Training nach HerzinfarktFoto: Daniel Kraus

Gesundheit Training nach Herzinfarkt

Unbekannt

 2/27/2008, Lesezeit: 2 Minuten

Die Ursachen für einen Herzinfarkt sind vielfältig. Der Radsport zählt nicht zu den Ursachen – im Gegenteil.

Frage von Andreas Hauff, per E-Mail:

Trotz langjährigem intensivem Rennradtraining und vielen schweren Radmarathons erlitt ich (44) im Juli 2006 einen Herzinfarkt. Davor spürte ich zwei Jahre lang am Beginn von Laufeinheiten leichte Schmerzen hinter dem Brustbein, verbunden mit Atembeschwerden. Nach dem Infarkt wurde eines der verengten Herzkranzgefäße mit Hilfe einer Gefäßstütze (Stent) aufgeweitet, ich nehme unter anderem Betablocker ein. Seitdem beschränke ich mich auf dem Rad auf gelegentliches Grundlagentraining, ansonsten auf Nordic Walking und Schwimmen. Ist für meine Koronarerkrankung mein exzessiver Rennradsport verantwortlich? Hätten Nahrungsergänzungsmittel (Vitamine) sie verhindern können? Wie kann ich weiter Radsport betreiben? Andreas Hauff, per E-Mail

Expertenrat: Die Ursachen für einen Herzinfarkt sind vielfältig: Vor allem erhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte, Zuckerkrankheit, Übergewicht, Bluthochdruck und Rauchen verengen und verkalken die Herzkranzgefäße. Der Radsport zählt nicht zu den Ursachen – im Gegenteil. Nahrungsergänzungsmittel können in der Regel eine Herzkranzgefäßverkalkung nicht verhindern, einzig Omega-3-Fettsäuren, die konzentriert in Fisch, Olivenöl, Rapsöl und einigen Nuss-Sorten stecken, wirken schützend auf die Blutgefäße. Das von Ihnen geschilderte Engegefühl in der Brust spricht stark dafür, dass Ihre Herzkranzgefäße verengt sind. Anzumerken ist, dass eine Betablockerbehandlung im Ausdauersport, falls nicht dringend erforderlich, nicht ideal ist; Kalzium-Antagonisten oder ACE-Hemmer sind hier die bessere Wahl. Da die von Ihnen geschilderten Beschwerden eine deutliche Infarktgefährdung für Sie bedeuten, sollten Sie sich nochmals einer differenzierten Diagnostik unterziehen. Wenn sich die Ursache beheben lässt, können Sie den Radsport selbstverständlich weiter betreiben, jedoch nicht wettkampfmäßig, sondern im touristischen Sinne. Ermitteln Sie den Bereich Ihrer Grundlagenausdauer und überschreiten Sie nicht Ihre individuelle anaerobe Schwelle.

(Foto: Corbis)

  Dr. Robert Eifler ist Verbandsarzt im Bund Deutscher Radfahrer. Er arbeitet als Spezialist für Innere Medizin und Leistungsdiagnostik am Sportmedizinischen Institut Frankfurt/Main
Dr. Robert Eifler ist Verbandsarzt im Bund Deutscher Radfahrer. Er arbeitet als Spezialist für Innere Medizin und Leistungsdiagnostik am Sportmedizinischen Institut Frankfurt/Main