verbunden, sollte es Probleme beim Versand geben oder ein beschädigter Koffer ankommen. Die Bestellungen werden direkt aus den USA nach Europa geliefert. Ist man mit dem Produkt unzufrieden, muss man die Kosten der Rücksendung selbst tragen und bekommt die Gebühren des Versands auf dem Hinweg nicht erstattet. Zudem wird eine Gebühr von 5 Prozent des Kaufpreises einbehalten. Ein weiterer Nachteil der direkten Bestellung in den USA: Kunden müssen den Importzoll zusätzlich bezahlen und um die Zollabwicklung kümmern. Es könnten noch einmal mehr als 200 Euro zusätzlich an Einfuhrumsatzsteuer und Zollgebühren anfallen. Ein Sprecher des Unternehmens versprach gegenüber TOUR, dass man an einer Lösung arbeite um zukünftig direkt aus Europa zu versenden.


Kristian Bauer

Kristian Bauer

Redakteur

Kristian Bauer ist gebürtiger Münchner und liebt Ausdauersport – besonders wenn es in die Berge geht. Er ist ein Fan der Tour de France und bevorzugt solide Rennradtechnik. Er führt für TOUR Interviews, berichtet von Events im Hobbyradsport und schreibt Artikel über die Fahrradbranche sowie Trends im Rennradsport.

Meistgelesen in der Rubrik Kaufberatung