Operation am KniegelenkFoto: H.A. Roth

Gesundheit Operation am Kniegelenk

Unbekannt

 9/20/2009, Lesezeit: 2 Minuten

Nach einer Knieoperation wurde eine punktuelle Arthrose diagnostiziert. Wie sehen die Erfolgsaussichten bei einer Proliferationstherapie aus? Oder doch besser Radfahren? Experte Dr. Merkl gibt Rat.

Frage von Th. Rapp, Ebenweiler: Ich wurde vor 17 Jahren an der Kniescheibensehne (Patellasehne)des rechten Knies operiert, wobei auch das Außenband der Knie scheibe durchtrennt und die Innenseite der Kniescheibe angebohrt wurde. Nun wurde eine punktuelle Arthrose im Knie diagnostiziert. Mein Orthopäde ist der Meinung, dass man operativ nichts Sinnvolles korrigieren könne, da das Knie zu labil wäre. Er hat mir nun zu einer Proliferationstherapie geraten. Abgesehen davon, dass diese selbst bezahlt werden muss, konnte ich bislang noch wenig darüber in Erfahrung bringen. Wie sehen die Erfolgsaussichten aus, und mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Der Expertenrat: Soweit ich Ihrer Anfrage entnehmen kann, besteht bei Ihnen eine punktuelle Schwäche im operierten Kniegelenk. Nachdem die Patellasehne damals genäht wurde, ist davon auszugehen, dass die punktuelle Arthrose (Gelenkverschleiß) durch die narbige Veränderung der Patellasehne entstanden ist, welche die Kniescheibe am Ober- und Unterschenkel mit der Muskulatur verbindet. Das Narbengewebe beeinträchtigt möglicherweise die Funktion der Kniescheibe: Beim Strecken des Knies aus gebeugter Stellung gleiten die beiden Gelenkpartner (rückseitige Kniescheibe und Oberschenkelende) nicht mehr reibungslos aneinander vorbei. So wird das Gelenk punktuell überlastet und verschleißt – mit dem Ergebnis punktueller Arthrose. Reizzustände mit Schmerzen, teilweise Überwärmung und Gelenkergüsse können begleitende Symptome sein.

Eine Proliferationstherapie wird meist bei Instabilitäten, oft an der Wirbelsäule, oder bei überdehnten Bandstrukturen eingesetzt. Dabei löst eine Spritze mit Zuckerlösung künstlich eine Entzündung aus, die Vernarbungsvorgänge fördert. Dies lässt den Bandapparat schrumpfen und verbessert so die Stabilität. Wenn aber keine Instabilität besteht, halte ich den Einsatz für wenig hilfreich.

Aus meiner Sicht sollte im Vordergrund stehen, die Gelenkmechanik zu verbessern. Dabei kann Radfahren eine wichtige Rolle spielen: Pedalieren mit kleinen Gängen bei ausreichend hohem Sattel (bis zu fünf Grad Restbeugung im Kniegelenk) erzeugt einen Walkmechanismus der betroffenen Knorpelflächen, was diese besser versorgt. Unterstützend können Sie Elektrotherapie und Akupunktur als Schmerztherapie einsetzen oder das Gelenk mit Injektionen von Hyaluronsäure-Präparaten in den Gelenkspalt besser “schmieren”.

  Dr. Christian Merkl führt in Regensburg eine orthopädische Facharztpraxis mit den Schwerpunkten Sportmedizin und Chirotherapie
Dr. Christian Merkl führt in Regensburg eine orthopädische Facharztpraxis mit den Schwerpunkten Sportmedizin und Chirotherapie