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Größenordnungen von 15 bis 20 Watt sind realistisch. Einzelne Komponenten wie der Antrieb bringen nochmal zwei bis drei Watt obendrauf. Die Frage ist nur: Wo fängst du an?
Aerodynamik ist kein Teile-Problem, sondern ein Systemthema. Fahrer, Position und Rad beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb macht es keinen Sinn, am Umwerfer herumzuoptimieren, wenn das Trikot im Wind flattert. Die Reihenfolge: Zuerst das, was das Gesamtsystem am stärksten beeinflusst – Frontbereich, Sitzposition, Stirnfläche. Dann Komponenten-Feintuning. Zuletzt der Kleinkram: Kabel, Halterungen, Gadgets.
Ja, dieser Artikel heißt „Tuning am Rad" – trotzdem muss das hier stehen, denn der Fahrer verursacht den Großteil des Luftwiderstands. Mit einer stabilen, flachen Position auf dem Rad (Kopf runter, Arme nach innen) und einem schmalen Lenker lassen sich bis zu 50 Watt allein mit der Sitzhaltung einsparen.
Die Klamotte ist ähnlich wichtig: Enganliegende Bekleidung ohne flatternde Schultern, kein offenes Trikot, keine lose Weste. Tüpfelchen auf dem i ist ein spezieller Aero-Einteiler, wie ihn auch die Profis standardmäßig tragen. Spezielle Aero-Kleidung führt zu einem ordentlichen Tempo-Schub on bis zu 30 Watt. Wichtig: Schnelle Kleidung hilft immer – auch wenn die Sitzposition, wie etwa auf einem Marathon-Rennrad, aerodynamisch nicht ausgereizt ist.
Auch der Helm zählt dazu: Ein Aero-Helm bringt gegenüber einem normalen Rennradhelm messbar mehr als viele Komponenten-Upgrades – und wird dabei oft unterschätzt. Unsere Ergebnisse zeigten bislang, dass ein Aero-Modell gegenüber einem herkömmlichen Helm einen Aerodynamik-Vorteil von rund 10 Watt bringen kann. Schuhüberzieher und eng anliegende Socken sind kleine Ergänzungen, die im System zur Gesamtrechnung beitragen.
Wie konsequent Aero-Optimierung sein kann, hat Lael Wilcox vor ihrem Weltrekordversuch gezeigt: Sie hat Aerodynamik-Tests durchgeführt, und ihre Aerobar-Tasche ist aerodynamisch schneller als wenn sie ohne diese fährt. Ein Dutt ist schneller als ein Pferdeschwanz. Kurze Haare vermutlich noch schneller – und sie sparen täglich Zeit: weniger Haarewaschen, nicht kämmen, nicht zusammenbinden. Die kommen also ab, bevor es losgeht.
Wilcox will die schnellste Person sein, die die Welt auf dem Fahrrad umrundet – also den Männerrekord unterbieten. Zum Stand ihrer Ankündigung im Januar 2026 ist der Schotte Mark Beaumont Weltrekordhalter: 29.008 Kilometer in 78 Tagen und 14 Stunden.
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Hochprofil-Felgen reduzieren den Luftwiderstand, ohne dass etwas an der Ergonomie geändert werden muss. Der einfachste Hardware-Upgrade-Pfad – wenn auch nicht der günstigste, weil die hohen Profile nur aus teurem Carbon mit sinnvollen Gewichten gebaut werden können. Bis zu zehn Watt Einsparung sind drin. Dabei gilt: vorne zählt oft mehr als hinten, weil das Vorderrad die Anströmung direkt beeinflusst. Aber Achtung: Hohe Felgen beeinträchtigen gerade bei böigem Seitenwind das Handling erheblich. Es kann schwierig sein, die Linie zu halten und sogar gefährlich werden. Manche Laufradsätze sind deshalb vorn etwas flacher als hinten. Als gute Allrounder haben sich Felgenhöhen um 50 Millimeter etabliert. Noch höhere Profile bringen nicht mehr viel an zusätzlichem Speed, werden bei Seitenwind aber immer unangenehmer im Handling. Reifen und Felge funktionieren als System; die Kombination kann schneller oder langsamer sein als jedes Teil für sich.
Das Vorderrad ist die erste Fläche, auf die die Luft trifft – und die Interaktion mit Gabel, Steuerrohr und Laufrad ist dort besonders stark. Ein aerodynamisch optimierter Reifen kann im System spürbar helfen, gerade bei hohem Tempo und direktem Gegenwind.
Wichtig dabei: die 105%-Regel. Sie besagt, dass die Außenbreite der Felge etwa 5% breiter sein sollte als der montierte Reifen. Ist der Reifen deutlich breiter als die Felge, entsteht ein „Lollipop-Profil" – der Übergang erzeugt Verwirbelungen. Spezielle Aero-Reifen wie der Continental Aero 111 kann noch einmal bis zu drei Watt rausholen.
Trinkflaschen, Lampen, Taschen, Kabel und Leitungen verursachen Turbulenzen. Spezielle aerodynamisch geformte Trinkflaschen, die richtige Positionierung von Zubehör und ein aufgeräumtes Cockpit sind Stellschrauben, die aerodynamische Vorteile mit sich bringen. Aber auf die Praktikabilität achten: Spezielle Trinkflaschen können bei Rennen unpraktisch sein, ein integriertes Cockpit heißt mehr Wartungsaufwand und oft weniger individuelle Anpassungsmöglichkeit.
Ein paar Watt lassen sich durch einen Umstieg auf einen Einfach-Antrieb rausholen. Der Umwerfer fällt als Störkörper weg und auch das zweite Kettenblatt. 2-3 Watt kann das bringen.
Für wen lohnt sich das? Für Rennen oder Events mit überschaubarem Profil, oder für alle, die Einfachheit wollen und mit den Übersetzungssprüngen leben können. Wer lange Pässe fährt und sehr feine Kadenzabstufung braucht, ist mit 2x oft besser bedient.

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