Verkehrsclub fordertNeue Promillegrenze für Radfahrer

Thomas Musch

 · 28.01.2026

Verkehrsclub fordert: Neue Promillegrenze für RadfahrerFoto: KI/Midjourney
Betrunken auf dem Rad im Straßenverkehr? Keine gute Idee ...

Anlässlich des Verkehrsgerichtstages in Goslar fordert der Verkehrsclub VCD eine neue Promillegrenze für Radfahrer. Außerdem müsse der Radverkehr als Ganzes sicherer gemacht werden.

Beim diesjährigen Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar befasst sich ein Arbeitskreis mit den Risiken durch alkoholisierte Fahrerinnen und Fahrer von Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern. Für Radfahrer liegt die Grenze der absoluten Fahruntüchtigkeit bislang bei 1,6 Promille – obwohl wissenschaftliche Studien zeigen, dass die Fahrtüchtigkeit bereits ab etwa 0,8 Promille deutlich nachlässt, so der Verkehrsclub VCD. 83 Prozent der alkoholisierten Radfahrer, die verunglücken, hatten mindestens 1,1 Promille im Blut. Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) sieht hier Handlungsbedarf und unterstützt die Einführung eines Bußgeldtatbestands ab 1,1 Promille für Rad fahrende Verkehrsteilnehmer.



Gleichzeitig warnt der Verband davor, den Blick allein auf den Radverkehr zu richten. „Die größte Gefahr für Radfahrende geht nach wie vor vom Autoverkehr aus“, betont Harald Walsberg, Verkehrssicherheitsexperte und VCD-Vertreter auf dem Verkehrsgerichtstag. In über 75 Prozent der Fälle tragen Autofahrer die Hauptschuld an Unfällen mit Fahrradbeteiligung – etwa durch Fehler beim Abbiegen, unachtsames Öffnen der Autotüren, Wenden, Missachten der Vorfahrt oder fehlenden Sicherheitsabstand beim Überholen.

Ausbau von Radwegen gefordert

Um die Zahl der Verkehrstoten dauerhaft zu senken, fordert der VCD deshalb den zügigen Ausbau sicherer, komfortabler und durchgehender Radwegenetze sowie die Einführung von Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. Diese Maßnahmen seien zentral, so der Verein, um die Vision Zero – Null Verkehrstote – zu erreichen.

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Darüber hinaus setzt sich der VCD für die Einführung einer bundesweiten 0,0-Promille-Regelung für alle Kraftfahrzeugfahrer ein. Der bestehende Grenzwert von 0,5 Promille als Ordnungswidrigkeit im motorisierten Verkehr reiche nicht aus, um Unfälle wirksam zu verhindern. Studien zeigten, dass das Unfallrisiko schon ab 0,2 Promille messbar steigt. Für Fahranfänger gelte ein absolutes Alkoholverbot am Steuer bereits heute, erläutert der VCD.

„Die wenigsten Menschen können realistisch einschätzen, wann sie eine bestimmte Promillegrenze überschreiten“, sagt Harald Walsberg. „Denn der Blutalkoholwert hängt von zahlreichen Faktoren ab, etwa vom Körpergewicht, vom Alter oder von der vorherigen Nahrungsaufnahme. Eine 0,0-Promille-Regelung schafft Klarheit und kann Leben retten.“

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