Unten ohneWarum man unter einer Radhose keine Unterhose trägt

Sandra Schuberth

 · 11.04.2026

Unten ohne: Warum man unter einer Radhose keine Unterhose trägtFoto: Wolfgang Papp
Unter die Radhose gehört keine Unterhose
Wer zum ersten Mal eine Radhose kauft, stellt sich früher oder später diese Frage: Muss man darunter noch eine Unterhose tragen? Die kurze Antwort lautet: Nein, und das hat nicht nur mit Komfort, sondern auch mit Gesundheit zu tun.

Themen in diesem Artikel

​Fahrradhosen sind technisch anspruchsvolle Bekleidungsteile und sollen den Sitzkomfort auf dem Sattel verbessern. Das eingearbeitete Sitzpolster ist dafür gemacht, dass es direkt auf der Haut aufliegt. Es dämpft den Druck auf Sitzknochen und Dammbereich, leitet Feuchtigkeit ab und reduziert Reibung. All das funktioniert nur dann optimal, wenn keine weiteren Lagen Stoff dazwischenkommen.

​Unter der Radhose trägt man nix - Jens Voigt, ehemaliger Radprofi

​Was passiert, wenn man doch eine Unterhose trägt?

Eine Unterhose unter der Radhose bedeutet zusätzliche Nähte, Falten und Materialdoppelungen – genau dort, wo bei längeren Ausfahrten die meiste Belastung entsteht. Das Ergebnis: Druckstellen, Scheuerstellen und im schlimmsten Fall offene Wunden der Haut. Hinzu kommt, dass Baumwoll-Unterwäsche Feuchtigkeit speichert statt sie abzutransportieren, was die Entstehung von Hautirritationen und Pilzinfektionen begünstigt.

Kurz zusammengefasst: Nähte + Nässe + Reibung = Schmerzen. Die Radhose ist so konstruiert, dass genau das verhindert wird – vorausgesetzt, sie wird ohne Unterwäsche getragen.

Unter der Radhose trägt man nix, sagt Jens Voigt

Zwischen Hintern und Radhose gehört keine UnterhoseFoto: Matthias BorchersZwischen Hintern und Radhose gehört keine Unterhose

Jens Voigt war 18 Jahre Radprofi und weiß natürlich die Antwort auf die Frage, was man unter einer Radhose trägt ganz genau: “NIX!”, lautet seine knappe Antwort auf die vielfach gestellte Frage. Und warum? Eine Unterhose zwischen Radhose und Hintern ist eine zusätzliche Schicht Stoff, die unnötige Reibung verursacht und auf Dauer schmerzhafte Scheuerstellen verursachen kann. Deshalb empfiehlt der zweimalige Etappensieger bei der Tour de France den puren Kontakt zwischen Haut und Sitzkissen plus etwas Sitzcreme - mehr nicht.

​Hygiene und Pflege: Was wichtig ist

Die Radhose sollte nach jeder Ausfahrt gewaschen werden – auch nach kurzen Touren. Viele Radfahrerinnen und Radfahrer verwenden zusätzlich eine Chamois-Creme, die als schützender Schmierfilm zwischen Haut und Polster wirkt und so die Reibung weiter reduziert.

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​Du fragst dich vielleicht: ist es unhygienisch, die Radhose ohne Unterhose zu tragen? Die Antwort lautet “Nein” – vorausgesetzt, die Radhose wird nach jeder Nutzung gewaschen. Das Polstermaterial ist in der Regel antibakteriell ausgestattet.

Tipp für Bikepacking-Touren: Idealerweise jeden Abend das Polster waschen, wenn nicht möglich, dann Desinfektionsspray aufs Polster.

Gilt das für alle Radhosen?

Grundsätzlich ja – egal ob Bib-Short (Trägerhose), kurze oder lange Radhose. Einzige Ausnahme bilden sogenannte Baggy-Radhosen, wie sie im Mountainbike-Bereich beliebt sind. Manchmal sind Unterzieh-Radhosen dabei oder man zieht eine Radhose mit Polster drunter, die es auch aus sehr luftigen Materialien gibt. Auch hier gilt: Das Polster kommt auf die Haut.


Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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