Der neue Franklin-Steg in Mannheim verbindet seit dem 5. Februar 2026 als längste integrale Holzbrücke der Welt die Stadtteile Vogelstang und Franklin-Quartier. Die rund 45 Meter lange Fuß- und Radverkehrsbrücke verkürzt den Radweg zwischen den Stadtteilen um die Hälfte.
Der Franklin-Steg in Mannheim stellt einen neuen Rekord dar: Mit einer Länge von 44,7 Metern ist die neue Fuß- und Radverkehrsbrücke die längste integrale Holzbrücke der Welt. Die integrale Bauweise bedeutet, dass die Kombination aus Holz und sogenanntem Carbonbeton ohne Lager und Dehnfugen auskommt. Das Bauwerk, das die Stadtteile Vogelstang und das neue Franklin-Quartier verbindet, wurde am 5. Februar 2026 offiziell von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht eröffnet.
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Der Bund hat das Projekt im Rahmen der Förderrichtlinie für innovative Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs vollständig mit rund neun Millionen Euro finanziert. „Der Franklin-Steg ist ein Leuchtturmprojekt der innovativen Radverkehrsförderung des Bundes“, erklärte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder anlässlich der Eröffnung. „Die Brücke ist nicht nur eine praktische Verbindung zweier Stadtteile, sie ist auch sehr hochwertig und bewusst aus nachhaltigem Material hergestellt.“ Der Steg überquert die stark befahrene Bundesstraße B38 und verkürzt den Radweg zwischen den beiden Stadtteilen von 3,5 auf 1,7 Kilometer.
Die rund 150 Tonnen schwere Brücke wurde hauptsächlich aus Holz gefertigt, im sogenannten Hauptspann stecken 140 Kubikmeter Fichten-Brettschichtholz. Weitere 60 Kubikmeter Brettschichtholz bilden die Basis der spiralförmigen Rampe auf der Vogelstang-Seite. Carbonbetonplatten als Gehbelag ergänzen die Holzkonstruktion und minimieren den Einsatz von Zement, Wasser und Sand. Anstelle der sonst üblichen Stahlmatten wurde eine Bewehrung aus Kohlenstofffasern verwendet. „Das hier entstandene Bauwerk ist zurzeit ein absolutes Unikat“, betonte Farsad Tawakol, Projektleiter bei der Mannheimer Projektentwicklungsgesellschaft MWSP.
Die Nachhaltigkeit des Projekts war eine wesentliche Bedingung für die vollständige Finanzierung durch den Bund. Zum einen soll umweltfreundliche Mobilität gefördert werden, zum anderen manifestiert sich die Nachhaltigkeit in einem geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zum Bau einer konventionellen Brücke. Josef Schmees, Vertreter des Brückenbauunternehmens, geht von einer Lebensdauer von 100 und mehr Jahren aus. Damit stehe die Holzbrücke den herkömmlichen Brücken aus Stahl und Beton in nichts nach. Der Einhub der Brücke – das Bauwerk wiegt ohne die Carbonbetonplatten 104 Tonnen – erfolgte Ende August 2025.