Training mit KindernFoto: Daniel Kraus

TrainingTraining mit Kindern

Unbekannt

 6/20/2010, Lesezeit: 3 Minuten

Regelmäßig trainieren trotz Nachwuchs? Das geht, sogar gemeinsam mit den Kindern. Alles, was man dazu braucht, ist ein sinnvolles Kindertransport-System – und die richtige Einstellung.

Leise surrt die Kette, der Sport-Kinderanhänger mit einem seit Stunden friedlich schlummernden Säugling rollt sanft und geräuschlos hinter dem Rennrad her, auf dem Tacho stehen fast hundert Kilometer – gleich ist die Hausrunde geschafft. Ein Traum? Nicht unbedingt. Radsportbegeisterte Eltern müssen nicht aufs Training verzichten, wenn sie einige Dinge beachten.

Alle Eltern wissen: Die Geburt eines Kindes stellt sämtliche Lebensbereiche auf den Kopf. Viele Aktivitäten müssen erst einmal zurückstehen, sportliche Ziele, die man vorher angepeilt hat, rücken in weite Ferne. Das Wichtigste ist, sich auf die neuen Umstände, die Kinder mit sich bringen, wirklich einzustellen. Und nicht davon auszugehen, dass alles bleibt, wie es vor den Kindern war. Bernd Ebler, Mountainbike-Trainer am Olympiastützpunkt Freiburg und selbst Vater von zwei Kindern im Baby- und Vorschulalter, weiß das aus eigener Erfahrung: “Neue Situationen erfordern Flexibilität und Kreativität; gerade die fehlt vielen, auch ambitionierten Hobbyradfahrern”, findet Ebler. Er rät dazu, die neuen Ziele der neuen Situation anzupassen. Dann ist der Saisonhöhepunkt eben einmal nicht der extreme Rad marathon oder die Alpenüberquerung.

Auch die Tatsache, dass man sein Training anders gestalten muss, sieht Ebler nicht als Zwang, sondern als Chance, Neues und Ungewohntes auszuprobieren – und sich dadurch sogar zu verbessern. “Hobbyradler spulen oft jahrelang ihre Kilometer mit immer ähnlichen Abläufen und Geschwindigkeiten ab”, sagt Ebler. “So halten sie zwar meistens den Status quo, wirklich besser werden sie aber nicht, denn die Muskulatur bekommt immer nur die gleichen Reize.”

Anders beim Fahren mit Kinder-Anhänger: Messungen von TOUR mit einer Wattmessnabe zeigten, dass sich die erforderliche Leistung beim Antreten und an Steigungen – besonders an flachen, die flott gefahren werden – in bemerkenswertem Umfang erhöht: Zirka 80 Prozent mehr Kraft musste der Testfahrer schon an einem leichten, in zügigem Tempo gefahrenen Anstieg aufwenden, um samt Kind genauso schnell unterwegs zu sein wie alleine.

Anhänger machen fit

“Bei einer derart gesteigerten Intensität verbessert sich vor allem die intermuskuläre Koordination viel mehr als bei extensivem Ausdauertraining, wie es die meisten Radler im Normalfall praktizieren”, sagt Ebler. “Damit dürften ähnliche Effekte erzielt werden wie beim Bahntraining: Mehr und teils ganz andere Muskeln werden angesprochen, die Beinmuskulatur arbeitet effizienter, und der Kraftausdaueraspekt verstärkt sich deutlich.” Sogar die für Kinder dringend notwendigen Pausen – zum Spielen, Wickeln, Stillen, Essen, Trinken, Umziehen – sind aus Trainersicht durchaus sinnvoll: So ergeben sich fast automatisch die für die Regeneration nötigen Pausen, die angesichts der intensiven Belastung ohnehin empfehlenswert wären. Trainingsmethodisch gesehen handelt es sich dann um eine Art extensives Intervalltraining.

Alles über Technik und Sicherheit, wie es auch Kindern Spaß macht und eine Vorstellung der folgenden Anhänger und Tandems finden Sie im PDF-Download:

• Hase Pino

• Santana-Tandem Arriva

• Tout Terrain Singletrailer

• Chariot Cougar (Zweisitzer)

  Hase PinoFoto: Daniel Kraus
Hase Pino
  Santana-Tandem ArrivaFoto: Daniel Kraus
Santana-Tandem Arriva
  Tout Terrain SingletrailerFoto: Daniel Kraus
Tout Terrain Singletrailer
  Chariot Cougar Zweisitzer (Achtung: Auf diesem Bild humoristisch in einer nicht bestimmungsgmäßen Art verwendet...)Foto: Daniel Kraus
Chariot Cougar Zweisitzer (Achtung: Auf diesem Bild humoristisch in einer nicht bestimmungsgmäßen Art verwendet...)

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