Radsport nach Schilddrüsen-Operation

Unbekannt

 · 11.01.2011

Radsport nach Schilddrüsen-Operation

Nach einer Schilddrüsen-Operation verbunden mit täglich erforderlicher Medikamenteneinnahme stellt sich die Frage nach Risiken beim Radsporttraining. Unser Experte Dr. Eifler gibt Auskunft.

Frage von Albert S.: Ich bin 60 Jahre alt und fahre etwa 5.000 bis 6.000 Jahreskilometer, rund 1.000 davon mit meiner Frau auf dem Tandem. Dann wurden wir beide wegen an der Schilddrüse operiert, die bei mir zum Teil, bei meiner Frau komplett entfernt wurde. Nun müssen wir täglich Medikamente mit Iod (Thyranojod 100) und/oder Thyroxin zu uns nehmen. Über eine Probepackung haben wir “frubiase Sport Ausdauer” kennengelernt und sind damit knapp 100 Kilometer gefahren. Danach fühlten wir uns muskulär und mental besser als sonst. Das im Getränk enthaltene Iod und die Vitamine sind hoch dosiert. Ist das unbedenklich für uns oder können dadurch Probleme entstehen? Was ist sonst noch beim Training nach einer Schilddrüsen- Operation zu beachten?

Verlagssonderveröffentlichung

Dr. Robert Eifler: Den positiven Effekt des Getränks führe ich auf den Zweifachzucker Isomaltose oder Palatinose zurück. Er wird langsamer als Traubenoder Rübenzucker verstoffwechselt, das hält den Blutzuckerspiegel länger konstant. Der Iodgehalt des Präparates beträgt pro Einzeldosis 90 Mikrogramm, was zusammen mit Ihrem Medikament fast der empfohlenen Tagesdosis entspricht. Mehr sollten Sie neben der üblichen Ernährung nicht zu sich nehmen. Zusätzlich zum L-Thyroxin ist es unbedenklich, auch die Vitamindosen sind tolerabel. Generell ist Deutschland außer in Küstenregionen ein Iodmangelgebiet. Iodmangel führt zu Schilddrüsenwachstum und zum Kropf – und kann zur Unterfunktion führen: Grundumsatz, Temperatur und Leistungsfähigkeit sinken, trotz weniger Appetit nimmt man zu. Nimmt man zu viel Iod auf – durch Tabletten oder Algenpräparate – kommt es zur Überfunktion. Bei allen Schilddrüsenoperationen wird die Drüse verkleinert oder entfernt. Danach muss man Hormone und anfangs auch Iod ersetzen. Vom Arzt eingestellt, ist Radtraining auch nach einer OP ohne Einschränkung möglich. Allerdings sollte man darauf achten, durch Sportgetränke, Nahrungsergänzungs- und Mineralstoffpräparate nicht zu viel Jod zusätzlich aufzunehmen.

  Dr. Robert Eifler ist Verbandsarzt im Bund deutscher Radfahrer. Außerdem betreut er Sport- und Rehaprogramme im „Fital-Hotel“ Höchenschwand
Dr. Robert Eifler ist Verbandsarzt im Bund deutscher Radfahrer. Außerdem betreut er Sport- und Rehaprogramme im „Fital-Hotel“ Höchenschwand