Bikepacking-RadDie richtige Übersetzung für lange Gravel-Touren

Sandra Schuberth

 · 14.03.2026

Bikepacking-Rad: Die richtige Übersetzung für lange Gravel-TourenFoto: Nick Rotter
Bikepacking-Rad: Die richtige Übersetzung für lange Gravel-Touren
Beim Bikepacking kann die passende Übersetzung den Unterschied machen zwischen entspanntem Kurbeln und schmerzenden Knien. In diesem Beitrag erfährst du, warum vor allem der kleinste Gang zählt, wie du die Gear Ratio berechnest und welche Übersetzung zu deinem Terrain und Gepäck passt. Außerdem: 1x oder 2x – wann welche Schaltung sinnvoll ist und warum Schieben manchmal die cleverste Lösung ist.

Die Übersetzung entscheidet oft, ob du nach mehreren Tagen noch rund und schmerzfrei treten kannst. Ist sie zu hart, fährst du mit niedriger Trittfrequenz – kurzfristig okay, langfristig aber belastend für Knie und Muskeln. Mit leichterer Übersetzung trittst du angenehmer, meist etwas schneller, hältst das Tempo gleichmäßiger und sparst auf langen Anstiegen spürbar Energie.

Und wenn es trotzdem zu steil wird: Ab und an zu schieben ist normal und manchmal sogar die klügere Option, weil du Kraft sparst, statt dich im kleinsten Gang komplett zu verausgaben. Außerdem bringt die andere Körperhaltung Abwechslung.

Übersetzung verstehen

Der kleinste Gang ist entscheidend, um auch voll beladen Berge hochzukommen. Er berechnet sich so: Zähnezahl des kleinsten Kettenblatts vorne geteilt durch Zähnezahl des größten Ritzels hinten. Je kleiner die Zahl, desto leichter kannst du treten.

Als grobe Orientierung kannst du diese Tabelle zu Rate ziehen:

Terrain & GepäckEmpfohlene kleinste ÜbersetzungMögliche Setups
Viel Asphalt, moderate Anstiege, leichtes Gepäckca. 0,85–1,002x: 34/34, 1x: 40/42
Mixed Gravel, moderat beladenca. 0,75–0,852x: 30/36, 1x: 38/46
Steil, rau, voll beladenca. 0,65–0,752x: 26–30/40–42, 1x: 32–34/50–52

Die Kombination aus größtem Kettenblatt, kleinstem Ritzel und Trittfrequenz bestimmt dabei deine mögliche Höchstgeschwindigkeit.

1x oder 2x: Welche Schaltung ist sinnvoll?

Ein Antrieb mit einem Kettenblatt ist beliebt, weil er simpel ist und weniger Fehlerquellen hat. 2 Kettenblätter bieten oft bessere Abstufungen und sehr leichte Gänge ohne extreme Kassette.

  • 1x Vorteile: weniger komplex, bessere Kettenführung, einfacher im Dreck
  • 1x Nachteile: größere Gangsprünge, häufig Kompromiss bei Top-Speed oder Berggang
  • 2x Vorteile: feinere Abstufung, großer Übersetzungsbereich, effizientere Kettenlinie in vielen Gängen
  • 2x Nachteile: mehr Teile, mehr Justage, potenziell empfindlicher bei Schmutz

​Für Touren mit viel Steigung und Gepäck ist 2x oft komfortabler. 1x funktioniert super, wenn der leichteste Gang wirklich leicht genug ist. Am Ende ist es aber auch Geschmackssache. Ich selbst fahre lieber mit einem Kettenblatt und nehme größere Gangsprünge in Kauf. Aktuell fahre ich vorne ein 38er Kettenblatt und hinten eine Kassette mit 46 Zähnen. Wenn eine Tour viele steile Höhenmeter hat, greife ich zu einer Kassette mit 52 Zähnen.

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Beim Neukauf lohnt es sich, einen Blick auf die verbaute Schaltung zu werfen: Viele Räder kommen ab Werk mit relativ schweren Übersetzungen, die für voll beladenes Bikepacking schnell zu hart werden. Ein zu großes Kettenblatt oder eine zu kleine Kassette macht das Treten an langen Anstiegen sehr kraftaufwendig – du kommst oft nicht mehr rund nach oben und musst häufiger schieben. Achte also darauf, dass der kleinste Gang zu deinem geplanten Einsatz passt. Manchmal ist ein kleines Upgrade an Kettenblatt oder Kassette die einfachste Lösung.


Am Ende möchte ich noch ein paar spannende Themen mit euch teilen. Eines ist eine Bikepacking-Tour von zwei Vätern mit ihren 2,5-jährigen Söhnen. Ich kenne viele Teile der Route und war baff, dass die Anstiege mit so viel Gepäck und Anhänger zu bewältigen sind. Vielleicht ist das auch eine Inspiration, selbst mit Kind loszufahren.

Und wie viel Gepäck braucht es eigentlich auf einer Bikepacking-Tour? Hier gibt es wichtige Anhaltspunkte:

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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