Kindgerechte Anbauteile und Material, das so leicht wie möglich ist, sind richtige Zutaten für ein Kinderrad. Problemstelle: die Kurbeln. Keiner der großen Anbieter hat kindgerechte Längen. Deshalb wird man eher bei Kinderradspezialisten fündig, oft gegründet von Eltern, die bessere Räder für ihre Kinder schaffen wollten. Bekannte Marken sind Vpace, Kania, Woom, Kubikes oder Early Rider. Gute Kinderräder kosten 500 bis 2.000 Euro und mehr. Der Wiederverkaufswert ist hoch.
Vor allem sollten Eltern auf kleine Bremsgriffe, dünne Griffe, starke Bremsen, kleine Sättel, kurze Kurbeln und enge Pedalabstände achten. Das Rad für die Steppkes sollte zudem sehr leicht sein, zwischen fünf bis acht Kilogramm. Es ist außerdem empfehlenswert, sehr und leichte Reifen mit wenig Luftdruck zu montieren. Hochwertige Pneus verschleißen unter Kindern kaum und tragen sehr zur Leichtgängigkeit bei.
er wichtigste Ratschlag an Eltern lautet jedoch: Weniger ist mehr! Sie müssen sich zurücknehmen, damit es Kindern Spaß macht. Spiel und Spaß sind gefragt, keine Ausdauerorgien. Attraktive Ziele ansteuern, Begeisterung teilen, die Kleinen möglichst bald aufs eigene Rad setzen und die Fahrtechnik gemeinsam trainieren. Die Kinder fordern, aber nicht überfordern – wie im restlichen Leben auch. Den eigenen Sport weitgehend von den Touren mit den Kindern trennen, denn das kann nur zeitweise funktionieren. Der Prozess dauert lange! Zehn Jahre Ausbildung sind realistisch und das Ende liegt nicht in den eigenen Händen.
Welches Rad ab welcher Größe fahrbar ist, hängt davon ab, wie die Rahmen gestaltet sind. Gute Orientierung bieten die Angaben der Hersteller zur Schrittlänge. Manche Größen lassen sich überspringen. Geländetaugliche Räder sind vielseitiger nutzbar. Die Laufradgrößen der Kinderräder sind fein durchgestuft.
Das erste Rad ist ein Laufrad. Damit lässt sich das Fahrverhalten intuitiv lernen. Stützräder erschweren es, das richtige Gefühl für die Balance zu erlernen. Je leichter, desto besser – das Carbon-Laufrad von Giant (599 Euro) ist teuer, aber leicht zu beherrschen. Auch ein Modell mit Bremse, beispielsweise von Early Rider (224,90 Euro) oder Woom (249 Euro >> hier erhältlich) ist sinnvoll, um die Funktion zu üben.
Es gibt unter zahllosen Anhängern genau einen, der für die sportliche Nutzung empfehlenswert ist: Den einspurigen, gefederten Singletrailer von Tout Terrain, basierend auf dem Entwurf des Rahmenbauers Florian Wiesmann. Dieser Anhänger schult die Fahrphysik schon vor dem allerersten Bike, ist geländetauglich und bequem. Der Listenpreis für den Singeltrailer startet bei 1.290 Euro. Alle anderen Konstruktionen sind Angebote für den Alltag, aber nicht für den Sport.
Auf einem Kindersitz hinter dem Lenker können Kids von etwa zwei bis vier Jahren extrem viel lernen: Gleichgewicht und Fahrdynamik, Geschwindigkeitsgefühl und Bremstechnik, Übersicht und Verkehrsregeln. Die Kinder sind zudem besser geschützt als hinten, die Kommunikation ist einfacher. Empfehlenswerte Modelle gibt es von Kids Ride Shotgun (ab 95 Euro) oder Feva Star (99,90 Euro). Nachteil für Rennradler: Die Frontsitze werden zur Montage an Mountainbikes empfohlen.
Verschiedene Konzepte ermöglichen es, die Kinder ins Schlepptau zu nehmen. Die Lösungen reichen von Vorrichtungen, die das Vorderrad aufnehmen wie das Konzept von FollowMe, das als Komplett-Set 349 Euro kostet, bis zu halben Fahrrädern, auf denen die Kinder mittreten, aber nicht lenken können. Vorteil: mehr Reichweite und die Tretbewegung wird verinnerlicht. Nachteil: kein wirkliches Fahren.
Die schlichteste Form, Kinder an den Haken zu nehmen, ist ein elastisches Seil. Besonders bergauf bei niedrigem Tempo kann dieses eine große Hilfe sein. Diverse kommerzielle Produkte zu dem Thema sind erhältlich, die gegenüber Bastellösungen den Vorteil haben können, das Seil aufzurollen.