​Kaffee-Equipment für unterwegsMit diesen Tools gibt's unterwegs richtig guten Kaffee

Sandra Schuberth

 · 29.04.2026

​Kaffee-Equipment für unterwegs: Mit diesen Tools gibt's unterwegs richtig guten KaffeeFoto: Sandra Schuberth
Morgendlicher Kaffee auf einer Bikepacking-Tour

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​Du willst auf Bikepacking-Touren nicht auf guten Kaffee verzichten? Hier kommen die Tools für jedes Setup – vom Espresso-Ritual an einem See bis zum Notfall-Stick für die hektischen Morgen.

Themen in diesem Artikel

Der Tag beginnt früh. Weit und breit kein Café. Das ist für viele der Punkt, an dem der Morgen scheitert, bevor er richtig angefangen hat. Muss nicht sein. Mit dem richtigen Equipment trinkst du auch auf mehrtägigen Bikepacking-Trips oder auf einem ausgedehnten Gravelride einen köstlichen Kaffee.

Hier kommen die Klassiker und ein paar spannende Neulinge, sortiert von “ernsthaftes Barista-Setup in der Lenkertasche” bis “passt in die Radtrikottasche”.

1. Ernsthaftes Barista-Setup: Wenn Kaffee ein Ritual ist

Wer am Trail-Einstieg nicht auf echten Kaffeegenuss verzichten will, investiert in Equipment, das auch zu Hause Freude macht. Ja, das ist aufwendiger und schwerer als ein Kaffeebeutel. Aber wer einmal an einem nebeligen Morgen am See einen selbst gemahlenen Espresso aus der Nanopresso getrunken hat, weiß: manchmal ist der Umweg die Belohnung.

Mobile Espresso-Maschinen

Das Prinzip: Heißes Wasser oben rein, Kaffeepulver in den Siebträger, pumpen, genießen. Kein Strom nötig, dafür etwas Handkraft.

Wacaco Nanopresso – Der Klassiker unter den mobilen Espressomaschinen. 336 Gramm, knapp 16 cm hoch, 80 ml Wassertank, max. 18 bar Druck. Du brauchst nur kochendes Wasser und fein gemahlenen Kaffee, dann pumpst du in zehn bis 15 Stößen einen Espresso mit echter Crema in die mitgelieferte Tasse. Braucht ein bisschen Einarbeitungszeit beim Mahlgrad, aber wenn's einmal sitzt, sitzt's.

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Wacaco Pixapresso – Die große, elektrische Schwester. 755 Gramm, 18,1 cm hoch, 120 ml Wassertank. Sie erhitzt das Wasser selbst in rund drei Minuten auf wählbare 88, 92 oder 96 °C – je nach Röstung. Mit dem 9.000-mAh-Akku (3 × 3.000 mAh) brühst du laut Hersteller bis zu fünf Espressi pro Ladung, aufgeladen wird per USB-C in etwa 2,5 Stunden. Kompatibel mit gemahlenem Kaffee und NS-Kapseln. Für Flugreisen mit dem Rad: ins Handgepäck, nicht ins Aufgegebene, wegen des Akkus.

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Entscheidungshilfe: Nanopresso für alle, die pur und ohne Akku-Abhängigkeit unterwegs sein wollen. Pixapresso für Trips mit Basecamp, für die Hütte oder das Hotelzimmer beim Etappenrennen. Keine der beiden ersetzt eine echte Siebträgermaschine – aber beide sollen verdammt nah rankommen.

Kaffeemühlen

Ganz ehrlich: Das beste Brühsystem bringt dir nichts, wenn du mit vorgemahlenem Supermarkt-Kaffee losziehst. Erst kurz vor der Zubereitung zu mahlen macht aromatisch einen riesigen Unterschied.

Porlex Mini II – Die japanische Kultmühle. 249 Gramm, 13 cm hoch, 20 g Fassungsvermögen, Keramikmahlwerk im Edelstahlgehäuse. Je Klick verstellt sich der Mahlgrad um 37 Mikrometer, laut Hersteller deckt sie alles von Espresso (1–8 Klicks) über Filter (8–13) bis French Press (14–15) ab. Sie passt sogar in eine AeroPress – wenn das kein Argument ist. Preis-Leistungs-Sieger seit Jahren und absolut zurecht. Kleine persönliche Randnotiz: Ich nutze meine Porlex, die größere Variante, seit 2017 fast täglich – vor allem zu Hause. In acht Jahren Dauereinsatz noch kein Aussetzer, dabei so klein, dass sie beim Bikepacking genauso reinpasst wie in die Küchenschublade. Na gut, ich habe sie mal fallen lassen, dabei ist das Keramik-Mahlwerk gebrochen. Es gibt aber alles als Ersatzteil.

Wacaco Exagrind – Die schwerere, robustere Alternative. 464 Gramm, 14,3 cm hoch, 20 g Kapazität, 38-mm-Edelstahl-Scheibenmahlwerk mit 60 Klick-Stufen à 33 Mikrometer. Aluminium-Unibody, Silikonhülle für besseren Grip, abnehmbarer und platzsparend verstaubarer Griff. Durch die Doppellager läuft sie angenehm geschmeidig – auch bei feinsten Espresso-Einstellungen. Besonders praktisch: Der Auffangbehälter passt direkt in den Siebträger der Nano-, Pico- oder Pixapresso.

