Gesundheit Muskelkrämpfe

Unbekannt

 · 20.09.2009

MuskelkrämpfeFoto: Daniel Kraus

Muskel-Krämpfe kennt jeder Sportler. Aber was kann man tun, um sie zu vermeiden? Und wie wird man einen Krampf wieder los? TOUR hat die Antworten.

Was Lance Armstrong am Ende der Königsetappe der diesjährigen Tour de France plagte, haben wohl die meisten Radsportler schon einmal am eigenen Leib erfahren: Krämpfe. Zum Ende eines langen, schweren Ritts geraten Muskeln bisweilen außer Kontrolle und kontrahieren, ohne dass man es will. Das Spektrum reicht von leichtem Muskelflattern bis zur schmerzhaften Blockade eines Muskels. Schlimmstenfalls ist das Rennen dann gelaufen.

Krämpfe sind ein weitverbreitetes Phänomen. Untersuchungen an 2.600 Ausdauersportlern haben ergeben, dass zwei Drittel der Triathleten und Marathon-Läufer an Krämpfen leiden – am häufigsten in den Waden. Bei Radfahrern krampfen aber auch die Haupt-Arbeitsmuskeln: die vordere und rückseitige Oberschenkelmuskulatur. Exotischer sind beim Radfahren Krämpfe in Füßen, Händen oder Armen, aber auch sie kommen vor.

Was führt zu Muskelkrämpfen? Sportwissenschaftler und Mediziner diskutieren verschiedene Theorien. Die bekannteste ist die vom Elektrolytmangel – sie wurde erstmals schon vor rund hundert Jahren postuliert. Sie beruht auf der Annahme, dass Sportler vor allem dann Krämpfe bekommen, wenn sie zum Beispiel bei hohen Temperaturen zu viel Flüssigkeit und damit zu viele Mineralstoffe verlieren, die die Muskeln dringend benötigen.

Die Elektrolytthese wird jedoch zunehmend von der Ermüdungsthese verdrängt, die der südafrikanische Professor Dr. Martin Schwellnus 1997 erstmals veröffentlichte. Im Zentrum dieser Theorie steht die Fehlfunktion von ermüdeten Nervenzellen, die die Muskulatur steuern. Eine im vergangenen Jahr in den USA veröffentlichte neuere Studie benennt daher zwei Ursachen: Hitzekrämpfe und Ermüdungskrämpfe.

Den gesamten Artikel mit Vorbeuge-Maßnahmen finden Sie unten als PDF-Download.

  Erschöpft und viel geschwitzt: Jetzt lauern Krämpfe.Foto: PX-Photo.de/Schuh
Erschöpft und viel geschwitzt: Jetzt lauern Krämpfe.
  Drei bis zehn Muskelspindeln (violett) sind jeweils in Kapseln eingeschlossen und liegen parallel zur Arbeitsmuskulatur (rot). Die Muskelspindeln regeln über Nervenbahnen (gelb) die Anspannung der umgebenden Arbeitsmuskulatur. Im ermüdeten Muskel senden die Spindeln zu viele Signale an die Arbeitsmuskulatur, was dann zu Krämpfen führen kann.
Drei bis zehn Muskelspindeln (violett) sind jeweils in Kapseln eingeschlossen und liegen parallel zur Arbeitsmuskulatur (rot). Die Muskelspindeln regeln über Nervenbahnen (gelb) die Anspannung der umgebenden Arbeitsmuskulatur. Im ermüdeten Muskel senden die Spindeln zu viele Signale an die Arbeitsmuskulatur, was dann zu Krämpfen führen kann.

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