Radfahren mit BluthochdruckFoto: Philipp Schieder

Gesundheit Radfahren mit Bluthochdruck

Unbekannt

 9/19/2012, Lesezeit: 2 Minuten

Ist die Belastung beim Radfahren bei Bluthochdruck gefährlich? Dr. Robert Eifler gibt Auskunft.

Frage von Mike S.: Bei mir (45 Jahre) wurde Bluthochdruck festgestellt, während einer Belastung ab einer Herzfrequenz von 150. Ich nehme deshalb Betablocker in geringer Dosierung. Seither liegt meine maximale Herzfrequenz deutlich niedriger: nicht mehr bei 205 Schlägen in der Minute, sondern eher bei 175. Ferner wurden bei mir Pulsaussetzer (Extrasystolen) beim Belastungs-EKG festgestellt. Der Arzt sagte mir jedoch, ich solle mir keine Sorgen machen und weiter Rennrad fahren. Darf ich mich trotzdem auch mal im Grenzbereich belasten, zum Beispiel an langen Anstiegen?

Dr. Robert Eifler: Betablocker werden vor allem zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt, nach Herzinfarkt und bei einer Verengung der Herzkranzgefäße. Sie wirken als eine Art Drehzahlbegrenzer, indem sie die Pulsfrequenz senken. Dadurch verringert sich der Sauerstoffverbrauch, was wiederum das Herz schont, leider aber auch die maximale Leistungsfähigkeit vermindert. Herzrhythmusstörungen können ebenfalls mit Betablockern therapiert werden. Extrasystolen sind vorzeitig einfallende Herzschläge, die durch die verlängerte Pause zum folgenden Schlag als Aussetzer empfunden werden. In Ihrem Fall handelt es sich nach Aussage Ihres Arztes um eine harmlose Variante, die auch auf Betablocker anspricht. Damit können Sie Ausdauersport problemlos betreiben und auch an langen Anstiegen in den Grenzbereich gehen.

Sie müssen dabei aber in Kauf nehmen, dass Ihre maximale Leistungsfähigkeit wegen der Betablocker jetzt deutlich geringer ist. Aus diesem Grund sind Betablocker für Sportler nicht ideal: Sogenannte ACE-Hemmer oder AT II-Antagonisten sind hier die bessere Wahl, da sie die Herzfrequenz und das maximale Leistungsvermögen nicht beeinträchtigen.