Test 2015Rennrad-Hosen für Damen und Herren - 32 günstige und teuere Radhosen im großen Vergleich

Unbekannt

 · 22.05.2015

Test 2015: Rennrad-Hosen für Damen und Herren - 32 günstige und teuere Radhosen im großen VergleichFoto: Markus Greber

Muss eine Radhose wirklich 200 Euro kosten oder tut es auch eine günstige für 60 Euro? In unserem großen Radhosen-Test in sind wir dieser Frage auf den Grund gegangen.

Die beste Radhose ist eine, die beim Radfahren nicht stört. Doch wie findet man das passende Beinkleid für stundenlangen unbeschwerten Fahrspaß? Bei der Optik fällt die Wahl meist nicht schwer. Nach wie vor ­rangiert die kurze Schwarze in der Gunst der Radler weit vorn. Schwarz lässt sich mit den meisten Trikots kombinieren, ist auch regenfeucht noch weitgehend blickdicht und unempfindlich gegen Schmutz und Flecken.

Wie viel man bereit ist, in eine neue Radhose zu investieren, hängt ab vom persönlichen Budget und davon, was einem die Radhose wert ist; wer außerdem regelmäßig Rad fährt, kommt um eine zweite oder gar dritte Hose zum Wechseln nicht herum – und dann macht es schon einen Unterschied, ob man sich vier Hosen à 60 oder à 240 Euro – so viel kostet das Top-Modell von Edelausstatter Assos – in den Schrank hängt.

Weniger strittig als die Preise sind die Anforderungen, die eine Rennradhose erfüllen sollte. Sie muss das dämpfende Polster zwischen Po und Sattel in Position halten, ohne dass die Hose rutscht oder kneift, ­während die Beine kreiseln. Die Träger sollen weder von den Schultern rutschen noch ­einschneiden, die Beinabschlüsse sollen an ihrem Platz bleiben und dabei nicht ­drücken. Das Polster muss Druckspitzen zwischen Hintern und Sattel abfedern und Reibung verhindern. Dazu muss es an der richtigen Stelle in der Hose platziert sein und beim ­Sitzen im Sattel auch dort bleiben; ist der Hosenstoff nämlich zu elastisch, verändert das Polster ständig seine ­Position in Rela­tion zum Po. Härte, Form und Größe entscheiden schließlich darüber, ob Polster und Hose zur individuellen Anatomie und Sitzposition des Fahrers passen.

Stärken und Schwächen einer Rennradhose

Zum Hosen-Vergleich haben wir zehn Anbieter eingeladen, jeweils ein Top-Modell und ein preisgünstiges Exemplar aus ihrem Sortiment zu schicken. Bei zehn Männer- und sechs Frauen-Paaren macht das insgesamt 32 verschiedene Hosen. Die Bandbreite reicht von der geraden, trägerlosen Damenhose mit form­losem Einheitspolster und schmalen Gummi­zügen an Bein und Bund bis zum Qualitätsprodukt mit breiten, haftenden Trägern und Beinabschlüssen, individuellen, marken­exklusiven Polstern und ausgefeilter Schnittführung.

Assos T FI.Lady_S5, 179 Euro
Foto: Matthias Borchers

Diese Modelle finden Sie im Test (den gesamten Artikel als PDF-Download finden Sie unten):

Frauenhosen (teuer):
• Assos T Fl.Lady_S5
• Castelli Bodypaint W Short
• Craft Move Hot Pants
• Gore Bike Wear Element Lady Tights Short+
• Löffler Damen Bike-Hose Basic Gel
• Pearl Izumi W Attack Short

Frauenhosen (günstig):
• Assos H.laalalaiShorts_s7
• Castelli Evoluzione W Short
• Craft Glow Bib Short Wmn
• Gore Bike Wear Power 2.0 Lady Bibtight Short
• Löffler Damen Bike-Trägerhose HotBOND XT
• Pearl Izumi W Elite Drop Tail Cycling Bib

