Der Schritt vom Rennradfahren zum Triathlon ist kleiner als viele denken. Wer bereits regelmäßig auf dem Rad sitzt, hat die zeitintensivste Disziplin schon fest im Griff. Eine kleine Laufrunde nach der Arbeit und gelegentliches Schwimmen im Freibad – mehr braucht es nicht für den ersten Versuch. Die Vorstellung von Hawaii-Ironman-Athletinnen und Challenge-Roth-Athleten mit Zeitfahrmaschinen und Neoprenanzügen schreckt viele ab. Doch für den Einstieg ist das Equipment überschaubar und Triathlon so viel mehr als die Langdistanz.
Die Schwimmdisziplin bereitet Einsteigern oft die größten Sorgen. Dabei ist Kraulen keine Pflicht. Brustschwimmen ist erlaubt, auch wenn es langsamer ist. Eine Schwimmbrille und Badehose genügen für das Training im Becken. Wer die Kraultechnik verbessern möchte, findet in Vereinen oder bei Trainern Unterstützung. Ein Neoprenanzug wird erst bei Freiwasser-Wettkämpfen relevant – und auch dort nur, wenn die Wassertemperatur es erfordert. Die meisten kleinen Triathlon-Veranstaltungen finden im Becken statt, was perfekt für den Einstieg ist.
Das Rennrad aus dem Keller reicht völlig aus. Auch ein Mountainbike mit Slick-Reifen oder ein Crossrad erfüllen den Zweck. Hauptsache verkehrstauglich und mit funktionierenden Bremsen. Ein Helm ist Pflicht – sowohl im Training als auch im Wettkampf, versteht sich von selbst. Wer bereits Klickpedale nutzt, hat einen Vorteil beim Wechsel. Normale Sportschuhe funktionieren aber genauso. Der Vorteil eines Triathlon-Anzugs: Ein kleines Sitzpolster fürs Radfahren. Wer einen solchen Anzug nicht direkt kaufen möchte, kann für die kurze Dauer aber auch auf ein Sitzpolster verzichten, er ist absolut kein Muss beim ersten Wettkampf. Auflieger sind natürlich ein kostengünstiges und brauchbares Upgrade, sind aber definitiv keine Voraussetzung für den ersten Triathlon.
Laufschuhe und Sportsocken – mehr braucht es nicht. Die meisten Rennradfahrenden besitzen bereits ein Paar Laufschuhe. Baumwollsocken können Blasen verursachen, spezielle Laufsocken mit Kunstfaseranteil leiten Feuchtigkeit besser ab, eine große Empfehlung, ich spreche aus Erfahrung! Wer ohne Klickpedale startet, kann noch schneller wechseln und schon mit den Laufschuhen aufs Rad starten. Auch hier sind die elastischen Schnürsenkel ein Gamechanger, denn so kannst du nach dem Schwimmen schnell reinschlüpfen. Kleiner Tipp: Elastische Schnürsenkel gibt es oft für wenige Euro und machen den Wechsel bedeutend leichter - und vor allem schneller.
Es kann passieren, dass sich die Beine während der ersten Laufschritte wie Pudding anfühlen. - Sandra Schuberth, TOUR-Redakteurin, hat bisher an zwei Triathlons teilgenommen
Ein Startnummernband hält die Startnummer, die beim Schwimmen nicht getragen wird, beim Radfahren auf dem Rücken und beim Laufen vorne sitzen muss. Das Band lässt sich einfach drehen, ohne die Nummer umzustecken, das ist wirklich praktisch. Ein Chipband am Fußgelenk trägt den Zeitmesschip. Die meisten Veranstalter stellen beides bei der Anmeldung zur Verfügung.
Die Wechselzone erfordert Organisation. Vor dem Wettkampf gibt es eine Check-in-Zeit, in der das Rad abgestellt und der Platz eingerichtet wird. Die Position richtet sich nach der Startnummer. Den kürzesten Weg vom Schwimmausstieg zum Rad und vom Rad zum Laufstart sollte man sich einprägen. Ein Handtuch zum Abtrocknen der Füße ist erlaubt und kann die Füße vor bösen Blasenüberraschungen schützen. Drei wichtige Regeln gelten für die Wechselzone:
Beim zweiten Wechsel gilt dasselbe: Vor der Markierung absteigen, Rad schieben, Helm erst nach dem Einhängen öffnen. Für das erste Rennen ist es durchaus empfehlenswert diese Abläufe einmal zu üben - gleichzeitig verschwindet dadurch die Nervosität.
Auch wenn Triathlon oft mit Ironman gleichgesetzt wird, von einer Mittel- oder gar Langdistanz ist auf jeden Fall für den Einstieg abzuraten. Am besten eignet sich eine Sprintdistanz, oder die kurzen und unkonventionellen Distanzen einiger sehr kleiner Veranstaltungen. Tipp: Vorher schauen ob das Schwimmen in einem Becken oder im Freiwasser stattfindet. Für den ersten Wettkampf ist das Becken die sicherere Wahl.
Ein Triathlon-Einstieg kostet weniger als viele denken. Die Dinge die man zusätzlich kaufen muss, summieren sich meist auf wenige hundert Euro, wenn das Rad bereits vorhanden ist. Die Veranstaltung selbst kostet von 25 Euro für kleine Veranstaltungen bis 120 Euro für beliebte und große Veranstaltungen, die längeren Distanzen sind dementsprechend teurer. Wer nach dem ersten Wettkampf großen Spaß an der neuen Sportart gefunden hat, kann schrittweise in neues Material investieren.
Diese Ausrüstung brauchst du:
Der erste Triathlon ist kein Leistungstest, sondern in erster Linie ein Erlebnis. Die Atmosphäre bei Wettkämpfen ist oft entspannt und familiär. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer feiern einfach das Finishen. Die Zeit spielt eine untergeordnete Rolle. Wer regelmäßig auf dem Rennrad unterwegs ist und grundlegend schwimmen kann, schafft die kurzen Distanzen eines ersten Triathlons meist auf Anhieb oder mit wenig Training.
Die Erwartungen sollten jedoch nicht zu hoch sein, da es ungewohnt ist die gewohnte Leistung auf dem Rad oder beim Laufen nach der Vorbelastung des Schwimmens zu erbringen. Wenn etwas nicht wie geplant läuft, ist das kein Grund aufzugeben. Der Kopf spielt eine große Rolle, doch am Ende zählt die Freude an der Bewegung und die Herausforderung, drei Disziplinen zu kombinieren.
Werkstudent