Specialized Power EVO Pro und CompKomfort-Offensive im Sattel-Segment

Sandra Schuberth

 · 14.04.2026

Specialized Power EVO Pro
Foto: Specialized
Der kalifornische Fahrradhersteller Specialized erweitert seine erfolgreiche Power-Sattellinie nach unten und bringt die bewährte Mirror-Technologie erstmals in bezahlbarere Preisregionen. Wir haben die wichtigsten Fakten zu den neuen Modellen zusammengetragen.

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Specialized schickt zwei neue Mitglieder der Power EVO-Familie ins Rennen: Den Power EVO Pro mit Mirror-Technologie und den Power EVO Comp. Beide Modelle versprechen das, was bei Performance-Sätteln oft zur Quadratur des Kreises wird: maximale Leistung bei maximalem Komfort.

Evolution statt Revolution

Die neuen Sättel basieren auf der überarbeiteten EVO-Form, die Specialized gemeinsam mit WorldTour-, WorldCup- und Amateur-Fahrern entwickelt hat. Der Anstoß kam dabei aus der Praxis: Das ursprüngliche Power-Design zeigte trotz großer Beliebtheit Optimierungspotenzial bei Druckverteilung und Komfort. Auch Remco Evenepoel, einer der prominentesten Markenbotschafter, bevorzugt mittlerweile die EVO-Form.

Die überarbeitete Geometrie adressiert gezielt die Schwachstellen des Vorgängers. Im Vergleich zu traditionellen Schaumsätteln reduziere der Power EVO Pro die Druckbelastung an der Sattelspitze um beachtliche 34,1 Prozent. Gegenüber dem Power Mirror sinke der Spitzendruck entlang der Mittellinie um 18 Prozent. Auch die Sitzknochen werden mit 28,8 Prozent weniger Druck deutlich entlastet, so Specialized

Mirror für alle – fast

Das Besondere: Specialized demokratisiert seine Mirror-Technologie. Was bislang der S-Works-Oberklasse vorbehalten war, wandert nun in bezahlbarere Regionen. Konkret heißt das: 319 Euro für die 3D-Druck-Variante - 130 Euro weniger als das S-Works-Modell Power EVO mit Mirror.

Der Power EVO Pro nutzt die Mirror-Konstruktion (3D-Druck) in einer Carbon-verstärkten Nylon-Schale (15% Carbon, 85% Nylon) mit hohlen Titanschienen. Der Comp verzichtet auf Mirror und setzt auf hochwertigen Schaumstoff in einer reinen Nylon-Schale mit Chrome-Alloy-Schienen.

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Beide Modelle bringen 2 Zentimeter längere Schienen mit als der Power Pro – ein Detail, das vor allem Fahrern mit extremeren Sitzpositionen entgegenkommen dürfte.

Größenvielfalt und Gewicht

Der Power EVO Pro ist in vier Breiten erhältlich (130, 143, 155 und 168 mm), der Comp in drei Varianten (143, 155, 168 mm). Mit 248 Gramm (143 mm) beim Pro und 267 Gramm beim Comp bewegen sich die Gewichte im konkurrenzfähigen Bereich, ohne Leichtbau-Rekorde anzustreben.

Specialized Power EVO ProSpecialized Power EVO CompZum Vergleich: S-Works Power EVO
Größen (Breite in mm)130, 143, 155, 168143, 155, 168130, 143, 155, 168
Gewicht (nach Breite)238, 248, 257, 278 Gramm267, 279, 290 Gramm221 Gramm (143 mm)
Preis319 Euro99 Euro449 Euro

Redaktionelle Einschätzung

Interessanter Schachzug von Specialized: Die Marke adressiert mit den neuen Modellen gleich mehrere Zielgruppen. Erstens jene Fahrer, denen der S-Works zu teuer ist, die aber nicht auf Mirror-Technologie verzichten möchten. Zweitens jene, die mit dem ursprünglichen Power-Design haderten – die EVO-Form könnte hier die Lösung sein.

319 Euro ist noch immer eine Stange Geld, aber im Vergleich zu 449 Euro, die der Specialized S-Wors Power EVO Mirror-Sattel kostet schon deutlich günstiger. 130 Euro weniger und 27 Gramm schwerer bei Breite 143. Klingt für uns nach einem guten Deal, wenn es nicht um das letzte Gramm geht.

Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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