Schützt und wärmtLange Radhose Passion Z1 von Kalas

Thomas Musch

 · 04.12.2022

Schützt und wärmt: Lange Radhose Passion Z1 von KalasFoto: Thomas Musch
An der Vorderseite der Kalas-Radhose sind unterschiedliche Membran-Partien platziert
Kalas ist eine Radsport-Bekleidungsmarke aus Tschechien, die auch häufig von Profiradsportlern getragen wird. TOUR hat die lange Radhose Passion Z1 ausprobiert.

Die tschechische Radsport-Bekleidungsmarke Kalas wurde 1991 von dem ehemaligen Radprofi Čestmír Kalaš gegründet, auch um Nachwuchsradsportler in seiner Heimatstadt Tabor zu unterstützen. Das Unternehmen fertigt bis heute in Tabor, diverse Profiteams werden von Kalas ausgestattet, darunter zuletzt das Team Alpecin-Fenix mit Mathieu van der Poel.

Membrane schützen vor Nässe und Kälte

Ausprobiert haben wir die lange Radhose Passion Z1 ohne Sitzpolster, die wir mit einer gepolsterten Rad-Unterhose kombiniert haben. Die Kalas-Hose verfügt auf der Vorderseite über die gesamte Länge der Beine und im Genitalbereich über zwei verschiedene Funktionsmembrane sowie auf der Rückseite der Beine über angenehm weiches und wärmendes Roubaix-Material. Vorne ist das Oberteil etwa brusthoch geschnitten, ein Reißverschluss erleichtert das Anziehen. Die geschlossene Rückenpartie aus Mesh-Material reicht bis zu den Schulterblättern; insgesamt wird der Oberkörper also umfangreich bedeckt, weshalb die Kombination mit einer kurzen Trägerhose zum Drunterziehen unseres Erachtens ausscheidet. Auch bei der Wahl des Trikots muss man das berücksichtigen, sonst kann es schnell zu warm werden.

Hoch geschnittener Rücken aus Mesh-Material Foto: Thomas MuschHoch geschnittener Rücken aus Mesh-Material

Die Hosenbeine sind mit kurzen Reißverschlüssen versehen, was das Anziehen ebenfalls deutlich erleichtert, da die Hose aufgrund der Membrane nicht betont elastisch ist. Die textilen Wetterbarrieren sind winddicht und annähernd wasserdicht, womit Kälte und Nässe zumindest auf der Vorderseite der Beine effektiv ausgesperrt werden; unsere Testfahrten fanden bei neblig kaltem Wetter mit Temperaturen um fünf bis sieben Grad Celsius und mittlerer bis hoher Intensität statt. Bei gleichmäßigem Rollen im Grundlagenbereich hält die Kalas-Hose angenehm warm, bei intensiverer Belastung und/oder niedrigerem Tempo, beispielsweise beim Gravelbiken, könnte es dem einen oder anderen, je nach persönlichem Kälteempfinden, auch schon zu warm werden.

Kalas-Winterradhose: Reißverschlüsse erleichtern das Anziehen Foto: Thomas MuschKalas-Winterradhose: Reißverschlüsse erleichtern das Anziehen

Durch die integrieren Membrane sind die Hosenbeine nicht ausgeprägt elastisch, weshalb sie in der Hüftbeuge und an den Knien Falten wirft; wir empfanden den Faltenwurf aber in keiner Situation störend, die Hose kneift oder zwickt nirgends. Die Hosenbeine sind nach unserem Eindruck nicht allzu lang geschnitten, sie enden ein gutes Stück über dem Knöchel. Die Rückseite der Beine ist vom Bund bis knapp zur Kniekehle mit einem reflektierenden Print versehen, der die Sichtbarkeit im Verkehr verbessert.

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Reflex-Print an der Wade für mehr Sichtbarkeit Foto: Thomas MuschReflex-Print an der Wade für mehr Sichtbarkeit

Das Größensystem von Kalas ist etwas ungewöhnlich. Grundlage der Einordnung ist der Hüftumfang, angeboten werden die Größen 1 bis 8, zusätzlich drei Extragrößen (1+ bis 3+) für Großgewachsene. Laut Hersteller entspricht die Größe 5 am ehesten dem klassischen “L”. Wir kamen damit bei 1,82 Meter Körpergröße und 75 Kilo Gewicht gut zurecht, wobei die Hosenbeine, wie erwähnt, zwei bis drei Zentimeter länger sein dürften. Die lange Hose ohne Sitzpolster kostet 159 Euro, mit Sitzpolster wird sie für 199 Euro angeboten.

Die Kalas-Winterhose im Überblick

  • Modell: Passion Z1 ohne Polster
  • Ausstattung: kurzer Brustreißverschluss, Reißverschlüsse an den Beinabschlüssen
  • Vorderseite: Membranmaterial
  • Rückseite: Roubaix-Material und Mesh
  • Reflex-Print an beiden Waden

Fazit: Die Kalas-Winterhose Passion Z1 ist eine gut ausgestattete, wärmende Radhose, geeignet für feuchtes und kaltes Wetter um 5 Grad und weniger, für mittlere Intensität.



Thomas Musch

Thomas Musch

Herausgeber

Der lupenreine Freizeitsportler beschloss einst als Student der Germanistik und Politikwissenschaften, sein Glück als Journalist zu versuchen. Seine Rennradleidenschaft führte ihn schnurstracks als Praktikant in die TOUR-Redaktion, woraus eine inzwischen mehr als 30 Jahre währende Herzensangelegenheit geworden ist, 16 Jahre davon als Chefredakteur. Als – nach eigener Aussage – „Generalist in der Nische Radsport“ interessiert er sich für alle Themen rund ums Rennrad (und Gravelbike) und begeistert sich bis heute ganz besonders für den Rennsport. Highlights seiner eigenen Rennradler-Karriere sind die Teilnahme an der TOUR-Transalp, dem einen oder anderen Jedermann-Rennen und die regelmäßigen Alpentouren mit Freunden.

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