Gesundheit

Herzfrequenz mit Bluthochdruck

Unbekannt

 · 10.10.2010

Herzfrequenz mit BluthochdruckFoto: Tour

Was bedeutet ein erhöhter Blutdruck für das Training nach optimaler Herzfrequenz? Ist das bei Medikamenteneinnahme noch möglich? Dr. Robert Eifler weiß Rat.

Frage von M. Otto: Bei mir wurde im Alter von 47 Jahren leicht erhöhter Blutdruck festgestellt, der mit einem Medikament (Wirkstoff Ramipril) behandelt werden soll. Kann ich unter diesen Umständen noch optimal nach Herzfrequenz trainieren?

Antwort von Dr. Eifler: Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) liegt vor, wenn der Blutdruck in Ruhe bei Werten über 130 zu 85 mmHg liegt. Das Gefährliche: Bluthochdruck spürt man viele Jahre nicht, gilt jedoch als wichtigster Risikofaktor für einen Schlaganfall. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der unter 50-Jährigen und mehr als 60 Prozent der Älteren sind betroffen. Ob wirklich Bluthochdruck vorliegt, zeigt am besten eine 24-Stunden-Messung, aber auch die Ergometrie gibt deutliche Hinweise – auch bei hoher Belastung sollte der arterielle Druck nicht über 230 zu 100 mmHg liegen.

Bei den meisten ist Bluthochdruck entweder ererbt oder vom Lebensstil beeinflusst. Negativ wirken sich Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, hoher Kochsalzverzehr, Rauchen und zu viel Alkohol aus (Frauen sollten nicht mehr als 20 Gramm/Tag, Männer nicht mehr als 30 Gramm zu sich nehmen. Zum Vergleich: Eine Flasche Bier enthält rund 13 Gramm, ein Glas Wein etwa 9 Gramm Alkohol). Regelmäßiger Ausdauersport dagegen senkt den Blutdruck. Ist er nur leicht erhöht (bis 160 zu 95 mmHg), kann ihn regelmäßiges Training im Grundlagenbereich oft schon ausreichend senken. Essen Sie außerdem so sparsam wie möglich Kochsalz und steigen Sie eventuell auf Ersatz-Salze mit Kalium statt Natrium um.

Der Arzt sollte Ihre Werte medikamentös so einstellen, dass der Blutdruck bei Belastung nicht zu sehr ansteigt: Beispielsweise bei einer Leistung von 100 Watt am Ergometer nicht über 190 zu 95mmHg. Bei den Medikamenten gibt es verschiedene Wirkgruppen. Das von Ihnen verwendete Mittel gehört zu den so genannten ACE-Hemmern; diese schränken im Gegensatz zu Betablockern die maximale Leistungsfähigkeit und den Maximalpuls nicht ein. Dadurch sind sie gut geeignet, wenn man Sport treibt. Sie müssen damit, anders als bei Betablocker-Einnahme, die Trainingspulsbereiche nicht neu bestimmen. Betablocker sind allerdings unverzichtbar, falls auch die Herzkranzgefäße verengt sind.

  Dr. Robert Eifler ist Verbandsarzt im Bund deutscher Radfahrer. Außerdem betreut er Sport- und Rehaprogramme im „Fital-Hotel“ Höchenschwand
Dr. Robert Eifler ist Verbandsarzt im Bund deutscher Radfahrer. Außerdem betreut er Sport- und Rehaprogramme im „Fital-Hotel“ Höchenschwand