Rennradfahren mit schwachen Venen

Unbekannt

 · 08.08.2013

Rennradfahren mit schwachen VenenFoto: Daniel Kraus

Welchen Einfluss haben schwache Venen nach Thrombosen auf die Leistung beim Rennradfahren? Dr. Robert Eifler gibt Auskunft.

Frage von Andreas B.: Nach mehreren Thrombosen in Bein und Becken sowie einer Lungenembolie nehme ich Blutverdünner sowie ACE-Hemmer ein. Dazu trage ich Stützstrümpfe der Klasse drei bis unter die Knie. Medizinisch bin ich so gut eingestellt. Bei einem Test hat man nun festgestellt, dass die Venen unter Druck das Blut nicht gut hochpumpen. Hat dies einen großen Einfluss auf die Leistung während des Sports, der ja unbedingt empfohlen wird, und wie ist das in der Erholungsphase? Hier trage ich meine Stützstrümpfe.

Antowrt von Dr. Robert Eifler: Es gibt die – eher ungefährlichen – oberflächlichen und die tiefen Beinvenenthrombosen. Erstere entstehen in den meist sichtbaren, stark gewundenen Krampfadern, weil die Venenklappen defekt und undicht sind. Die Klappen sollen wie ein Ventil den Blutstrom nach oben zum Herz gewährleisten und den Rückfluss verhindern. Der Hauptblutstrom gelangt aber über die großen, tiefen Beinvenen zurück zum Herzen. Auch sie besitzen Klappen. Ist hier der Rückfluss gestört, kann das Blut spontan gerinnen, dann entsteht eine tiefe Beinvenenthrombose. Wenn sich das Gerinnsel löst, kann es – nun Embolus genannt – bis zur Lunge wandern und dort eine Arterie verstopfen: So kommt es wie bei Ihnen zur Lungenembolie.

Zum anderen kann es durch die Abflussbehinderung in den Beinen zur Blutstauung kommen. Die Folge sind Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe, Ödeme. Dadurch verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung der Muskulatur und damit die Leistung. Unter dynamischer Belastung verbessert die Muskelpumpe jedoch den Blutrückstrom, bei ausgedehnten tiefen Thrombosen aber nur unzureichend, was wiederum die Leistung mindert. Das können Sie nur verhindern, wenn Sie Ihre Kompressionsstrümpfe nicht nur während der Regeneration, sondern auch beim Radfahren tragen.

  Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin sowie Sportmediziner. Er betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.Foto: Privatfoto
Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin sowie Sportmediziner. Er betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.