Leistungsverlust durch Blutspenden?Foto: Jan Greune

Gesundheit Leistungsverlust durch Blutspenden?

Unbekannt

 6/22/2006, Lesezeit: 2 Minuten

Ich bin 65 Jahre alt, fahre 6.000 Kilometer mit dem Rennrad pro Jahr und mache im Winter zusätzlich Skilanglauf. Dreimal pro Jahr spende ich Blut. Nun würde ich gerne wissen, wie sich eine Blutspende auf das Leistungs- vermögen auswirkt, ob ich nach der Spende eine Trainingspause machen sollte und wann ich wieder voll leistungsfähig bin.M. Zimmermann, per E-Mail

Beim Blutspenden werden dem Spender jeweils 500 Milliliter Vollblut entnommen. Bei einer Gesamtblutmenge von etwa fünf bis sechs Litern entspricht das zehn Prozent, die im Alltagsleben keine nennenswerten Auswirkungen haben. Anders im Sport: Durch den Blutverlust gehen rote Blutkörperchen, die den Sauerstofftransport von der Lunge zur Muskulatur übernehmen, verloren. Zusätzlich sinkt auch das Plasmavolumen, so dass insgesamt ein leichter Blutvolumenmangel eintritt, der durch eine Erhöhung der Pulsfrequenz und damit der Umlaufgeschwindigkeit des Blutes ausgeglichen wird. Der Mangel an Volumen wird innerhalb einiger Tage vom Körper ausgeglichen, der Ersatz der verloren gegangenen Blutkörperchen kann jedoch bis zu hundert Tage dauern. In dieser Zeit ist die maximale Leistungfähigkeit aufgrund der ungünstigeren Sauerstoffversorgung eingeschränkt, vergleichbar mit einem Training unter Höhenbedingungen.

Eine Trainingspause nach der Blutspende ist bei Wohlbefinden nicht erforderlich, die volle Leistungsfähigkeit stellt sich nach zwei bis drei Monaten wieder ein. Mein persönlicher Rat für Sie: In Ihrem Alter und bei Ihrem Trainingsumfang sollten Sie das Blutspenden auf zweimal pro Jahr beschränken, die Spendetermine auf Spätherbst und Winter legen, da Sie in dieser Zeit wohl den Trainingsumfang im Vergleich zum Sommer reduzieren. Zwei bis drei Tage Trainingspause sind in höherem Alter ebenfalls angezeigt.