Allwettertrikot ohne oder Softshelljacke mit Membran?Was funktioniert besser beim Schlechtwetter-Training?

Matthias Borchers

 · 05.11.2022

Allwettertrikot ohne oder Softshelljacke mit Membran?: Was funktioniert besser beim Schlechtwetter-Training?Foto: Skyshot/Greber

Wer in der Übergangszeit auch mal intensiv trainieren möchte, hat die Wahl zwischen sogenannten Allwettertrikots und klassischen Jacken mit Membran, mit mehr oder weniger Innenfutter als Isolation für kalte Tage.

Die Charakteristik von Allwettertrikots

Die Allwettertrikots zeichnen sich aus durch ihren dicht gewebten Stoff und ihren trikotnahen Schnitt. Ihre Außenhaut hat eine mehr oder weniger dauerhafte wasserabweisende Imprägnierung, an der Regentropfen abperlen, sodass sich das Material nicht mit Wasser vollsaugt und die Gefahr besteht, durch den Windchill-Effekt auszukühlen. Je nach Materialfülle wiegt ein Allwettertrikot 250 bis 350 Gramm und ist somit etwa dreimal so schwer wie ein durchschnittliches Sommertrikot.

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Das K-Idro Jersey von Alé ist ein klassisches Allwettertrikot, wie’s auch die Profis tragen | Bilder: M. Borchers

Die Charakteristik von Wetterjacken

Die Alternative ist die Wetterjacke gemacht in Laminatbauweise, bei der zwischen Außenhaut und Futter eine wind- und wasserabweisende Membran platziert ist. Je nach Materialfülle wiegen diese Jacken etwa 100 Gramm mehr als die Allwettertrikots und sind dank der Membran absolut winddicht. Sie dient gleichzeitig als zweite Wasserbarriere unter der ebenfalls imprägnierten Außenhaut. Im Vergleich zu den sehr elastischen Trikots ist der Tragekomfort bei Jacken etwas geringer, bei Preis und Ausstattung liegen sie auf etwa gleichem Niveau.

Das sind die Unterschiede

Der größte Unterschied von Allwettertrikots und Jacken ist ihre unterschiedliche Dampfdurchlässigkeit. Mehr Widerstand bietet hier die Jacke mit Membran. Das bedeutet, dass Schweiß in Form von Wasserdampf langsamer von der Haut nach draußen transportiert wird, und das Gefühl, im eigenen Saft zu schmoren, entsprechend schneller entsteht. Da diese Sperre beim Allwettertrikot fehlt, bleibt das fürs Wohlbefinden bei harten Trainingseinheiten verantwortliche Mikroklima länger angenehm. Entsprechend ist das Allwettertrikot ohne Membran der bessere Trainingspartner, wenn es im Wortsinn mal heiß hergeht.

Beim Wetterschutz hat die Jacke mit Membran die Nase im Vergleich zu den Allwettertrikots vorn: Kalter Fahrtwind wird effektiv abgeblockt und kommt nicht an den Körper und Regentropfen können diese Barriere kaum passieren oder gar nicht, wenn die Jacke das Siegel “waterproof” trägt. Wie schnell es dem Radler oder der Radlerin in der Jacke zu kühl wird, hängt auch davon ab, wie gut die wasserabweisende Ausrüstung (DWR-Treatment) der Außenhaut funktioniert. Da es sich hier um eine Behandlung mit zum Teil umweltschädlichen Substanzen handelt, deren Wirkung mit jeder Wäsche nachlässt, kann sich diese mit zunehmender Nutzungsdauer immer schneller mit Wasser vollsaugen.

Allwettertrikots vs. Softshelljacken: Fazit zum Vergleich

Das bleibt als Fazit. Die membranfreien und komfortablen Allwettertrikots sind die erste Wahl bei intensivem Wintertraining, vorausgesetzt es bleibt trocken oder nieselt nur leicht. Wer’s gemütlicher angeht, etwas kälteempfindlich ist und oft bei Graupel oder Regen auf dem Renner sitzt, der greift zur Jacke mit Membran.

Die Sportful Fiandre Light ist eine der leichtesten Jacken mit MembranFoto: Matthias Borchers
Die Sportful Fiandre Light ist eine der leichtesten Jacken mit Membran