Langzeittest: Shimano Tiagra

KomplettgruppenLangzeittest: Shimano Tiagra

Unbekannt

 4/30/2008, Lesezeit: 2 Minuten

Dass die aktuelle Generation von Shimanos Tiagra-Gruppe vergleichsweise wenig beachtet wird, verdankt sie vor allem starker Konkurrenz im eigenen Haus.

Dass die aktuelle Generation von Shimanos Tiagra-Gruppe vergleichsweise wenig beachtet wird, verdankt sie vor allem starker Konkurrenz im eigenen Haus. Räder mit kompletter Ultegra- oder 105-Ausstattung sind mitunter so günstig, dass selbst scharf kalkulierende Rechner für eine darunter angesiedelte Gruppe kaum Bedarf sehen. Dabei ist die Tiagra, die seit 2007 auf dem Markt ist, durchaus einen zweiten Blick wert. Die Oberflächenbearbeitung ist deutlich aufwendiger als bei der Vorgängerin, der Eindruck entsprechend wertig. Technisch bietet sie alle wichtigen Merkmale der teureren Gruppen: ergonomisch geformte Schaltbremshebel, leichtgängige Zweigelenk- Bremsen mit winkelverstellbaren Belägen, ein Tretlager neuester Bauart mit neben dem Gehäuse platzierten Lagern. Was der Gruppe im Vergleich vor allem fehlt, ist ein zehntes Ritzel auf der Hinterradnabe.

Im Dauereinsatz schlug sich die Spar-Combo tapfer. Nachdem wir zwei Tiagra- Gruppen in Alltag und Training über insgesamt 9.500 Kilometer gefahren sind, können wir nur Gutes berichten. Von einem bei einem Sturz zerstörten Schaltwerk abgesehen, funktionierten beide Gruppen trotz minimaler Pflege und Wartung über die gesamte Zeit perfekt. Zum Bremsen brauchten wir am Ende nur geringfügig mehr Kraft als anfangs; die Schal tung funktionierte fast wie am ersten Tag, die Gänge rasteten präzise ein. Die Lager des Tretlagers liefen sauber und ohne Spiel, Ritzel und Kettenblätter zeigten keinen größeren Verschleiß. Lediglich die Tiagra-Naben, die in einem der beiden Testräder insgesamt 2.500 Kilometer absolvier ten, fallen gegenüber teureren Modellen deutlich ab. Bereits im Neuzustand laufen die Kugeln im Lager rau, vor allem am Hinterrad verstärkte sich dieser Befund bis zum Testende deutlich.

Fazit: Wenn rund 350 Gramm Mehrgewicht gegenüber der Ultegra egal sind, kann die Tiagra auch für sportlich ambitionierte Fahrer eine gute Wahl sein. Empfehlenswert außerdem für Fahrer älterer Shimano-Neunfach- Gruppen, die Ersatz für verschlissene Teile suchen.

Bezug/Infos: Paul Lange & Co., Telefon 0711/2588304, www.paul-lange.de

Preis: ca. 350 Euro (ohne Naben)

PLUS: sehr gute Funktion, günstig

MINUS: einfache Naben, relativ hohes Gesamtgewicht

Fotos: Daniel Simon 

  Schwachpunkt Naben: Rauer Lauf und einfache Dichtungen lassen Wü̈nsche offen
Schwachpunkt Naben: Rauer Lauf und einfache Dichtungen lassen Wü̈nsche offen