Rennradfahren in den BergenDas brauchst du zum Pässe fahren

Sandra Schuberth

 · 01.04.2026

Rennradfahren in den Bergen: Das brauchst du zum Pässe fahrenFoto: iStock/Stefan Schurr
Tremola (alte Gotthardstraße)
Langer Anstieg, Beine brennen, oben wartet die Abfahrt, der Wind bläst eisig – und du merkst, das ist also eine der Situationen, in denen man die Windjacke braucht. Damit dir das nicht passiert: Was wirklich ins Gepäck gehört, wenn du Pässe fahren willst.

​Der Asphalt flimmert im Tal, die Sonne brennt, der Anstieg zieht sich. Die Beine kurbeln gleichmäßig, dein Atem ist hörbar. Oben, hinter der letzten Kehre, bleibst du stehen, genießt die Aussicht, obligatorisches Pass-Foto nicht vergessen. Dein Trikot ist schweißnass, der Wind eisig. Lange verweilen wirst du hier nicht. Schnell wirfst du deine Windjacke über, machst dich bereit für die Abfahrt.

6 Essentials fürs Pässe fahren

Windjacke oder Regenjacke

Oben ist es kälter. Immer. Selbst im Hochsommer gehört eine leichte Jacke, die sich auf Taschengröße zusammenrollen lässt, in die Trikottasche. Dann kannst du sie schnell anziehen, bevor es in die Abfahrt geht. Frierend bergabzufahren macht keinen Spaß. Die Jacke kannst du noch mit Armlingen ergänzen. An kühlen Tagen empfehlen sich auch Beinlinge.

Tipp für Bikepacking-Touren: Die Regenjacke übernimmt hier gleich zwei Jobs und du sparst eine Position auf der Packliste.

Volle Trinkflaschen

Am Pass gibt es manchmal eine Quelle, manchmal ein Refugio, manchmal nichts. Zwei Flaschen sind Pflicht, bei längeren Anstiegen ohne Versorgung empfiehlt es sich, eine dritte Trinkflasche in die Trikottasche zu stecken.

Ausreichend Verpflegung

Plane deine Verpflegung mit Reserve. Vielleicht dauert der Anstieg länger als geplant, weil du Gegenwind hast, weil du einen Defekt reparieren musst oder weil du langsamer vorankommst als du dachtest. Denk auch daran, dich nicht erst zu verpflegen, wenn der Hunger kommt.

Sonnencreme

Klingt banal, ist es nicht. Je höher, desto stärker die UV-Strahlung – und auf einem langen Anstieg bist du oft stundenlang in der prallen Sonne. Nacken, Unterarme, Waden, Nasenrücken sind dem voll ausgeliefert. Damit du am Ende des Tages nicht rot wie ein gekochter Hummer bist - und zum Schutz deiner Haut und damit deiner Gesundheit .

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Pannenmaterial - und wissen, wie man es benutzt

Vor dem Start einer jeden Tour solltest du dein Rad checken. Passt der Reifendruck? Funktionieren die Bremsen? Wie viel Bremsbelag ist noch da? Falls du unterwegs einen Platten haben solltest, musst du vorbereitet sein. Wo du dein Pannenset verstaust, ist dir überlassen: Trikottasche, Staufach im Unterrohr, Satteltasche, ... Mitnehmen solltest du eine Pumpe, Flicken für Schlauch oder Tubeless, einen Schlauch, Reifenheber und ein Minitool. Es wäre schon ärgerlich, wenn du irgendwo mitten im Anstieg merkst, dass dein Schlauch die falsche Ventillänge hat oder du noch den kaputten Schlauch von der letzten Ausfahrt dabei hast.

Mütze

Mein Kollege schwört auf eine klassische Radmütze mit Schirm, die ihm den Schweiß von der Brille fern hält. Für die Abfahrt hält eine Mütze, vielleicht in Kombination mit einem Schlauchtuch (Buff) Hals, Kopf und Ohren warm.

Das musst du wissen

TemperaturJe 100 Höhenmeter sinkt die Lufttemperatur um etwa 1 °C
SauerstoffAb ca. 2.500 m nimmt der Sauerstoffgehalt spürbar ab - Leistung sinkt, Erholung dauert länger
HöheDie bekanntesten Alpenpässe liegen zwischen 2.000 und 2.800 m - der Col de l'Iseran ist mit 2.770 m der höchste asphaltierte Alpenpass
UV-StrahlungPro 1.000 Höhenmeter nimmt die Sonnenstrahlung um 10 bis 12 % zu

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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