Schädliche Rolle?

Unbekannt

 · 19.03.2008

Schädliche Rolle?

Ist es orthopädisch und biomechanisch schädlich, jeden Tag auf einer Trainingsrolle zu fahren, da dort der Tritt ja unrunder ist als auf der Straße?

Frage von J. Schardt: Ist es orthopädisch und biomechanisch schädlich, jeden Tag auf einer Trainingsrolle zu fahren, da dort der Tritt ja unrunder ist als auf der Straße? Ich lese immer wieder, dass man sich besser ein Spinningrad kaufen soll, da dies für eine rundere Tretbewegung sorgt. Stimmt das?

Antwort von Dr. Stapelfeldt (Radlabor):

Prinzipiell können zu hohe oder falsche Belastungen den Bewegungsapparat schädigen – egal ob auf Straße, Rollentrainer oder Spinningrad. Das Risiko ist beim Indoor-Training nicht höher als beim Straßentraining, auch wenn andere Kräfte auf Muskeln, Sehnen, Bänder und Knochen wirken. Dies liegt daran, dass man das Rad, zumindest auf einer “festen Rolle”, nicht zur Seite kippen kann; außerdem ist die Schwungmasse je nach Rollenmodell geringer als draußen, wo das Gewicht von Fahrer und Rad die Schwungmasse bilden. Beim Spinningbike übernimmt das schwere Vorderrad diese Aufgabe, wobei sich aufgrund des fehlenden Freilaufs die Kurbeln immer mitdrehen. So bleibt man in der Hubphase passiv, auch wenn sich die Bewegung runder anfühlt. Die Beugemuskulatur, die das Bein aktiv nach oben zieht, wird weniger trainiert, was zu unrunderem Tritt führen kann. So gesehen ist Rollentraining der Freifahrt sogar näher als Spinning.

Verlagssonderveröffentlichung
  Dr. Björn Stapelfeldt leitet das Radlabor Freiburg, wo er und sein Team Radsportler umfassend zu den Themen Biomechanik, Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung beraten.
Dr. Björn Stapelfeldt leitet das Radlabor Freiburg, wo er und sein Team Radsportler umfassend zu den Themen Biomechanik, Leistungsdiagnostik und Trainingsplanung beraten.