Spezial: ZeitfahrenFoto: Matthias Borchers

TrainingSpezial: Zeitfahren

Unbekannt

 5/9/2007, Lesezeit: 2 Minuten

Zeitfahren: Athlet und Rad gegen die Uhr. Keine Taktik, keine Spielchen. Der frühere Radprofi Uwe Peschel, einer der Besten des Metiers, zeigt, wie man in extreme Geschwindigkeitsbereiche vorstößt.

Salzburg, ein schöner Tag im Herbst 2006. Die weltbesten Zeitfahrer streiten auf schwerem Kurs mit giftigen Anstiegen über 50,8 Kilometer um die Krone im Zeitfahren. Im Ziel hat der Sieger, Fabian Cancellara aus der Schweiz, einen Vorsprung von 1:29 Minuten auf den zweitplatzierten Amerikaner David Zabriskie und einen Schnitt von 50,6 km/h auf dem Tacho.

Unfassbar schnell! Was muss man tun, um in derartige Geschwindigkeitsbereiche vorzustoßen? Die Betrachtung unter den Vorzeichen der Physik hilft bei der Antwort: Bei 50 km/h ist es die Luft, die dem Fahrer den mit Abstand größten Fahrwiderständ entgegensetzt. Rollwiderstand oder Haftungsreibung spielen bei diesem Tempo kaum mehr eine Rolle. Selbst in optimaler Sitzhaltung braucht der Fahrer 82 Prozent seiner Leistung, die unsichtbare Wand aus Luft zu durchdringen. Wer nicht richtig windschlüpfig auf dem Rad sitzt, braucht leicht 90 Prozent und mehr. Der Rollwiderstand als zweitgrößter Widerstand folgt abgeschlagen mit 15 Prozent. Ganz gleich, wie stark die Beine sein mögen: Ohne eine sehr, sehr gute Aerodynamik ist es unmöglich, dauerhaft in den Geschwindigkeitsbereich um 50 km/h vorzustoßen. Man kann das auch anders ausdrücken: Die „Karosserie“ ist beim Zeitfahren wichtiger als der „Motor“. Allerdings wird die Karosserie ohne geeigneten Motor auch nicht richtig schnell...

Zeitfahren, so vermitteln es die Bilder der Rennfahrer auf ihren Hightech-Boliden, scheinen eine Materialschlacht zu sein. Die Rahmen mit speziellen Geometrien bestehen aus aufwändig geformten, flächigen Holmen. Anstelle von Speichenrädern drehen sich Tri-Spokes oder Scheibenräder, die Fahrer kauern auf Liegelenkern. Aero-Anzüge aus speziellen Textilien und tropfenfömige Helme sollen zusätzliche Sekunden bringen. Braucht man das wirklich alles? Welcher Aero-Trick bringt wie viel? Um diese Fragen zu beantworten, hat TOUR zusammen mit dem ehemaligen Gerolsteiner-Profi Uwe Peschel, einem ausgewiesenen Zeitfahrspezialisten, auf der Radrennbahn in Augsburg vergleichende Tests angestellt.

Im folgenden PDF-Downloads finden Sie alles übers Zeitfahren:

Folgende Modelle bzw. Marken werden dabei vorgestellt:

Zeitfahrräder: Cervélo P3 Carbon, Cube Aerium Team, Kuota Kalibur, Look 496 Tri, Scott Plasma Ltd.

Liegelenker (Profile, Zipp, Ritchey, Easton, Syntace)