Hoher Ruhepuls nach der RadtourFoto: Daniel Kraus

Gesundheit Hoher Ruhepuls nach der Radtour

Unbekannt

 9/3/2013, Lesezeit: 2 Minuten

Ursachenforschung bei zu hohem Ruhepuls über längere Zeit nach der Radtour - ohne erkennbaren organischen Auslöser. Experte Dr. Robert Eifler nennt Gründe für die Symptomatik.

Frage von Leser Henning L.: Seit einiger Zeit leide ich häufig unter erhöhtem Ruhepuls – ohne erkennbaren Grund. So lag der Pulswert nach einer 40-Kilometer-Tour eine Stunde nach der Heimkehr immer noch bei zirka 108 Schlägen pro Minute. Es dauerte weitere eineinhalb Stunden, bis er sich normalisiert hatte. Während der Tour rollte es schon nach 30 Kilometern nicht mehr richtig. Die Untersuchung beim Kardiologen ergab keinen Befund, organisch ist alles in Ordnung. Ich weiß nun gar nicht, ob ich im Urlaub ein Rad mitnehmen soll. Mit meinen Einschränkungen – habe auch noch einen Muskelfaserriss – wohl eher nicht?

Antwort von Dr. Robert Eifler: Das hört sich nach Übertraining an: Dazu gehören neben morgendlich erhöhtem Ruhepuls Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Trainingsunlust, was auf eine Beteiligung der Psyche hinweist. Dafür sprechen auch die Zweifel, im Urlaub Rad zu fahren. Ebenso typisch ist eine erhöhte Verletzungsanfälligkeit, bei Ihnen spräche der Muskelfaserriss dafür. Sie sollten die Warnzeichen ernst nehmen, denn Übertraining ist keine Lappalie: Wenn man nicht rechtzeitig gegensteuert, kann es sehr lange dauern, bis Körper und Psyche sich von der Überforderung erholt haben. Haben Sie sich vielleicht zu ehrgeizige Trainingsziele gesetzt und zu wenig Zeit für die Regeneration eingeplant?

Ursache für Übertraining ist ein Ungleichgewicht von Belastung und Erholung, wobei die Belastung entweder ein Zuviel an Intensität oder ein zu hoher Trainingsumfang sein kann. Doch auch andere Stressfaktoren, etwa Arbeit oder Familie, zählen zur Gesamtbelastung. Als Folge treten die genannten Symptome auf und die Leistungsfähigkeit sinkt. Gönnen Sie sich auf jeden Fall so bald wie möglich eine richtige Pause – ohne schlechtes Gewissen! Vielleicht ist der Urlaub ta sächlich eine Gelegenheit, vorübergehend ein wenig Abstand vom Radfahren zu gewinnen. Kehren die Kräfte zurück, sollten Sie Ihren Trainingsplan kritisch überprüfen, die Form behutsam und ohne Druck wieder aufbauen und v or allem wieder Freude am Radsport zurückgewinnen.

  Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin sowie Sportmediziner. Er betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.Foto: Privatfoto
Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin sowie Sportmediziner. Er betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.