Plötzlich steigt der PulsFoto: Markus Greber

Gesundheit Plötzlich steigt der Puls

Unbekannt

 6/14/2013, Lesezeit: 2 Minuten

Wenn der Puls bei gleichbleibender Belastung plötzlich in die Höhe schnellt, kann man schon nervös werden. Dr. Robert Eifler gibt Auskunft über Gründe und Maßnahmen zur Vermeidung von Tachykardien.

Frage von TOUR-Leser Achim G.: Seit einigen Jahren steigt bei mir der Puls bei normaler, gleichbleibender Belastung (120 bis 140 Schläge pro Minute) plötzlich aus dem Nichts auf etwa 170 Schläge an. Bei sof ortiger Ruhe sinkt er meist gleich wieder, bei etwas verringerter Weiterbelastung braucht es längere Zeit. Ich, 53 Jahre alt, habe dieses Poblem bei mehrtägigen Alpentouren und bei Marathons, aber auch bei anderen Sportarten, etwa Fußball oder Jogging. Eine Abklärung beim Kardiologen hat bislang kein befriedigendes Ergebnis ergeben. Können Sie mir weiterhelfen?

Expertenrat von Dr. Robert Eifler: Plötzliche, erhebliche Pulsanstiege zählen sowohl in Ruhe als auch unter Belastung zu den schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen. Es kann sich sowohl um weniger gefährliche als auch um potenziell hochbedrohliche Herzrhythmusstörungen handeln. Beide können sich in Bezug auf die Frequenz selbst begrenzen. Das Pulsrasen kann anfallsweise vom Herzvorhof ausgehen, oder es kann sich um Vorhofflimmern oder -flattern handeln, das schnell auf die Hauptkammern des Herzens übergreift. Eine weitere Möglichkeit sind ventrikuläre, also in der Hauptkammer entstehende Tachykardien in verschiedenen Formen.

Vor allem, wenn die Rhythmusstörungen unter Belastung auftreten, ist es dringend erf orderlich, dass Sie die Ursachen genau abklären lassen. Die Störung sollte im EKG (Elektrokardiogramm) dokumentiert werden. Dazu bedarf es häufig etwas Geduld, bis der fragliche Moment erfasst ist. Meist empfiehlt sich dazu, ein Langzeit-EKG unter realen Belastungsbedingungen aufzuzeichnen – also zum Beispiel währ end des Trainings. Auch eine Ergometrie bis zur Ausbelastung kann zu einer erf olgreichen Diagnose führen. Die Herzrhythmusstörungen, die Sie beschreiben, können auch auftreten, obwohl der Ultraschallbefund des Herzens unauffällig war. Diese Untersuchung gehört aber in jedem Fall zum Abklärungsverfahren.

  Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin sowie Sportmediziner. Er betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.Foto: Privatfoto
Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin sowie Sportmediziner. Er betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.