Insolvenz von SympatexNeustart mit Rumpfmannschaft

TOUR

 · 11.05.2026

Insolvenz von Sympatex: Neustart mit RumpfmannschaftFoto: KI-generiert
Neustart für Sympatex
Der Membranspezialist Sympatex ist gerettet. Der italienische Textilzulieferer Pidigi S.p.A. aus Verona übernimmt die wesentlichen Vermögenswerte von Sympatex Technologies. Am Standort Unterföhring bleiben 21 Arbeitsplätze und alle vier Ausbildungsplätze erhalten.

Themen in diesem Artikel

​Die Sympatex Technologies GmbH, ein Entwickler und Hersteller von funktionalen Membranen für Sport- und Outdoorbekleidung, wagt einen Neustart nach der Insolvenz. Die italienische Pidigi S.p.A. wird den Geschäftsbetrieb fortführen. Allerdings ist das Unternehmen deutlich geschrumpft. Zum Zeitpunkt der Insolvenz waren 70 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt - zukünftig werden es nur noch 25 sein. Sympatex entwickelt und produziert seit 1986 porenfreie Membrantechnologie an europäischen Standorten. Die Membranen kommen in funktionaler Bekleidung, Schuhen sowie in Berufskleidung und Schutzausrüstung zum Einsatz.

Der zuständige Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach hat die Lösung für die Fortführung von Sympatex Technologies in einer Mitteilung bekannt gegeben. Das Münchener Textilunternehmen wird demnach durch einen Asset Deal an Pidigi S.p.A. und eine deutsche Tochtergesellschaft übertragen. Pidigi ist ein inhabergeführter italienischer Zulieferer der Schuh-, Lederwaren- und Bekleidungsindustrie, der seit mehr als 70 Jahren am Markt etabliert ist. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Materialien und Komponenten für industrielle Anwendungen.

Standorte und Arbeitsplätze

Der Standort Unterföhring bei München bleibt mit 21 Arbeitsplätzen und vier Ausbildungsplätzen erhalten. Die internationalen Standorte in Frankreich, China und Hong Kong sowie die koreanische Vertriebsrepräsentanz sollen fortgeführt werden. Im Rahmen der strukturellen Neuausrichtung werden 25 Mitarbeiter am Standort Unterföhring betriebsbedingte Kündigungen erhalten. Rund 20 Mitarbeiter haben das Unternehmen bereits während der Phase der vorläufigen Insolvenzverwaltung eigenständig verlassen. Kim Scholze, die Sympatex als alleinige Geschäftsführerin durch das Insolvenzverfahren geführt hat, wird das Unternehmen nach Abschluss der Transaktion verlassen.

Wie gefällt Ihnen dieser Artikel?

Pidigi mit 80 Mio. Euro Umsatz

Pidigi arbeitet seit mehreren Jahrzehnten mit Sympatex zusammen. Der italienische Familienbetrieb nutzt Laminate und Membrane von Sympatex, die Pidigi im Schuh- und Bekleidungsbereich einsetzt. Dadurch ergeben sich entlang der Wertschöpfungskette operative und wirtschaftliche Synergiepotenziale. Pidigi ist seit 1953 am Markt aktiv und hat sich im Laufe der Zeit auf die Lieferung von Materialien für die Schuh-, Lederwaren- und technische Sportbekleidungsindustrie spezialisiert. Die acht internationalen Niederlassungen von Pidigi sichern ein Vertriebs- und Logistiknetzwerk auf den globalen Märkten tragen zum Gesamtumsatz von über 80 Millionen Euro bei.

Sympatex: Ehemalige Eigentümer verurteilt ​

2023 geriet das Unternehmen in die Schlagzeilen, weil die Staatsanwaltschaft München I die ehemaligen Eigentümer Stephan Goetz und Stefan Sanktjohanser  in Untersuchungshaft nahm und gegen sie wegen Millionenbetrug ermittelte. Im Zentrum standeine Anleihe über 13 Millionen Euro der Sympatex Technologies von 2013. Nach einem Deal mit der Staatsanwaltschaft fielen im Oktober 2025 erste Urteile. Die Angeklagten, darunter der Eigentümer Stefan S. und der Restrukturierungsexperte Frank G., erhielten Freiheitsstrafen auf Bewährung sowie hohe Geldstrafen (teilweise in 261 tateinheitlichen Fällen). Im April 2026 wurden die Urteile auch vor dem Bundesgerichtshof bestätigt.

Meistgelesen in der Rubrik Kaufberatung