Einen Gang mehr bekommt Shimanos Einsteiger-Gruppe: die bisherige Tiagra 4700 wird durch die neue R4000 Serie mit Elffach-Antrieb ersetzt. Eine weitere große Änderung: zukünftig gibt es keine Felgenbremsen mehr. Die mechanische Rennradgruppe nutzt hydraulische Scheibenbremsen. Der Hersteller setzt auf verbesserte Ergonomie und erweiterte Übersetzungsbandbreite.
Die Dual Control Lever ST-R4020-L und ST-R4020-R übernehmen Designelemente der Shimano-105-Serie. Shimano entwickelte die Hebelposition und Halterung auf Basis von Untersuchungen verschiedener Handformen. Der kürzere Hebelweg soll mehr Fahrern unterschiedlicher Handgrößen das Schalten erleichtern. Die hydraulischen Scheibenbremsen arbeiten mit den Schalthebeln in einer Einheit.
Die CS-RS400-11 Kassette bietet eine 11-36-Abstufung mit 327 Prozent Entfaltungsbereich. Die Bandbreite deckt flache Strecken und steile Anstiege ab. Shimano gibt an, dass die neue 11-36-Kassette über 200 Gramm leichter ausfällt als Referenzkonfigurationen. Die Hyperglide-Technologie soll präzise Schaltvorgänge ermöglichen.
Das Schaltwerk RD-R4000 arbeitet mit 2x11-Antrieben und nutzt eine kompakte Bauweise. Der Umwerfer FD-R4000 verwendet Shimanos Toggle-Link-Konstruktion und ein angepasstes Käfigdesign. Die Komponenten funktionieren mit Elffach-Ketten, speziell der CN-HG601-11 mit SIL-TEC-Beschichtung auf den Innenplatten.
Die Kurbel FC-R4000 steht in zwei Kettenblatt-Kombinationen zur Verfügung: 52/36 und 50/34. Shimano bietet Kurbellängen von 165, 170, 172.5 und 175 Millimeter an. Der Lochkreisdurchmesser beträgt 110 Millimeter. Die Kettenlinie liegt bei 43,5 Millimeter. Die Gruppe unterstützt Rahmen mit kleinem Q-Faktor und kurzen Kettenstreben.
Die Tiagra R4000 positioniert sich zwischen der Shimano 105 R7000 und Shimano Cues U6030 als mechanische Rennradgruppe. Die Preisgestaltung variiert je nach Markt und Spezifikation. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich regional. Shimano stellt die bisherige Tiagra 4700 mit 2x10 ab Anfang 2027 ein, gestaffelt nach Märkten und Lagerbeständen. Zu den Verkaufspreisen macht Shimano keine Angaben. Momentan ist die Vorgängergruppe mit mechanischen Felgenbremsen im Preisbereich von 350 bis 500 Euro erhältlich. Das Angebot an Komplettgruppen ist aber gering - im Selbstaufbau werden meist höherwertige Gruppen verwendet. Die 105-Komplettgruppe mit Scheibenbremsen gibt es bereits ab rund 550 Euro. Eine große Rolle dürfte die Gruppe hingegen im Bereich der Erstausrüstung von Rennrädern in der niedrigen Preiskategorie spielen. Marken wie Canyon, Radon oder Van Rysel haben Rennräder im Einstiegssegment mit der Tiagra-Gruppe ausgestattet.