Promillegrenze für RadfahrerVCD fordert härtere Maßnahmen

Thomas Musch

 · 01.02.2026

Promillegrenze für Radfahrer: VCD fordert härtere MaßnahmenFoto: KI/Midjourney
Betrunken auf dem Rad im Straßenverkehr? Keine gute Idee ...
Der Verkehrsclub VCD fordert anlässlich des Verkehrsgerichtstages in Goslar eine neue Promillegrenze für Radfahrer. Darüber hinaus gäbe es viele andere Bereiche, in denen der Radverkehr sicherer gemacht werden müsse.

Beim diesjährigen Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar befasst sich ein Arbeitskreis mit den Risiken durch alkoholisierte Fahrerinnen und Fahrer von Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern. Für Radfahrer liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit bislang bei 1,6 Promille – obwohl wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Fahrtüchtigkeit bereits ab etwa 0,8 Promille deutlich nachlässt, so der Verkehrsclub VCD. 83 Prozent der alkoholisierten Radfahrer, die verunglücken, hatten mindestens 1,1 Promille im Blut. Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) sieht hier Handlungsbedarf und unterstützt die Einführung eines Bußgeldtatbestands ab 1,1 Promille für Rad fahrende Verkehrsteilnehmer.



Gleichzeitig warnt der Verband davor, den Blick allein auf den Radverkehr zu richten. „Die größte Gefahr für Radfahrende geht nach wie vor vom Autoverkehr aus“, betont Harald Walsberg, Verkehrssicherheitsexperte und VCD-Vertreter auf dem Verkehrsgerichtstag. In über 75 Prozent der Fälle tragen Autofahrer die Hauptschuld an Unfällen mit Fahrradbeteiligung – etwa durch Fehler beim Abbiegen, unachtsames Öffnen der Autotüren, Wenden, Missachten der Vorfahrt oder fehlenden Sicherheitsabstand beim Überholen.

Ausbau von Radwegen gefordert

Um die Zahl der Verkehrstoten dauerhaft zu senken, fordert der VCD deshalb den zügigen Ausbau sicherer, komfortabler und durchgehender Radwegenetze sowie die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. Diese Maßnahmen seien zentral, so der Verein, um die Vision Zero – Null Verkehrstote – zu erreichen.

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Darüber hinaus setzt sich der VCD für die Einführung einer bundesweiten 0,0-Promille-Regelung für alle Kraftfahrzeugfahrer ein. Der bestehende Grenzwert von 0,5 Promille als Ordnungswidrigkeit im motorisierten Verkehr reiche nicht aus, um Unfälle wirksam zu verhindern. Studien zeigten, dass das Unfallrisiko schon ab 0,2 Promille messbar steigt. Für Fahranfänger gelte ein absolutes Alkoholverbot am Steuer bereits heute, erläutert der VCD.

„Die wenigsten Menschen können realistisch einschätzen, wann sie eine bestimmte Promillegrenze überschreiten“, sagt Harald Walsberg. „Denn der Blutalkoholwert hängt von zahlreichen Faktoren ab, etwa vom Körpergewicht, vom Alter oder von der vorherigen Nahrungsaufnahme. Eine 0,0-Promille-Regelung schafft Klarheit und kann Leben retten.“

Thomas Musch

Thomas Musch

Herausgeber

Der lupenreine Freizeitsportler beschloss einst als Student der Germanistik und Politikwissenschaften, sein Glück als Journalist zu versuchen. Seine Rennradleidenschaft führte ihn schnurstracks als Praktikant in die TOUR-Redaktion, woraus eine inzwischen mehr als 30 Jahre währende Herzensangelegenheit geworden ist, 16 Jahre davon als Chefredakteur. Als – nach eigener Aussage – „Generalist in der Nische Radsport“ interessiert er sich für alle Themen rund ums Rennrad (und Gravelbike) und begeistert sich bis heute ganz besonders für den Rennsport. Highlights seiner eigenen Rennradler-Karriere sind die Teilnahme an der TOUR-Transalp, dem einen oder anderen Jedermann-Rennen und die regelmäßigen Alpentouren mit Freunden.

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