Radfahren bei Hüftarthrose

Unbekannt

 · 07.06.2011

Radfahren bei HüftarthroseFoto: Daniel Simon

Darf man bei Hüftarthrose sportlich Rennradfahren und auch mal kurzfristig mit Wiegetritt eine Bergfahrt wagen? Unser Experte Dr. Merkl weiß Rat.

Frage von Robert T. aus Erlangen: Bei mir wurde eine beidseitige Hüftarthrose aufgrund von Gelenkfehlstellung diagnostiziert. Bislang habe ich sie nur bei bestimmten Beinbewegungen bemerkt, Schmerzen hatte ich keine. Vermutlich ist sie auf eine Überlastung der Hüfte durch intensives jahrzehntelanges Tennisspielen und Waldlaufen zurückzuführen. Beides habe ich zugunsten schonenderer Sportarten wie Schwimmen oder Wandern aufgegeben. Darf ich in meinem Alter (66 Jahre) auch sportlich Rennrad fahren, zum Beispiel auch mittlere Bergfahrten mit kurzfristigem Wiegetritt? Ich habe vor, drei- bis viertausend Kilometer pro Jahr zu fahren.

  Dr . Christian Merkl führt in Regensburg eine orthopädische Praxis mit den Schwerpunkten Sportmedizin und ChirotherapieFoto: Privat
Dr . Christian Merkl führt in Regensburg eine orthopädische Praxis mit den Schwerpunkten Sportmedizin und Chirotherapie

Antwort von Dr. Christian Merkl: Ihren Zeilen entnehme ich, dass es sich um einen erst bis zweitgradigen Arthroseprozess handelt, bei dem der Gelenkspalt noch weitgehend erhalten ist. Prinzipiell vertrete ich den Standpunkt, dass Überlastung alleine nicht zu einer Hüftgelenksarthrose führt – dies belegen Untersuchungen an Marathonläufern oder Kriegsverletzten. Ich halte es jedoch für richtig, dass Sie Stop-and-Go-Sportarten wie Tennisspielen meiden; lockeres Lauftraining mit geringer Intensität würde ich jedoch noch akzeptieren.

Radsport ist für Ihre Situation optimal. Dabei erhält das Gelenk die regelmäßige Be- und Entlastung, durch die Nährstoffe in die tieferen Knorpelschichten gelangen. Radfahren ist deshalb bei degenerativen Gelenkerkrankungen Bestandteil jedes Reha-Programms: Es erhält und verbessert die Gelenkbeweglichkeit und verbessert die Nährstoffversorgung der umgebenden Weichteile. Die gleichmäßigen und geführten Bewegungen beim Treten belasten die Gelenke nur wenig. So sind gut und gerne 5.000 Radkilometer pro Jahr möglich, darunter auch härtere Bergfahrten: Der Wiegetritt überfordert im Vergleich zum Lauf- oder Walking-Sport die Hüftgelenke nicht.