Rad-Fitting

Unbekannt

 · 15.04.2013

Rad-FittingFoto: Robert Niedring
Dr. Kim Tofaute vermisst die Kunden mithilfe fluoreszierender Marker und Videoaufnahmen.

Drei Räder, drei Sportler, ein Problem: Wie passt man sein Rad ideal an den Körper an? TOUR testete drei überregionale Bike-Fitting-Anbieter und verglich die Ergebnisse der Vermessung. Dabei zeigte sich: Jedes System hat Stärken und Schwächen.

Der Mensch an sich ist eine vertrackte Konstruktion: Keiner gleicht dem anderen. Manche sind klein, andere groß, sie haben unterschiedlich lange Beine und unproportionale Körperhälften. Daher ist ein Rad von der Stange, das auf Anhieb passt, nur ein Wunschdenken der Industrie. Seit Jahren suchen deshalb Ergonomie-Experten, Sportmediziner und Orthopäden nach der besten Alternative zum Maßrahmen. Die wichtigste Erkenntnis die sich über die vergangenen Jahre herauskristallisierte: Der Sportler passt in kein Raster. Um auf Dauer schmerzfrei und effektiv auf dem Rad zu fahren, führt kein Weg an einer individuellen Anpassung vorbei. Das kann man selber machen oder sich in professionelle Hände begeben, die ein Bike-Fitting durchführen.

Verlagssonderveröffentlichung

Für Bike-Fitter stellen sich bei einer Anpassung zwei Probleme: Gefordert ist eine Paarung aus perfekter Aerodynamik und hohem Komfort, bei maximaler physischer Leistung. Sozusagen eine Hochzeit aus geringem Luftwiderstand und hohem muskulärem Wirkungsgrad. Das alles verpackt auf einem starren Sportgerät wie dem Rennrad. Auf dem Papier sieht so eine Eheschließung im Grunde schon nach Scheidung aus. Genau hier greift das Bike-Fitting ein – egal ob selbst eingestellt oder von einem Fachmann genauestens geprüft. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, ein Rad individuell anzupassen. Umgekehrt funktioniert das nicht – schließlich kann man bei Bedarf nicht einfach einen längeren Oberschenkel montieren. Stattdessen werden mit speziellen Methoden Länge, Beweglichkeit und Proportion verschiedener Körperteile ermittelt. Mit diesen Erkenntnissen lässt sich dann ein Rad an den Fahrer anpassen. Aber funktioniert das so gut, wie auf den Webseiten der Bike-Fitter beschrieben?

TOUR hat drei überregionale Anbieter (Radlabor, Specialized und Sportergonomics) getestet, um zu sehen, wie unterschiedlich die Bike-Fitter mit den Kunden umgehen. Stellvertretend für das Gros der Rennradfahrer schickten wir einen groß gewachsenen Radler zur Vermessung, einen mit Knieproblemen und einen mit Beckenschiefstand.

Die Ergebnisse des Anbieter-Vergleiches finden Sie unten im PDF-Download.

  Sophie Fleischer vom Radlabor bei der Arbeit: 110 bis 115 Grad sollte der Kniewinkel bei der waagerechten Stellung der Pedale betragen.Foto: Robert Niedring
Sophie Fleischer vom Radlabor bei der Arbeit: 110 bis 115 Grad sollte der Kniewinkel bei der waagerechten Stellung der Pedale betragen.
  Specialized bietet neben dem klassischen Fitting auch ergonomische Sohlen, Sättel und Handschuhe an.Foto: Robert Niedring
Specialized bietet neben dem klassischen Fitting auch ergonomische Sohlen, Sättel und Handschuhe an.
  Sport Ergonomics: Dr. Kim Tofaute misst den Finger-Boden- Abstand, um sich ein Bild von der Beweglichkeit des Sportlers zu machen.Foto: Robert Niedring
Sport Ergonomics: Dr. Kim Tofaute misst den Finger-Boden- Abstand, um sich ein Bild von der Beweglichkeit des Sportlers zu machen.

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