Herrenhosen (teuer):
• Adidas Adistar Bib
• Assos T.cento_s7
• Castelli Free Aero Race Bibshort
• Craft Tech Bib Short
• Endura FS 260 Pro SL
• Gore Bike Wear Xenon Race Bibtights Short+
• Löffler Herren Bike-Trägerhose HotBOND XT
• Pearl Izumi P.R.O. Leader Bib Short
• Scott RC Premium 10 Bibshort
• Specialized Pro Bib Short

Herrenhosen (günstig):
• Adidas Response Team Bib
• Assos T.neoPro_s7
• Castelli Evoluzione Bibshort
• Craft Move Bib Short
• Endura Xtract Gel Bibshort
• Gore Bike Wear Element Bibtight Short+
• Löffler Herren Hr. Bike-Trägerhose Winner
• Pearl Izumi Quest Bib Short
• Scott RC RC Team Bibshorts
• Specialized RBX Sport Bib Short

1. Die hochwertigsten Polster bestehen aus bis zu sieben Einzelteilen; ein Kunstfasergemisch aus Polyamid und Polyester plus Wattierung bildet die Sitzfläche. Für die Dämpfung werden Schaumstoffe unterschiedlicher Dichte verwendet, darunter befindet sich ein Schutzstoff.
Foto: Matthias Borchers

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Interview mit Marino de Marchi

Marino de Marchi ist einer der Gründer von Elastic Interface, einem der weltweit größten Hersteller von Sitzpolstern. Unter seiner Regie entwickelt ein mehrköpfiges Team die verschiedenen Polstermodelle, die sich je nach Einsatzzweck, ­Qualität sowie Geschlecht des Trägers voneinander unterscheiden.

TOUR Welches ist der erste Schritt zu einem neuen Polstermodell?
Marino de Marchi Der Antrieb, eine neues Polster zu designen, kann unterschiedliche Gründe haben. Beispielsweise können das Anregungen unserer Testfahrer sein, oder aber die Entwicklung neuer Materialien oder Schaumstoffe unserer Zulieferer.

Wie viel Zeit vergeht zwischen dem Entwurf und dem ersten Prototypen aus der Produktion?
Das geht bei uns wegen der engen Verzahnung von Entwicklung und Produktion relativ schnell. Je nach Komplexität dauert das zwischen zwei und vier Wochen.

Wenn ein Hosenhersteller ein neues Polster will, hat er dann bereits eine fertige Hose in der Hand?
Das ist unterschiedlich. Manche Hersteller kommen zu uns, tippen auf ein Polster im Katalog, fertig. Andere schicken uns ihre Hose, wir nähen eine Vorserie zum Testen und anschließend wird entschieden. Bei manchen Marken, für die wir exklusiv die Polster herstellen, dauert der ­Entscheidungsweg viel länger. Diese Marken erkennt man daran, dass ­deren Hosenmodelle oft mehrere Jahre im Angebot sind, ohne dass ein jährlicher Modellwechsel stattfindet.

Was ist schwieriger: die passende Form zu finden, oder die Dichte des Schaumstoffs für den Härtegrad?
Form und Größe sind entscheidend! Weil hier die Unterschiede zwischen den Radlern so groß sind. Oft haben Männer schmalere Sitzknochen als Frauen – und Frauen wiederum sind im Schambereich wesentlich empfindlicher als Männer. Wenn die Form nicht passt, können Sie polstern so viel ­sie wollen.

  Marino De Marchi von Elastic InterfaceFoto: Matthias Borchers
Marino De Marchi von Elastic Interface
  Den gesamten Artikel mit Infos zur Komfortgeometrie, dem Weg zum richtigen Rahmen und allen Testergebnissen im Überblick finden Sie in TOUR 4/2015: Heft bestellen-> TOUR IOS-App-> TOUR Android-App->Foto: Markus Greber
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