Aerodynamische Laufräder

Unbekannt

 · 04.11.2005

Aerodynamische Laufräder

Der Windkanaltest 14 aktueller Wettkampflaufräder zeigt, mit welchem Radsatz sich wertvolle Sekunden für den Sieg sparen lassen. Praxis und Labortest klären, welche Räder auch abseits der Wettkampfpiste eine gute Figur machen. (TOUR 9/2005)

Es gibt nicht zu viel Wind für Aero-Laufräder“, sagt Olivier Mouzin, „Wind ist gut!“ Um das zu beweisen, baut der Entwicklungsleiter beim französischen Laufradhersteller Mavic ein Comete-Scheibenrad im Windkanal auf, das wir als Referenz mittesten wollen. Er schließt die Tür zur Messkammer und startet den Generator, der den Windkanal an der Technischen Universität von Lyon mit Starkstrom versorgt. Das Gebläse kommt auf Touren. Durch ein Fenster beobachten wir, wie das Laufrad in der Haltevorrichtung von einem Laufband beschleunigt und in immer flacherem Winkel in den Luftstrom gestellt wird.

Auf dem Monitor des Kontrollstands verfolgen wir, welche Kräfte der Luftstrom auf das Rad ausübt. Als der Wind das Rad von schräg vorne (22 Grad) anbläst, sehen wir den Beweis für Mouzins These: Die Kurve, die zeigt, mit welcher Kraft das Laufrad gedreht werden muss, fällt rapide ab. Das Scheibenrad dreht sich fast kraftfrei, „segelt“ am Wind. Der Schub durch die Luftströmung und der Widerstand halten sich die Waage. Im Rennen hieße das: Bei entsprechendem Seitenwind und hohem Tempo muss ein Radfahrer kaum Energie aufwenden, um dieses Laufrad in Bewegung zu halten.

Klingt gut – aber leider mischt sich Seitenwind am Scheibenrad nicht nur schiebend ein, sondern auch störend, weil er über die große Angriffsfläche in die Lenkung greift. Scheibenräder werden deshalb meist nur am Hinterrad eingesetzt, bei stärkerem Wind gar nicht. Wir konzentrieren uns deshalb in diesem Test auf aerodynamische Speichenlaufräder zu Preisen zwischen 700 und unglaublichen 3.690 Euro. Sie alle zielen mit hohen Felgenprofilen und wenig Speichen auf möglichst gute Aerodynamik – das Material für Wettkämpfer.

KURZ & KNAPP

Aerolaufräder sind Detailarbeit. Wenige, flache Stahlspeichen kombiniert mit windschnittigen Hochprofilfelgen senken den Luftwiderstand. Dieses Rezept setzen die Hersteller unterschiedlich um. Ambrosio fährt wegen vieler, runder Speichen hinterher. Den besten Kompromiss aus Aerodynamik und Alltagstauglichkeit bietet Citec. Lightweight baut ein Speichenrad ganz aus Verbundwerkstoff: das leichteste Rad im Test ist mit Abstand das Teuerste.

Diese Laufräder finden Sie im Test:

Ambrosio X-Carbo, Bontrager Race X Lite Carbon Aero, Campagnolo Bora G3, Citec 2000S aero, CKT Splendor, Corima Aero, Easton Tempest II Carbon, Gipiemme Carbon 5-5, Lightweight Obermayer, Mavic Cosmic Carbone SL, Ritchey WCS Carbon, Tune Olympic Gold, Xentis Mark 1, Zipp 808

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