RennradhosenRadhosen

Unbekannt

 · 20.05.2010

Radhosen

An die Radhose stellen Radler und Radlerinnen höchste Ansprüche. Stoff, Schnitt und Polster entscheiden über das Wohlgefühl auf dem Sattel. Im TOUR-Test: 20 Herren- und 10 Damen-Modelle von 36 bis 200 Euro.

Eine Radhose soll knackig sitzen und muskulös gefüllt sein, gut aussehen und bitte möglichst lange halten. So weit die Optik. Auf links gedreht offenbart sie dann ihre inneren Werte: im Mittelpunkt das Sitzpolster; rundherum scharen sich oft verschiedene Stoffarten und Einsätze, zahlreiche Nähte, Bündchen, Träger … Optisch ist das Ganze nicht sehr attraktiv, aber erkennbar komplex.

Seine komplexe Struktur verdankt dieses etwa 200 Gramm schwere Stoffteil der anspruchsvollen Aufgabe, die es zu erfüllen hat. Die Kontaktfläche zwischen Radlers Po und dem schmalen Rennradsattel beträgt nur wenige Quadratzentimeter, und auf diesem kleinen Platz sitzt der Radler nie still. Je nach Tempo und Topografie wandert das Gesäß auf dem Sattel mal weiter nach hinten oder nach vorne, der Pilot steht auf und setzt sich wieder, und vor allem die Beine sind ständig in Bewegung. Bei einer dreistündigen Ausfahrt treten die Beine gut 16.000 Mal einen Kreis, wird das Sitzpolster durchgeknetet, spannen und entspannen sich Hosenträger oder Bund. Wenn da eine Naht falsch sitzt, zu wulstig ist, das Sitzpolster zu groß, zu hart oder zu weich, die Träger oder der Bund zu eng sind, bedeutet das 16.000 mehr oder weniger dezente Spaßbremsen.

Um herauszufinden, wie die aktuelle Generation der Radhosen die Aufgaben meistert, haben wir von 20 Herstellern deren bestverkaufte Herren- und Damenhosen geordert. Die Bandbreite reicht von der einfachen, schwarzen Damenhose von Giordana für 36 Euro bis zum Hightech-Stöffchen für Herren von Craft oder Gore für 200 Euro. Herrenhosen kosten im Schnitt immerhin 130 Euro, die meist trägerlosen Damenhosen knapp 110 Euro. Das ist eine Menge Geld, zumal eine Hose normalerweise nicht reicht.

Diese Radhosen finden Sie im Test:

• Herren:

Assos T FI.Uno S5

Campagnolo Raytech Bib

Castelli Body Paint

Craft Elite Attack Bib

Etxeondo Dilar,

Gonso Philadelphia

Gore Xenon Sonic

Löffler Hot Bond

Mavic HC Bib Short

Nalini Anemone

Pearl Izumi Elite Ltd. Bib Short

Protective San Remo Bib 2

Rose T-Select

Scott RC Pro Bib Shorts

Shimano Trägerhose Premium

Specialized BG Pro RBX

Sportful Total Comofrt Bib Short

Sugoi RSE Bib Short

Vaude Elite Bib Pants IV

X-Bionic Bib Tight Short

• Damen:

Assos H FI. Lady S5

Castelli Vizio Due Sport

Etxeondo Sbaren

Giordana Fusion I

Gore Xenon Sonic Lady

Löffler Hot Bond

Pearl Izumi W's P.R.O. Short

Scott Shorts W's Shadow

Sportful Total Comfort W Short

Sugoi RSE Bib Short

Die Testergebnisse finden Sie unten als PDF-Download.

  Dick oder dünn? Das voluminöse, stark strukturierte Polster links stammt von Sportful. Gore (unten) verwendet ein dünnes und flexibles Polster.
Dick oder dünn? Das voluminöse, stark strukturierte Polster links stammt von Sportful. Gore (unten) verwendet ein dünnes und flexibles Polster.
  Gore Sitzpolster
Gore Sitzpolster
  Bündchenfrage: Das straffe Gummi an der Giordana-Hose (oben) hinterlässt Spuren. Der Abschluss an der Assos-Hose schmeichelt der Haut und hält dennoch.
Bündchenfrage: Das straffe Gummi an der Giordana-Hose (oben) hinterlässt Spuren. Der Abschluss an der Assos-Hose schmeichelt der Haut und hält dennoch.
  Assos-Bündchen
Assos-Bündchen
  Die Gore-Hose (links) überzeugt als teuerstes Modell im Test mit guter Verarbeitung und aufwendigen Details wie etwa dem Trennreißverschluss. Die günstige Giordana-Hose für 36 Euro kann da nicht mithalten.
Die Gore-Hose (links) überzeugt als teuerstes Modell im Test mit guter Verarbeitung und aufwendigen Details wie etwa dem Trennreißverschluss. Die günstige Giordana-Hose für 36 Euro kann da nicht mithalten.
  Auch das Herrenmodell von Gore (links) ist mit 200 Euro die teuerste Hose im Test. Die Rose-Hose für 60 Euro ist aber nicht so viel schlechter, wie es der Preisunterschied auf den ersten Blick signalisiert.
Auch das Herrenmodell von Gore (links) ist mit 200 Euro die teuerste Hose im Test. Die Rose-Hose für 60 Euro ist aber nicht so viel schlechter, wie es der Preisunterschied auf den ersten Blick signalisiert.

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