Herz-Check: Radtraining gut fürs Herz?Foto: Markus Greber

Gesundheit Herz-Check: Radtraining gut fürs Herz?

Unbekannt

 2/11/2013, Lesezeit: 2 Minuten

Was passiert beim Ausdauersport auf dem Rad, wenn das Herz unter Belastung nicht mehr ganz so fit zu sein scheint? Unser Experte Dr. Eifler gibt Auskunft.

Frage von Joachim Sp.: Ich bin 7 0 Jahre alt und fahre jährlich etwa 9.000 Kilometer mit dem Rennrad. Nachdem ich 2005 nach dem Berufsleben begonnen habe, intensiver zu trainieren, reduzierte sich mein Gewicht erheblich; auch konnte ich meine Bluthochdruck-Medikation absetzen. Marathons kann ich mit einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 140 bis 145 ohne Probleme absolvieren. Vor drei Jahren wurde bei einem EKG eine leichte sogenannte ST-Streckensenkung unter Belastung festgestellt. Eine nachfolgende Szintigrafie zeigte eine leichte Veränderung in der Hinterwand nahe der Herzspitze.

Sport wurde mir nicht untersagt, allerdings interessiert mich Ihr Rat zu diesen Fragen: Kann ich mit dem genannten Problem auch in meinem Alter weiter Ausdauersport treiben? Wie sind Grenzbelastungen, zum Beispiel am Berg, einzuschätzen? Führt kontinuierliches Training sogar zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung des Herzmuskels?

Antwort von Dr. Robert Eifler: Die ST-Streckensenkung kann ein Hinweis auf eine Verengung der Herzkranzgefäße sein. Eine Infarktgefährdung ist nicht ganz auszuschließen. Ihre Myocardszintigraphie gibt einen weiteren Hinweis dazu. Exakt könnte es eine Coronarangiographie klären, bei der gegebenenfalls ein Stent gesetzt werden könnte, der das entsprechende Blutgefäß offenhält. Weitere Risikofaktoren wie etwa Ihren Cholesterinspiegel sollten Sie ebenfalls beobachten. Der abgesetzte Betablocker böte einen gewissen Schutz fürs Herz, reduziert allerdings die maximale Leistung und Pulsfrequenz.

In Bezug auf Ausdauer- beziehungsweise Radsport kann ich Sie prinzipiell beruhigen: Sie dürfen weiterhin aufs Rennrad steigen. Jedoch sollten Sie von maximalen Belastungen in der Tat Abstand nehmen. Die Herzfrequenz sollte sich höchstens bis zur anaeroben Schwelle bewegen; wettkampfähnliche Situationen sollten Sie vermeiden. Dennoch kann der Sport dazu bei tragen, die Sauerstoff-Versorgung zu verbessern und so Herz-Kreislauf-Risiken auch im Alter vorzubeugen.

  Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin und Sportmediziner, betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.Foto: Privatfoto
Dr. Robert Eifler: Facharzt für Innere Medizin und Sportmediziner, betreut Fitness- und Rehaprogramme im „Fitalhotel“ Höchenschwand; früher arbeitete er in der Sport-Leistungsdiagnostik.