Draußen ist kein ZwiftWas nach dem Winter wieder anders ist

Sandra Schuberth

 · 06.04.2026

Draußen ist kein Zwift: Was nach dem Winter wieder anders istFoto: Sandra Schuberth
Zwift-Avatar auf echter Straße
Monatelang Indoor-Radtraining. Jetzt wartet die echte Straße. Die gute Nachricht: Das Fahrradfahren hast du nicht verlernt. Die schlechte: Ein paar Dinge musst du dir neu in Erinnerung rufen. Etwa: Draußen gibt es keine Avatare. Draußen ist echt.

Themen in diesem Artikel

Bevor du überhaupt losfährst, lohnt sich ein kurzer Blick aufs Rad. Ist der Reifendruck noch okay? Funktionieren die Bremsen? Sind die Bremsbeläge noch da? Quietscht, knarzt oder wackelt irgendetwas, das letzten Herbst noch nicht gequietscht, geknarzt oder gewackelt hat?

Straßenschäden

Frost, Schneepflüge, Streusalz und Splitt hinterlassen Spuren. Schlaglöcher, aufgebrochener Asphalt, Streugut in den Kurven. Vieles davon taucht unvermittelt auf, in einer Abfahrt ist ein übersehenes Schlagloch schnell eine große Gefahr. Die kleinen Steinchen, die auf vereisten Straßen Sicherheit gaben, werden jetzt zur Gefahr für Rennradfahrer. Fahr die ersten Ausfahrten bewusst etwas langsamer, und vorausschauend und behandle bekannte Strecken wie unbekannte - zumindest das erste Mal. Kleine Hinweise über Gefahrenstellen, die neuere Garmin-Geräte anzeigen können, sind ein Indiz dafür, dass Vorsicht geboten ist. Aber längst nicht alle Straßenschäden sind dort hinterlegt.

Kurven sind echt

Kurven fahren, eine Abfahrt mit Tempo, Handzeichen geben während du in der Gruppe fährst - das alles brauchst du auf der Rolle nicht. Draußen schon. Gib dir Zeit, dich an das Gefühl zu gewöhnen und denke daran:

Draußen gibt es keine Avatare

Auf Zwift fährst du durch andere Fahrer durch und andere durch dich. Im echten Leben musst du auf Autos, Fußgänger, Hunde, Schlaglöcher und Kies in der Kurve aufpassen. Gerade nach einem langen Winter drinnen dauert es ein paar Ausfahrten, bis das Gehirn wieder vollständig im Straßenmodus ist. Übrigens gilt das auch andersherum: Autofahrende haben Radfahrende in den letzten Monaten viel weniger gesehen, entsprechend wenig rechnen sie mit dir. Sichtbar fahren, Rücklicht auch tagsüber, lieber einmal mehr Bremsen und Blickkontakt suchen als einmal zu wenig.

Rücksicht gilt in beide Richtungen

Nach monatelangen Indoor-Exzessen ist die Freude groß, endlich wieder draußen zu fahren. Denk aber daran: die Straße gehört nicht nur uns. Gib Handzeichen - nicht nur für Leute in deiner Gruppe, sondern auch für Autos und Fußgänger, damit die wissen, dass du abbiegen willst oder ausscherst, um an einem parkenden Auto vorbeizukommen. Halte Abstand, wie du auch willst, dass andere dich mit Abstand überholen.

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Sandra Schuberth

Sandra Schuberth

Redakteurin

Sandra Schuberth, mal Feierabendrunde, mal Trainingsride, mal unsupported Bikepacking-Challenge. Hauptsache sie und ihr Gravelbike – abseits vom Verkehr. Seven Serpents, Badlands oder Bright Midnight: Sie hat anspruchsvolle Bikepacking-Rennen gefinisht. Gravel und Bikepacking sind ihre Herzensthemen, ihr Anspruch an Equipment ist hoch. Was sie fährt, nutzt und empfiehlt, muss draußen bestehen: nicht im Marketing, sondern im echten Leben.

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