Pedalplatten richtig einstellenMit diesem nützlichen Helfer geht’s kinderleicht

Matthias Borchers

 · 29.03.2026

Schuhe, Pedalplatten, Werkzeug
Foto: Matthias Borcher
Richtig eingestellte Pedalplatten beugen Fuß- und Knieproblemen vor und verbessern die Leistungsfähigkeit. Doch ohne Hilfsmittel braucht es viele Versuche bis die eigenen Füße optimal auf die individuellen Bedürfnisse ausgerichtet in den Pedalen stehen. Die Ergon-TP1-Einstellhilfe ist dabei eine nützliche Helferin.

​Wer neue Radschuhe fährt oder plötzlich Schmerzen in Füßen oder Knien spürt, sollte unbedingt die Pedalplatten überprüfen. Schon wenige Millimeter Abweichung können die gesamte Beinachse verändern – mit Folgen für Komfort, Effizienz und langfristige Gesundheit. Richtig eingestellt sorgen Cleats dagegen für eine natürliche Bewegung und eine effiziente Kraftübertragung.

Kann ich das selbst machen?

Der Weg zur passenden Position ist kein Hexenwerk, aber er braucht etwas Sorgfalt. Entscheidend sind drei Schritte: die richtige Längsposition unter dem Fußballen, die korrekte seitliche Ausrichtung und der passende Rotationswinkel, damit Knie und Hüfte entspannt arbeiten können. Wer hier sauber vorgeht, fährt spürbar runder und beschwerdefreier.

Viele Radfahrende fragen sich, ob sie das selbst hinbekommen. Die Antwort lautet: Ja. Viel Geduld braucht es, die Füße an den Pedalarmen auszurichten, da dafür häufiges Festziehen und Lösen der Schrauben nötig ist, bis beide “Haxen” optimal ausgerichtet sind. Etwas schneller geht es mit einer Einstellhilfe wie das Ergon CP1, das die Positionierung deutlich vereinfacht und reproduzierbar macht. So gelingt die Cleat‑Justierung auch ohne Bikefitting‑Termin.

Schritt für Schritt zur optimalen Position

  1. Das passende Werkzeug: 4-Millimeter-Inhex-Schlüssel, ein Zentimetermaß, die Einstellhilfe
  2. Alte Schuhe bereit legen: Bei einem neuen Paar Schuhe das alte Paar mit montierten Platten als Vorlage verwenden, in dem man diese in die Einstellhilfe einpasst, einen Fixpunkt an der Ferse markiert und diese auf das Raster der Einstellhilfe überträgt. Erst anschließend die Pedalplatten demontieren
  3. Cleats vormontieren: Die Platten auf die neuen Schuhe montieren, die Schrauben dabei lediglich leicht anziehen, so dass sich die Pedalplatten gegenüber der Außensohle noch mit leichtem Widerstand verdrehen und verschieben lassen. Das passenden Anzugsmoment der Schrauben hängt dabei auch von der Oberflächenbeschaffenheit der Sohle ab. Bei einer glatten Sohle müssen die Schrauben fester angezogen werden als bei einer rauen Oberfläche
  4. Neue Schuhe ausrichten: Jeweils einen Fixpunkt an der Ferse der neuen Schuhe markieren und diesen ausrichten auf die Markierung auf der Einstellhilfe. Für die nötige Präzision dient ein Zentimetermaß mit dem sich die Stellung in Länge und Winkel auf den Millimeter messen lässt. Idealerweise sollten beide Schuhe spiegelbildlich in Länge und Winkel zueinander stehen.
  5. Position fixieren: Stimmt die Position, können die Pedalplattenschrauben jetzt so fest angezogen werden, dass sich die Platten unter den Schuhen nicht mehr verschieben lassen
  6. Praxischeck: Beim Praxischeck jetzt mit den angezogenen Schuhen in die Pedale einklicken und die Position beim leichten Pedalieren überprüfen. Erst wenn diese stimmig ist, die Schrauben mit dem geforderten Drehmoment richtig anziehen

Das Fazit der Redaktion

Die Methode zur Positionierung der Pedalplatten funktioniert mit etwas Übung problemlos – auch ohne große Vorkenntnisse. Wer keine alten Schuhe als Vorlage hat, braucht etwas mehr Zeit für die erste Grundeinstellung. Wer sich unsicher fühlt, kann sich jederzeit an den Fachhandel oder einen Bikefitter wenden.

Treten jedoch wiederholt Schmerzen in Füßen oder Knien auf oder gelingt kein runder Tritt, sollte unbedingt ein Orthopäde hinzugezogen werden. Eine falsch eingestellte Pedalplatte kann die Ursache sein, besonders bei Menschen mit Beckenschiefstand oder unterschiedlich langen Beinen.

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Matthias Borchers ist im Test-Ressort von TOUR, Experte für Bekleidung und Zubehör. Als Hobbyradsportler hat er die TOUR-Transalp und die TOUR-Trans Austria absolviert. Prägend sind zudem Reportage-Reisen von San Francisco bis Sakai sowie 17 Trips zur Tour de France mit rund 30.000 Wohnmobilkilometern.

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