Entscheidungshilfe: Porlex, wenn jedes Gramm zählt und du primär Filter oder AeroPress brühst. Exagrind, wenn du Richtung Espresso gehst und robusteres Mahlwerk willst – besonders als Ergänzung zu einer Wacaco-Maschine. Wer’s edler will, kann auch eine Comandante-Mühle nehmen, die X25 Trailmaster ist für den Outdooreinsatz gemacht. Ich persönlich träume noch von einer aber noch verrichtet meine Porlex gute Dienste.

2. Drücken und Filtern: Die pragmatischen Klassiker

Weniger Aufwand, keine neun bar, aber trotzdem richtig guter Kaffee. Das ist die Kategorie für alle, die den Kaffeemoment unterwegs zwar ernst nehmen, aber kein Barista-Set durchs Gelände schleppen wollen.

AeroPress / AeroPress Go – Der heimliche Star unter den mobilen Brühern. Im Prinzip eine Kombi aus French Press und Espressomaschine: Kaffee rein, heißes Wasser dazu, kurz rühren, durchdrücken. Das Ergebnis ist vollmundig, mild und erstaunlich sauber im Geschmack – irgendwo zwischen Filter und Espresso. Die AeroPress Go ist die kompaktere Reiseversion mit integriertem Trinkbecher. Bonus: Die Porlex Mini passt perfekt rein, wenn du beides zusammen packen willst. Kleiner Hack für Bikepacker: Mit knapp 200 Gramm ein Klassefall an Gewicht-Geschmack-Verhältnis.

Sea to Summit Frontier UL Collapsible Pour Over – Faltbarer Pour-over-Aufsatz aus Silikon, BPA-frei, mit winzigem Packmaß. Fasst eine Portion Kaffee und lässt sich danach platt zusammenlegen. Braucht zwar handelsübliches Filterpapier, liefert dafür aber echten Filterkaffee-Style ganz egal wo.

Entscheidungshilfe: AeroPress für den Solo-Genuss mit Charakter. Sea to Summit für minimales Gewicht.

3. Schnell & leicht: Wenn's wirklich schnell gehen muss

Seien wir ehrlich: Manchmal ist das Zeltinnere kalt, die Finger sind klamm vom Tau und der Startschuss der Tagesetappe steht in 20 Minuten. Da hast du keinen Bock auf Mahlen, Pumpen und Filteraufbau – du willst Koffein, und zwar sofort.

Guter Instant- oder Drip-Bag-Kaffee hat in den letzten Jahren einen Quantensprung gemacht. Das ist nicht mehr die braune Pampe aus dem Hostel-Buffet, sondern ernstzunehmender Kaffee – nur eben portioniert. Jedenfalls gibt es Hersteller, die wirklich trinkbare Varianten anbieten.

Blæk Specialty Instant Coffee – Die Berliner haben's gerafft: Specialty-Grade Arabica-Bohnen, schonend gefriergetrocknet, in winzigen Sticks oder im Nachfüllglas. Die NØ.1 (Blonde Roast, Kolumbien) schmeckt nach Karamell und Bergamotte mit milder Säure, die NØ.2 (Medium Roast, Peru) ist bio-zertifiziert, die NØ.3 geht in Richtung Espresso mit Noten von dunkler Schokolade. Sogar eine koffeinfreie Variante (NØ.4, CO₂-entkoffeiniert) gibt's. Ein Stick wiegt nur ein paar Gramm, passt in jede Trikottasche und braucht genau: heißes Wasser. Fertig.

MyCoffeebag – Die Drip-Bag-Alternative zum Instant. Im Prinzip ein Filterbeutel mit 10 g echtem, frisch gemahlenem Spezialitätenkaffee drin, der sich mit Papierhenkeln auf jede Tasse hängen lässt. Heißes Wasser drüber, ziehen lassen, fertig. Der Unterschied zu Instant: Hier wird tatsächlich gebrüht – du schmeckst also noch die Nuancen der jeweiligen Röstung. Die Bags werden u.a. von der Reinholz Kaffeerösterei Fulda ("Beste Rösterei Hessens 2025" laut Feinschmecker) gefüllt. Wiegt praktisch nichts, ist aber aufwendiger im Handling als Instant, weil ein paar Minuten Ziehzeit dazukommen.

Entscheidungshilfe: Zugegeben, hier brauchst du eigentlich keine Entscheidungshilfe, probiere beide Varianten mal aus. Sowas wie MyCoffeebag gibt es übrigens auch öfter bei Specialty Röstereien. Denk unterwegs daran: Leave no trace - nimm deinen Müll mit.

​Hauptsache, der Becher dampft

Muss man das alles mitschleppen? Natürlich nicht. Aber wenn du morgens auf dem Zeltplatz oder an einem norditalienischen Aussichtspunkt mit deinem Rad stehst, die Sonne aufgeht und du dir einen Espresso brühst, den du selbst gemahlen hast – dann weißt du, warum die 336 Gramm Nanopresso in der Satteltasche ihren Platz haben. Und an den anderen Tagen? Reißt du einfach einen Stick Blæk oder einen MyCoffeebag auf und trinkst deinen Kaffee trotzdem in Ruhe.

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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